Giftpflanzen in der Wiese

  • Hallo!

    Ich hab heute die Kinder wiedermal zum Wiese pflücken losgeschickt. Normalerweise pflücken sie Gras, Löwenzahn, Klee, Gänseblümchen, Schafgarbe... Sie kennen schon recht viele Pflanzen (ich schau trotzdem immer drüber). Aber heute hat der Nachbar die Böschung gemäht und da haben sie sich gedacht: "Wie praktisch, alles rein in den Kübel!" 😅 Ich hab mir die Beute dann genau angeschaut und war echt überrascht was da so alles dabei war und doch auch ein paar Blätter die ich nicht kannte. Neben den oben genannten Pflanzen waren auch Veilchenblätter, Girsch, Gundelrebe, Rotklee, Flughafer, Hirtentäschel, Spitzwegerich vorhanden eigentlich eine tolle Mischung. Leider waren auch Kriechender Hahnenfuß, Primelblätter, Efeu, Blätter vom Buschwindröschen, junge Zwetschkenbäumchen und Blätter und Blüten von den Ziererdbeeren dabei. Ich habe alles Verdächtige aussortiert.

    Ich hab dann die Schweine beim Fressen beobachtet: Tini hat sich wie immer nur die Gräser und die Gänseblümchen ausgesucht. Brösel fand die Mischung super, hat alles durchprobiert, unsere kleine Müllabfuhr. Ich hab mir dann gedacht, dass Tini möglicherweise auch die giftigen Pflanzen gar nicht fressen würde aber Brösel X/ ...

    Wie macht ihr das mit den großen Schweineherden? Handverlesen jede Pflanze extra pflücken? Oder mit der Sichel ein Stück Wiese mähen und dann aussortieren? Oder alles rein ins Gehege und hoffen, dass die Schweine die Giftpflanzen übrig lassen?

  • Ich achte beim Pflücken darauf, dass nichts Giftiges mit dabei ist. Alternativ würde ich aussortieren. Klar gibt es viele Pflanzen, die nur leicht giftig sind und da wird ein Blatt dazwischen vermutlich nicht schaden. Aber ich würde mich nicht auf den Instinkt der Schweinchen verlassen. Ich habe das vor vielen Jahren mal lockerer gesehen und die Schweinchen frei im Garten laufen lassen. Und hatte dann wirklich 2 vergiftete Schweinchen die das Ganze gerade so überlebt haben. Allerdings habe ich nie herausfinden können welche Pflanze der Auslöser war, es wird vermutlich etwas stark giftiges wie Eibe gewesen sein, die in der Hecke zwischendrin wuchs. Da kann ein Probebiss schon zur Vergiftung führen.

  • Ich achte beim Wiese pflücken schon darauf, daß nichts wirklich giftiges oder ganz unbekanntes im Beutel landet, konnte aber dort, wo ich regelmäßig ernte, nichts Gefährliches entdecken. Außer hin und wieder Jacobskreuzkraut, da achte ich schon darauf, daß nichts mitgenommen wird. Hahnenfuß wächst da mitunter auch, aber da bin ich nicht ganz so genau, sondern achte nur darauf, daß es nicht zuviel wird oder schneide dort, wo gar keiner wächst.

    Bei Buschwindröschen wäre ich auch tatsächlich vorsichtig. Zwetschgenbäumchen sollten aber, wie alle Obstbäume, unbedenklich sein. Was meinst Du mit Ziererdbeeren? Die normale Kultuererdbeere mit rosa oder rötlichen Blüten? Die ist natürlich absolut ungiftig, ist halt eine ganz normal Erdbeere, nur mit anderer Blütenfarbe. Oder meinst Du die Trugerdbeere Duchesnea indica? Die blüht gelb und hat erdbeerähnliche Früchte, die man auch essen kann, die aber nicht schmecken. Ist aber auch ungiftig. Und dann gibt es noch die Golderdbeere Waldsteinia ternata, auch ungiftig, wird gerne als Bodendecker auf Friedhöfen oder in Parks verwendet.

  • Ich habe das vor vielen Jahren mal lockerer gesehen und die Schweinchen frei im Garten laufen lassen. Und hatte dann wirklich 2 vergiftete Schweinchen die das Ganze gerade so überlebt haben. Allerdings habe ich nie herausfinden können welche Pflanze der Auslöser war,

    Ich verstehe noch nicht, wie Du wissen kannst, dass die Tiere sich im Garten vergiftet hatten, ohne zu wissen was der Auslöser war. Dann scheinen die Symptome so unklar gewesen zu sein, dass der Tierarzt nicht feststellen konnte, welche Pflanzenart der Auslöser war. Könnte es daher nicht auch sein, dass die Tiere ein anderes Problem hatten wie z.B. ein Infektion, eine Vergiftung durch Pestizide auf der Nahrung o.ä.?

    Ich frage das hier in diesem Thema, weil es hier ja darum geht, wie sehr man den Schweinchen überlassen kann, dass sie Giftiges erkennen und nicht fressen. Du hast Deine Erfahrung als Gegenargument genannt, aber dazu müsste m.E. klar genug sein, dass es sich um eine Vergiftung durch im Garten gefressene Pfanzen handelte.

  • Ich verstehe noch nicht, wie Du wissen kannst, dass die Tiere sich im Garten vergiftet hatten, ohne zu wissen was der Auslöser war. Dann scheinen die Symptome so unklar gewesen zu sein, dass der Tierarzt nicht feststellen konnte, welche Pflanzenart der Auslöser war. Könnte es daher nicht auch sein, dass die Tiere ein anderes Problem hatten wie z.B. ein Infektion, eine Vergiftung durch Pestizide auf der Nahrung o.ä.?

    Sicher wissen kann ich das nicht zu 100%, aber es waren eindeutig neurologische Störungen, Apathie, Futterverweigerung bei 2 von 4 Meerschweinchen, zeitgleich. Die Tierärztin damals tippte auf Vergiftung. 24 Stunden später war der ganze Spuk vorbei. Pestizide kann ich nicht ausschließen, aber müsste sowas dann nicht häufiger passieren? Und es wuchsen auf jeden fall mehrere giftige Pflanzen im Garten, darunter wiegesagt auch die stark giftige Eibe. Ich möchte nicht behaupten, dass Meerschweinchen nicht selektieren können, ich sage nur aufgrund dieser Erfahrung, dass ich persönlich mich nicht darauf verlassen würde.

  • Danke! Das kann ich gut nachvollziehen. Ich gebe selbst ohnehin nur Sachen, von denen ich zu wissen meine, dass sie harmlos sind. Ich verlasse mich also nicht darauf, das die Schweinchen richtig selektieren.

    Aber ich weiß halt bisher auch von keinem gesicherten Fall, in dem das schiefgegangen ist. Es wäre gut, wenn man da Klarheit hätte - um entweder die Tiere richtig zu schützen oder entspannt vielfältig und mit weniger Zeitaufwand füttern zu können.

  • Soweit ich weiß, wird meistens ein Probebiss gemacht um herauszufinden, ob eine Pflanze essbar ist. Je nach Giftigkeit und Konstitution des Schweinchens könnte ich mir vorstellen, dass der ggf schon reicht...


    Ich pflücke auch nur was ich kenne und achte beim Pflücken darauf nichts Anderes zu erwischen. Von den meisten meiner Pflückstellen weiß ich auch was da wächst und wo ich besonders vorsichtig sein muss.

    Trotzdem war mir letzt Woche ein Blatt von einem Aronstab reingerutscht. Die beiden ehemaligen Außenhaltungsmädels haben es ignoriert, die drei anderen beherzt reingebissen. Habs dann zum Glück gesehen und direkt rausgenommen. Ich kann mir vorstellen, dass sie es auch komplett gefressen hätten... Passiert ist durch den Happen zum Glück keinem was.

    Ich passe daher lieber von Anfang an auf, an welche Pflanzen sie überhaupt erst rankommen.

  • MacGullygosh Genau,die Trugerdbeere hab ich gemeint, die wächst dort zwischen den Walderdbeeren. Ich hab vor Jahren mal gegoogelt wegen der Giftigkeit, weil die Kinder sie immer wieder erwischt haben. Aber ich war mir nicht sicher, ob da auch gilt: Wenn für den Menschen ungiftig, dann auch für das Schwein... Weil das gilt ja nicht immer.

    Auch die Zwetschkenbäume hätte ich mich nicht getraut zu füttern, bei Steinobst bin ich mir immer unsicher.

    Also hab ihr das auch schon beobachtet, dass manche Tiere selektieren und andere nicht. Ich finde das sehr interessant.

  • Selektieren ist mir bei meinen Tieren auch schon aufgefallen. Einmal blieb nach der Fütterung ein Blatt vom Fingerhut als einziges übrig, welches aus Versehen mit im Stall gelandet war. Ich würde mich allerdings nicht wirklich darauf verlassen, daß die Tiere immer wissen, was giftig ist und jede Giftpflanze kennen.

  • Ich gehe immer auf Nummer sicher. Das heißt, ich pflücke nur das, was ich sicher kenne. Dadurch haben die Schweinchen vielleicht weniger Vielfalt und es entgeht ihnen etwas gesundes - aber ich bin damit auf der sicheren Seite. Ich würde mich nie darauf verlassen, dass sie giftige Pflanzen sicher erkennen und meiden.

    Woran sollten sie den prinzipiell alle giftigen Pflanzen erkennen können? Die haben doch bestimmt nicht alle den gleichen speziellen Geschmack?

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  • Ich sammel meistens am Rand von Heuwiesen (die Teile, die nicht gemäht werden, weil sie schlecht zugänglich für den Mäher sind). Da habe ich das Glück, dass dort fast ausschließlich ungiftige Pflanzen wachsen. Wenn ich an neuen Orten pflücken schaue ich mir an was dort wächst und gebe es im Zweifel in eine Pflanzenbestimmungsapp ein und prüfe danach ob es giftig ist. Mittlerweile muss ich das aber nur noch selten, weil sich die Pflückplätze von Jahr zu Jahr nicht stark unterscheiden.

    Im ersten Jahr habe ich ein paar Mal Hahnenfuß mitgepflückt, weil ich "Butterblumen" als eine komplett harmlose Pflanze im Kopf hatte, die wir als Kinder manchmal gegessen haben. Der wurde von den Meerschweinchen auch nicht gemieden, sonst wäre mir mein Fehler früher aufgefallen. Es gab aber auch keine Anzeichen dafür, dass es einem von Ihnen geschadet hätte.

    Ich denke je vielfältiger die Wiese, desto geringer ist das Risiko, weil dann einfach keine große Menge von einer Pflanze vorhanden ist. Im Augenblick ist das (zumindest bei uns) noch schwierig zu erreichen, aber bei weniger Pflanzen fallen die giftigen auch leichter auf.

    Wie haltet ihr es eigentlich mit Brennesseln?

  • Brennnesseln füttere ich nicht gezielt, aber wenn mal welche in der Mischung mit drin sind, werden sie auch mitverfüttert. Gefressen werden sie dann auch, werden nicht aussortiert. Genauso mache ich es mit der Ackerkratzdistel. Wenn mal eine mit dabei ist, kommt sie mit in den Stall. Ist jetzt nicht super beliebt, wird aber auch gefressen.

  • Jasmin Ich habe mal Brennnessel angeboten als der Verdacht auf eine Blasenentzündung bestand. Es waren ganz Junge und ich hab sie auch ein wenig welken lassen. Aber Brösel hat es trotzdem geschafft sich die Pfote und die Nase zu "verbrennen"🙈. Ich weiß nicht, vielleicht ist sie ein wenig komisch...

  • Genau das Problem habe ich eben auch bei Brennesseln Brommslerin. Ich habe versucht sie vorher abzuwaschen und sie mal direkt nach einem heftigen Regenschauer gepflückt. Trotzdem verbrennen sie sich irgendwann die Nase oder Lippe. Es wäre für mich so praktisch, wenn es einen Weg gäbe ohne Probleme Brennesseln frisch zu verfüttern.

  • Ich habe einmal gelesen, dass man die Stacheln zuerst abbrechen muss, damit die Säure aus der Pflanze rauskommt. Das ist das was brennt. Dazu mit einem Teigausroller mehrfach kraftvoll über die Pflanzen fahren - mehrfach von allen Seiten. Danach dann die Säure gründlich abspülen und zur Sicherheit die Pflanzen noch 10 min in Wasser einlegen.

    Ich habe es aber noch nie ausprobiert. Mir sind Brennnesseln nicht ganz geheuer. 😕 Aber berichtet gerne mal.

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  • Diese Art der Behandlung kenne ich vor allem, wenn man die Brennnesseln selber roh essen möchte, z.B. im Salat. Ich glaube, wenn man sie verfüttern möchte muß man es nicht ganz so aufwendig machen. Ein ordentliches zerquetschen der Brennhaare durchs Rollen oder Zusammenpressen sollte schon reichen. Oder man pflückt möglichst junge, zarte Triebe, die eventuell noch nicht so ausgeprägte Brennhaare haben. Das kann man ja selber ausprobieren, ob die Tiere die Brennnesseln dann schon annehmen. Müßte ich eigentlich auch mal ausprobieren, aber zur Zeit wächst soviel schönes anderes Grünzeug überall.

  • Ich denke ich versuche es mal so, dass ich die Brennesseln in einem nassen Jutebeutel mit dem Nudelholz bearbeite. Die letzten Jahre war es bei uns im Hochsommer immer über ein paar Wochen so heiß und trocken, dass kaum etwas nachgewachsen ist oder recht ausgetrocknet war. Was dann immernoch gut aussah, war der Girsch und die Brennesseln am Bachufer. Wenn das mit dem Ausrollen klappt wäre das deshalb super! Vorallem weil Beides durcheinanderwächst.

  • Berichte gerne einmal. Ich bin gespannt.

    Übrigens: Wenn sich Mensch oder Tier mit der Säure der Brennnessel "verbrannt" haben, bringt Essig zur Linderung nichts. Das ist ja auch eine Säure. Lieber Seife (= eine Base) nehmen, um die Säure zu neutralisieren.

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  • Petersilie ist die Giftpflanze des Jahres 2023 !!!!

    Okay, Petersilie wächst eher selten auf der Wiese. Aber es lohnt sich auch nicht, für die folgende Information einen neuen Thread aufzumachen.

    Offenbar enthält Petersilie das giftige Apiol. Das wirkt bewegungs-anregend auf die Muskulatur des Darmes und der Gebärmutter. Es führt also zu Übelkeit, Durchfall und zu Früh-/Fehlgeburten.

    Im ersten Anbaujahr ist noch alles harmlos und die Petersilie blüht nicht. Der Apiolgehalt ist sehr niedrig. Im zweiten Jahr, vor allem nach der Blüte, steigt dann der Apiolgehalt in allen Teilen der Pflanze. Ganz besonders hoch ist er in den Blüten und den Samen.

    Daher sollte Petersilie jedes Jahr neu ausgesät werden - gut für Tiere und für Menschen.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Schweinemagd ()

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