3 Meerschweinchen

  • Hallo,

    hier leben seit 2016 Meerschweinchen. Begonnen haben wir mit 2 Kastraten, es folgten 1 Kastrat und 1 Weibchen, dann dasselbe Weibchen mit einem anderen Kastraten und aktuell leben hier seit 7 Tagen nach Wochen mit Diagnostik und schwierigen Vergesellschaftungen erstmals 3 Tiere.

    Molli (geb. 1.6.2019, geschätzt) Molli ist eine fast 6 -jährige Rosettendame, wobei auch Langhaar bei ihr miteingeflossen sein muss, denn von ihrem Rücken hinten gehen einzelne lange Haarsträhnen aus. Sie ist ein kluges, hinsichtlich ihres Alters aktives Meerschweinchen. Als sie bei uns Anfang Juni 2022 eingezogen ist war sie sehr scheu und schreckhaft, inzwischen ist sie dies deutlich weniger. Zuletzt hatten wir mit ihr größere Probleme, da sie sich nach dem Tod ihres Partnerkastraten unvorhergesehen äußerst agressiv verhalten hat, so dass die erste Vergesellschaftung abgebrochen werden musste. Nach medizinischen Diagnostiken und Behandlungen wurde sie in einer großen Gruppe resozialisiert, dies hat letzlich funktioniert. Sie ist noch einmal agressiv aufgetreten, dann erstaunlicherweise kein einziges Mal mehr bis jetzt. Molli hat mehrere Erkrankungen: 2 Zysten, eine sich aktuell leider verändernde Gebärmutter, eine sehr lang andauernde, (chronische Blasenentzündung) die wir jetzt grade mit dem dritten Antibiotikum (Cotrim E) in den Griff zu bekommen scheinen, eine Neigung zu Blasengrieß, eine bisher nicht behandlungsbedürftige Veränderung bei der Flussgeschwindigkeit des Blutes die Pulmonalklappe betreffend und zuletzt diagnostiziert eine Hyperthyreose, wo sie aktuell mit Thiamazol eingestellt wird. Die persistierende Blasenentzündung, die Veränderung der Flussgeschwindigkeit sind u.U. Folgeerkrankungen der Hyperthyreose. Ihre starke Agressivität ließ sich dadurch nur bedingt begründen.

    Frieda (ca. 2 Jahre) Frieda ist ebenfalls eine Rosettendame, sie wurde in ihrem alten Zuhause mehrmals gebissen, was man an ihrem Hintern noch an verheilenden Spuren sieht. Wenn andere Meerschweinchen ihr zu nah kommen äußerst sie sich dazu laut. Z.T. ist sie Molli gegenüber aus für uns nicht eindeutig erklärbaren Gründen agressiv aufgetreten, dies hat sich nach ca. 10 Tagen vollständig gelegt und tritt nur noch sehr kurz sehr selten auf. Sie ist sehr quirlig und interessiert an ihrer Umwelt, den Staubsauger z.B. beäugt sie, trotz des von diesem ausgehenden Lärmes, sehr interessiert. Manchmal, zu meinem Leidwesen vor allem nachts, rennt sie mit hoher Geschwindigkeit durch das Gehege. Und Fressen tut sie auch mit großem Appetit, sie frisst am meisten von den Dreien. Zudem legt sie sich immer ausgesprochen gechillt, manchmal mitten im Gehege, hin. Einmal hat das zu einem Schreck meinerseits geführt.

    Benito (ca. 2,5 Jahre) Benito ist ein sehr kommunikativer Kastrat, er äußert sich oftmals sehr lautstark durch Brommseln und Quietschen. Er ist das schwerste und größte Meerschweinchen, was wir bisher hatten, jedoch keineswegs träge. Es scheint auch genetisch bedingt zu sein, da er zwar in seinem alten zu Hause gemüsereich ernährt wurde, aber hier bisher trotz kalorienarmer Fütterung nicht abnimmt. Benito war zu Beginn sehr wenig menschenaffin, inzwischen darf ich mich in seiner Gegenwart bewegen ohne das er den Rückzug antritt. Allermeistens kümmert er sich verantwortungsbewusst um die Weibchen, setzt ggf. Frieda Grenzen (da sie diese v.a. in den ersten Tagen doch sehr ausgetestet hat), schlichtet und brommselt die Weibchen an, diese scheint das zu nerven und sie reagieren darauf mit den Hintern in die Luft bewegen (Molli) und den Hintern anheben und in einem hohen Strahl urinieren - leider auch gegen die Holzleiste. (Frieda)

    Die Drei leben in einem selbstgebauten Gehege (3 Meter lang und ca. je nach Stelle 80 - 85 cm breiten Gehege mit einer Minietage.


    Ich war von 2020 bis 2023 in dem alten Forum aktiv, ich habe mich nach längerer Zeit entschieden mich hier zu registrieren, da ich auch zuvor schon mitgelesen hatte. Ich werde hier in den nächsten Monaten nicht häufig schreiben können, jedoch wollte ich mich dennoch registrieren, um mitschreiben zu können und auch, um die Behandlungen der Erkrankungen von Molli zu dokumentieren.

    Wenn ich Zeit habe, werde ich die Vorstellung der Meerschweinchen ergänzen. Zunächst dachte ich, ist es sinnvoll hier eine kurze Vorstellung zu schreiben, bevor ich in anderen Bereichen Beiträge verfasse.

  • Hallo Wuschel,

    herzlich willkommen bei uns. 🤗 Schön dass du dabei bist und danke für die Vorstellung von Molli, und ein bissschen etwas zu Frieda und Benito.

    Ich war früher auch im alten Forum unterwegs und hieß dort Schweineleben.

    <3Karla *2019 <3 Ludwig *18.1.2022 <3 Minna *ca. 20.8.2022 <3 Selma * 2.2.2024 <3 Ottilie * 9.11.2025 <3

    Für immer im Herzen: Berta, Pieps, Charly, Greta, Emma, Sophie, Chocolate, Amalie, Lola

  • Es freut mich wieder von Dir zu lesen!

    Wenn Du für normale Berichte keine Zeit hast, kannst Du trotzdem gerne bei akuten Anliegen hier mitschreiben.

    Alles Gute für Deine erstmals 3 Meerschweinchen!

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24), Josia (08/20-08/26) - weitere Infos

  • Danke für die freundliche Aufnahme.🙂

    Ich habe in der Vorstellung nun ergänzt. Dies hatte ich bisher u.a. nicht gemacht, da ich unsicher war ob diese WG langzeitig bestehen kann, jetzt sieht es aber recht sicher so aus, dass es eine Langzeitperspektive gibt mit den Drei.

  • Danke, dass wir jetzt Bilder und Beschreibungen von allen 3 haben. Noch besser ist natürlich, dass sie sich jetzt anscheinend zusammenfinden.

    Benito ist ein besonders schönes Tier mit dem weißen Band in dem Gold-Aguti-Fell - falls ich mich nicht irre - sieht er schon auch neben seinen beiden schönen Damen ganz besonders auffallend aus.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24), Josia (08/20-08/26) - weitere Infos

  • Gesundheitsupdate:

    Benito - er ist gesund. Trotz seines bestehenden Übergewichts hat sich die Hornhaut an den Sohlen nach Behandlung nicht neugebildet. Hinsichtlich seines Verhaltens ist er nach wie vor recht ängstlich und meisten rennt er erstmal unter den Unterstand, wenn ich am Gehege vorbeigehe.

    Frieda - Frieda hat chronischen Juckreiz, bereits seit sie hier ist, dieser verstärkt sich phasenweise. Die Allerderm-Behandlung hatte nicht oder kaum gewirkt. Regelmäßig lösen sich einzelne, kleine Haarbüschel, wo unten die oberste Hautschicht daran ist. Grundsätzlich hat sie übermäßig viele Schuppen. Gestern am Abend ist mir das erste Mal aufgefallen, dass sie sich scheinbar eine etwas größere Hautfläche, ich weiß nicht, ob durch die Krallen oder durch das Maul (eher schwierig bei der Lokalisation etwas über dem Steißbein) entfernt hat. Jetzt muss ich mich belesen, welche Behandlungsmöglichkeiten es noch gibt. Weitaus am stärksten ist die Schuppenbildung in der Region hinterer Rücken / Hintern.

    Molli - sie hatte erneut eine starke Blasenentzündung, jedoch tatsächlich relativ geringfügig Schmerzsymptome. Bei der bakteriologischen Untersuchung des Urins war das Resultat: Acinetobacter baumannii (mäßig). Bei der Blasenentzündung zuvor war der Keim Pseudomonas stutzeri und nach der Behandlung mit Cotrim E waren noch vergrünende Streptokokken nachzuweisen (nur fakultativ pathogen). Daher ein neuer Keim, dieser Keim ist nur leider gegen viele Antibiotika resistent. Molli wurde dagegen 14 Tage mit Marbocyl behandelt, folgend war Hämoglobin, Erythrozyten immer noch ++ und Nitrit auch ++. (im Combur-5 Test). Seit 3 Tagen wird als Behandlungsversuch 2 Borgal und ACC (letzteres soll die Biofilmbildung in der Blase reduzieren) gegeben. Des Weiteren ist die Schilddrüse (oder der (wenn vermutlich benigne) Tumor) an der Schilddrüse groß. Ich tue mich schwer damit einzuschätzen, ob die Umfangsvermehrung größer wird. Die Tierärzte sagen, diese stagniert bezüglich Größe. Der letzte Tierarztbesuch war am 17.6. Bisher traten deswegen keine weiteren Konsequenzen ein. Zudem sind Mollis Lymphknoten geschwollen, jedoch nicht alle in gleicher Größe, sondern der vorne rechts ist ca. nahezu kirschgroß, der hinten rechts ist etwas kleiner. (Insgesamt sind die Lympknoten der rechten Seite in Relation eindeutig größer, als diese auf der linken Seite, dies war bei der letzten Blasenentzündung auch der Fall, zwischenzeitlich waren die Lympknoten aber wieder abgeschwollen). Vorne links ist der Lympknoten kaum geschwollen und hinten links leicht geschwollen. Ich habe aber bisher keine klare Erklärung dazu, weshalb v.a. vorne rechts die Schwellung wesentlich ausgeprägter ist.


    Frieda legt nicht all zu viel Wert auf Essmanieren.

    Mehr Wert legt sie darauf, in einer bequemen Position zu schlafen.

    Alle drei

  • Da hast Du ja leider wieder einige Sorgen.

    Zu Frieda: Unser Simba, der ein US-Teddy ist - hatte leider als er zu uns kam eine Wunde auf dem Rücken, die trotz verschiedener Versuche über ca. 2 Monate nicht ganz zuheilte. Vielleicht juckte es ihn so sehr, dass er sie immer wieder aufkratzte. Letztlich konnten wir die schnelle und dauerhafte Heilung durch Octenillin Wundspüllösung erreichen.

    Trotzdem kommt es bei ihm immer wieder zu starkem Juckreiz, Schuppen und mitunter auch den von Dir beschriebenen winzigen Haarbüscheln, die ausgehen. Eine Milbenbehandlung hatte das nicht beseitigt. Wenn ich jetzt sehe, dass es ihn mehrmals besonders juckt lasse ich Wundspüllösung auf den Rücken laufen und verteile sie etwas mit den Fingern. Bei Bedarf mache ich das z.B. 2x an einem Tag. Bisher hat das immer den Juckreiz genommen, so dass eine oder einige wenige Anwendungen gereicht haben.

    Nach dem Auftragen muss ich Simba ca. 2 Minuten auf dem Schoß halten, damit es einwirken kann. Nach dem Heruntersetzen schüttelt er sich sofort ...

    Natürlich kann ich nicht sagen, ob es auch Frieda helfen würde. Aber falls Du es nicht schon probiert hattest, wäre es einen Versuch wert.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24), Josia (08/20-08/26) - weitere Infos

  • Silke Danke für deine Idee mit der Octenillin-Wundspüllösung. Diese haben wir aus der Apotheke geholt, wenn ich diese bei Bedarf bei Frieda eingesetzt habe, werde ich berichten.

    Ich war heute mit Molli beim Tierarzt. Vor ca. 7 Tagen war mir an ihrem rechten hinteren Bein eine neue Umfangsvermehrung aufgefallen. Diese ist etwas länglich, das Gewebe wirkt eher weich und ist ungefähr hinter dem Lymphknoten neben dem Hüftgelenk lokalisiert und zieht sich bis, ich denke, Beckenkamm. Es ist möglich, dass diese Beurteilung der Lage nicht (vollständig) richtig ist. Wie sich das Gewebe beim Tasten angefühlt hat kam mir von Lipomen bekannt vor, die Form hatte ich bei Lipomen noch nicht gehabt. Nachdem IrishGirl mich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass auch Liposarkome (als maligne Tumore) Tumore des Weichteilgewebes sind, daher beim Tasten nicht hart ein müssen und berichtet hat, dass ihre Jackie, wo ein Liposarkom diagnostiziert wurde, dieses sich ebenfalls etwas neben einem Lymphknoten befunden hatte , hielt ich es für sinnvoll, die UV tierärztlich ansehen zu lassen. Die Tierärztin stufte die UV als wahrscheinlich operabel an, da gut vom Knochen abgrenzbar. Den Lymphknoten separat konnte sie nicht ertasten. Jedoch gehe ich davon aus, dass es sich bei der UV nicht um den Lymphknoten handelt, da bei Molli u.a. der Lymphknoten hinten rechts schätzungsweise in den letzten 3 - 4 Wochen erneut eher stark (ca. Größe eines halben Tischtennis) geschwollen war. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich den Lymphknoten separat von der neuen UV ertasten. Gestern beim Tasten ist mir aufgefallen, dass die Lymphknoten weitgehend wieder abgeschwollen sind (neben der neuen UV konnte ich auch keinen Lymphknoten mehr eindeutig ertasten). Das bedeutet die Lymphknoten sind vermutlich innerhalb von ca. 3 Tagen wieder abgeschwollen. Warum sie derart geschwollen waren ist nicht sicher. Sicherlich, sie hatte erneut eine Zystitis, jedoch waren die Lymphknoten auch noch geschwollen, 1 1/2 Wochen, nachdem der Combur Stick kein besonderen Befunde mehr angezeigt hatte. (kein Hämoglobin/Erythrozyten, Leukozyten, Nitrit) Zeitlich könnte man das Abschwellen der Lymphknoten am ehesten mit dem Absetzten des Borgals in Verbindung bringen, jedoch hatte sie keinerlei andere Symptome, die auf eine allergische Reaktion darauf hinwiesen. Im Winter diesen Jahres waren ihre Lymphknoten schonmal derart geschwollen (dort wurde auch Leukose in Erwägung gezogen, laut Blutbild war das nicht der Fall, wobei dies wohl keine Garantie ist, aber das die Lymphknoten wieder vollständig abschwellen habe ich zumindest bei Leukose bisher nicht gehört), zu dem Zeitpunkt hatte sie auch eine Blasenentzündung (verursacht durch einen anderen Keim). Zwischenzeitlich waren alle Lymphknoten vollständig wieder abgeschwollen. Was denkbar ist, um was es sich bei der UV handelt:

    • doch Gewebe des Lymphknotens
    • ein Liposarkom (zumindest hinsichtlich der Lokalisation scheinbar typisch laut meiner Recherche (Oberschenkel/Hüfte)
    • Lipom hinsichtlich weiches Gewebe oder anderer benigner Tumor

    Auch ist die Frage, wovon weitere Diagnostik/Behandlung abhängig ist, nach der Eigenständigkeit relevant. Es könnte sich handeln um:

    • einen unabhängigen Primärtumor
    • eine Metastase der UV an der Schilddrüse

    Bei Metastasen würde eher nicht operiert werden, außer im Fall es liegt eine mechanische Einschränkung vor (bisher scheinbar nicht der Fall), denn diese können immer wieder neu auftreten und die UV an der Schilddrüse ist sicher nicht operabel (nicht von der Schilddrüse u. umliegenden Geweben abzugrenzen). Diese ist Ende Februar diesen Jahres das erste Mal aufgefallen, es war nicht eindeutig, ob es sich am Kiefer oder an der Schilddrüse befindet und war ca. erbsengroß. Inzwischen ist die UV an der Schilddrüse ungefähr tischtennisballgroß, vllt. geringfügig kleiner. Diese wuchs rapide, stagnierte dann aber laut Aussage der Tierärzte. Ich finde das schwierig einzuschätzen. Bei ihr ist Erhaltung der Lebensqualität die Priorität, auch hat sie mehrere Vorerkrankungen (einseitige Auffälligkeit, vermutlich Hypertrophie, des Herzens (nicht behandlungsbedürftig), Neigung zu Zystitis und Harngrieß, die Gebärmutter(schleimhaut) ist dicker als physiologisch (jedoch Stand Februar 2025 nicht flüssigkeitsgefüllt), 2 Zysten. Die Ärztin empfiehlt abzuwarten und eine operative Entfernung bei Wachstum, wenn eine mechanische Einschränkung vorliegt. Durch ihre Vorerkrankungen wäre es eine Risikooperation, zumindest ihre Lunge und grundsätzlich auch das Herz sind bisher stabil. Wenn es sich um ein primäres Liposarkom handelt tendiere ich grundsätzlich zu schnell operativ entfernen wegen der Gefahr der Metastasierung. Aber das ist nicht sicher. Ich nehme an, man könnte an der neuen UV eine (Feinnadel)Biopsie vornehmen, nur selbst wenn das die Diagnose Liposarkom mit sich führt, kann es sich dennoch um eine Metastase handeln. Denn die UV am Hals muss nicht zwingend ausschließlich aus Gewebe von der Schilddrüse ausgehend bestehen, dort befinden sich mehrere "Stränge" von Gewebe aneinander und es ist nicht unwahrscheinlich das auch Gewebe von umliegenden Organen/Knochen ausgeht - daher, dass es sich um einen Mischtumor handelt, worunter auch Gewebe eines Liposarkoms fällt. Ich nehme an aufgrund der Lokalisation und der Möglichkeit, dass es sich um malignes (Misch)gewebe handelt sowie einer gewissen (u.U. nicht übermäßig hoch) Metastasierungsgefahr durch Aspiration, bzw. resultierend Verschleppung würde man die UV am Hals eher nicht punktieren. Wie zielführend eine Resultat wäre ist u.U. fraglich. Die UV am Hals befindet sich ja auch nahe an einem Lymphknoten, daher theoretisch könnte die UV über das Lymphsystem gestreut haben, die neue UV befindet sich direkt neben einem intraabdominalem Lymphknoten. Symptome für eine klassische Hyperthyreose hatte Molli zudem eher nicht, der Wert war nur kurz über den Referenzwerten und schwankte unter dem Thiamazol, daher es war / ist schwierig sie mit Thiamazol einzustellen. Bei operativer Entfernung wäre bei der Stelle der neuen UV von Heilungsschwierigkeiten (ständige Bewegung, Gelenk) auszugehen.

    Da sie bereits 2 Verluste ihrer Artgenossen erlebt hat, etwas mehr als 1 Monat, aufgrund stark auffälligem Sozialverhalten, allein war und aufgrund ihrer Vorerkrankungen muss gut überlegt sein, welche Eingriffe bezüglich Diagnostik und Behandlung vertretbar sind. Zugleich möchte ich natürlich, falls es sich um ein primäres Liposarkom handelt, verhindern, dass dieses metastasiert, da sie ansonsten noch, für ihr Alter, wirklich mobil und lebensmunter ist.

  • Das ist eine schwierige Entscheidung!

    Ich neige dazu, einem Meerschweinchen möglichst wenige Operationen zuzumuten. So wie Du es beschrieben hast, ist Molli durch ihr Alter und einige mittelschwere gesundheitliche Probleme durchaus mehr gefährdet als ein sonst fittes Tier bei einer Operation.

    Deine Sorge wegen des Streuens eines möglichen bösartigen Tumors kann ich verstehen. Allerdings ist anscheinend nicht einmal bei der Umfangsvermehrung an der Schilddrüse klar, dass es sich um einen Tumor handelt und bei der neuen Stelle auch nicht. Meines Wissens gibt es zudem Tumore, die zwar bösartig sind, aber nicht sehr schnell streuen müssen.

    Für mich wäre die Gefahr, dass die Größe der neuen Beule sie bald behindern könnte, kritischer. Allerdings hört es sich so an, als könnte das auch schon durch die Stelle an der Schilddrüse passieren.

    Vielleicht wäre es für sie das beste noch möglichst lange einfach weiterleben zu dürfen, ehe diese Baustellen oder etwas anderes ihr Leben nicht mehr schön machen würde?

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24), Josia (08/20-08/26) - weitere Infos

  • Hallo an Alle,

    ich möchte von den wesentlichsten Ereignisse der vergangenen neun Monate berichten. Es war keine bewusste Entscheidung hier nicht mehr zu berichten, sondern es hat sich ergeben, da ich die meiste Zeit durch andere Geschehnisse ausgelastet war und berichten mit Vollständigkeitsanspruch gar nicht mehr kompatibel war. Natürlich ist der folgende Bericht auch nicht vollständig. Ich habe jedoch sporadisch bei den anderen Themen mitgelesen und mich über die Berichte eurer Tiere gefreut.

    Zunächst, Danke Silke für deine Einschätzung hinsichtlich der weiteren Behandlung von Molli. Auch dir Fabienne vielen Dank, du hattest bis einschließlich letzten Wochen mir stets deine hilfreiche(n) Erfahrungen / Einschätzung geschrieben.

    Molli - Molli musste ich leider am 29.09.2025 euthanasieren lassen. Ein Tag zuvor war sie noch draußen auf der Wiese. Die Umfangsvermehrung stellte sich letztlich als massiv vergrößerter Lymphknote heraus. Ungefähr bis zum letzten Monat vor ihrem Tod waren alle Lymphknoten generalisiert massiv geschwollen. Am 18.08. erkannte man dies auf dem Röntgenbild. Ihre Leukozyten waren im Blutbild insgesamt bei 50.400 mm³, also vollkommen entartet. Es wurde die Diagnose Leukose gestellt. Sicher hat es sich um eine maligne Erkrankung gehandelt, um eine typische Form von Leukose aber nicht. Es begann ja mit der UV an der Schilddrüse / Hals und leicht erhöhten Schilddrüsenblutwerten. Zumindest war die Schilddrüse involviert, u.U. auch weitere Gewebearten hinsichtlich der UV am Hals. Es war ein langsamer Verlauf, am 27.02. war erstmals eine kleine Erhebung von Gewebe am Schilddrüsenbereich festgestellt worden. Im letzten Monat, September, nahmen die Probleme zu, bis dahin hatte sie trotz wesentlichen Einschränkungen vieles kompensiert. Sie hatte immer wieder Matschkot (Lymphknoten am Darm beeinträchtigten die Verdauung), jedoch bewirkte Colosangabe meist eine schnelle Verbesserung. Zunehmen störte sie die Größe der UV am Hals, sie begann (u.U. da, diese Juckreiz verursachte) diese leicht blutig (ich nehme an) zu beißen. Ein erhebliches Problem war, dass sie sich nicht mehr im Abdominalbereich/Intimbereich putzen konnte. V.a. im Intimbereich wurde das Gewebe fortlaufend z.T. nur gerötet, z.T. nekrotisch. Eine Gemenge von, ich nehme an Urin, u.U. Drüsensekreten und Haaren klebte an der Haut. Ich musste sie wiederholt (nur am Unterkörper) baden, um dies lösen zu können. Das Fell war am Bauch irgendwann weitgehend ausgefallen. In den letzten 2 Wochen musste ich sie alle 2-3 Tage säubern, weil sie das nicht mehr konnte. Außerdem war ihre Haut am Bauch / Intimbereich stark eingefallen, ich nehme an, da ihre Haut durch die Lymphknotenschwellung stark gedehnt wurde und ihr Körperfettanteil sich zudem verringerte. (Ihr Gewicht nicht aufgrund der Lymphknoten) In den resultierenden Falten der ausgeleierten Haut hat sich leider in kurzer Zeit viel festgesetzt. Trotz allem nahm sie aktiv in der Gruppe teil und Frieda pflegte sie sogar. (putzte ihr ständig die Augen, legte sich viel neben sie, ließ sie immer fressen) Letztlich konnte sie wegen der Größe der UV am Hals nur noch wenige Schritte gehen/ fiel immer wieder und es kam erheblicher Matschkot dazu. Zwar fraß sie weiterhin (sogar m.E. pathologische Mengen), jedoch war dies medizinisch zu begründen und entsprach keineswegs mehr ihrem Wesen. Des Weiteren hat sie erneut eine starke Zystitis. Aber es hätte keinen Sinn mehr ergeben, diese erneut zu behandeln.

    Oli (ihr Spitzname) war als sie im Juni 2022 zu uns kam sehr scheu und nicht auf Menschen bezogen. In ihren letzten Monaten war sie zutraulich, vollkommen entspannt im Umgang mit mir und keineswegs mehr ängstlich.

    Frieda - ihr geht es insgesamt gut. Sie reagiert immer wieder auf Streu und macht infolgedessen "grunzende" (als ob Sekret abgesondert wird) Atemgeräusche und ihre Augen tränten zuweilen. Wir haben größtenteils Stoff im Gehege, jedoch benötige ich das Streu zum Urinauffang und es ist bereits ein staubarmes. Wenn nicht gerade neu eingestreut ist, hält sich die Allergiesymptomatik sehr in Grenzen. Außerdem nieste sie sehr oft, v.a. abends (dann ist es kälter in meinem Zimmer). Grundsätzlich reagiert sie recht stark auf Umweltbedingungen und hat eine (seit sie hier ist fällt das auf) Tendenz zu Atemwegsinfekten. Wir haben sie einmal tierärztlich überprüfen lassen und außer eine lokale Atemwegsinfektion wurde nichts festgestellt. Keinerlei Anzeichen auf Herz- oder Lungenbeteiligung.

    Benito - bei ihm wurde Ende Oktober 2025 eine dekompensierte dilatative Kardiomyopathie (DCM) diagnostiziert, zumindest hinsichtlich des Entsprechen des Phänotyps. Daher, sein linker Ventrikel dilatiert fortlaufend, die Auswurfleistung verringert sich. Zudem wurden diverse Klappeninsuffizienzen leichter und mittelgradiger Ausprägung diagnostiziert sowie ein Perikarderguss und eine Zubildung im Perikard. Entzündliches Geschehen ist nahezu ausgeschlossen, da durch eine Antibiotikabehandlung keine Veränderung erwirkt wurde. Benito erhält derzeit 3. mal täglich Furosemid, 2. mal täglich Pimobendan (Calcium-Sensitiver, erhöht die Pumpkraft) und Meloxicam. Ende Januar wurde gesagt, er befände sich im Endstadium. Allerdings bestand und besteht eine Diskrepanz zwischen den Resultaten der Sonographie und seinem äußerlich sichtbarem Zustand/Verhalten. Denn zweiteres ist kaum beeinträchtigt. Auch seine Atmung ist zum Teil nahezu unauffällig. Er nimmt aktiv teil, bewegt sich normal, frisst normal. Dadurch, dass er 3. mal täglich Medikamente erhält hat er sich von einem sehr scheuem, verschrecktem Meerschweinchen zu dem Gegenteil entwickelt. Er macht täglich Männchen, schnuppert und lässt sich im Gehege von mir streicheln.

  • Oli im Außengehege am 18.08. nach der Blutabnahme

    Oli darf auf der Wärmflasche fressen

    Die UV

    Oli das letzte Mal auf der Wiese ↕️

    Frieda und Benito haben sich einander gewöhnt und haben beide eine ausgeprägte Vorliebe für Gerstengraspulverbrei.

  • Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.

    Zunächst einmal herzliches Beileid, dass es Molli nicht geschafft hat und ihr sie gehen lassen musstet. So etwas ist immer traurig. Aber bei einem Schweinchen für das man sich so sehr eingesetzt hat, ist es ganz besonders schwer.

    Aber ich freue mich, dass es Frieda gut geht. Du könntest einmal versuchen, die frische Einstreu mit dünnen Flecedecken abzudecken. Dann wird alles Flüssige sofort nach unten abgeleitet und man hat trotzdem keinen Staub in der Luft. Ich mache es so immer in den ersten Tagen nach Operationen.

    Das mit Benitos Herzerkrankung hört sich ja leider nicht so gut an. Meerschweinchen können viele Symptome sehr gut verstecken. Das liegt vermutlich in ihren Genen. Ein Tier, dass Schwäche zeigen würde, wäre sofort von Raubtieren gefressen worden.

    Ich wünsche dir sehr, dass vor allem Benito noch lange stabil bleibt und dass du mit den beiden noch eine gute gemeinsame Zeit haben darfst.

    <3Karla *2019 <3 Ludwig *18.1.2022 <3 Minna *ca. 20.8.2022 <3 Selma * 2.2.2024 <3 Ottilie * 9.11.2025 <3

    Für immer im Herzen: Berta, Pieps, Charly, Greta, Emma, Sophie, Chocolate, Amalie, Lola

  • Hallo Schweinemagd,

    die Fleecedecken darüber zu legen ist bestimmt funktional hinsichtlich Verringerung des sehr feinen Streus in den Atemwegen. Bloß muss ich hier alle Fleecedecken und Handtücher per Hand waschen, weshalb ich diese nur gering einsetze. Grundsätzlich mit Wasser besprenklen nach dem Einstreuen hatte auch geholfen. Sonst muss ich sehen, dass ich immer auch auf dem Fleeceteil ein Unterstand der als Schlafschutz geeignet ist, stehen habe. Denn grundsätzlich schläft sie präferiert auf Fleece.

    Es ist sicherlich richtig, dass Meerschweinchen ihre Symptome weitgehend kaschieren, bis hin, wenn sie kurz vor dem Tod stehen. Meiner Einschätzung nach hat Benito trotz des Befundes eine relativ hohe Lebensqualität derzeit. Bis auf die Atmung in einzelnen Situationen sieht man keinen Unterschied zu Frieda. Auch legt er sich regelmäßig hin, derzeit legt er sogar wieder seinen Kopf richtig ab. Das hatte er temporär eingeschränkt gemacht, bzw. seinen Kopf erhöht gelagert.

    Bild vom März. Täglich erwartet er mich, bzw. den Gerstengraspulvebrei (mit Medikamenten) in einer solchen oder ähnlichen Stellung.

  • Update Benito 18.06.2026

    Benito geht es weiterhin gut, er legt sich regelmäßig hin, frisst und bewegt sich aktiv. Zeitweise hatte er leichten Matschkot. In diesen Phasen kneift er seine Augen auch öfter zusammen. Ich bin mir inzwischen recht sicher, dass das v.a. mit Unwohlsein/Schmerzen aufgrund Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt zusammenhängt und nicht mit den Zähnen, da es zeitlich simultan damit auftritt und nicht überdauert, wenn sich der Matschkot (von alleine oder durch Medikamente) bessert.

    Sein Geburtsmonat wurde auf Juli geschätzt. Daher, in 12 Tagen ist er 4 Jahre. Jetzt bei diesem Verlauf scheint es nicht unrealistisch, dass er (minds. hoffentlich) bis dahin noch lebt.

    Ich weiß noch zur Diagnose im Oktober 2025 war die Prognose Tage bis max. ca. 2-3 Monate meine ich. Jetzt lebt er seit da an bereits 7 Monate weiter. Und das, obwohl bei den 2 darauffolgenden Kontrollterminen mit Echokardiographie jedes Mal eine Verschlechterung der Werte festgestellt wurde.

  • Update Benito

    Erstmal: Benito ist am 01.07. (geschätztes Geburtsdatum 01.07.2022) 4 Jahre geworden. Das ist erfreulich und man kann sagen, er hatte die meiste Zeit eine eher hohe Lebensqualität. Ich hoffe und denke auch meistens stimmt das, es bestand keine starke Diskrepanz zwischen dem Verhalten und dem inneren Empfinden.

    Wenn auch ich hinsichtlich dem, was Meerschweinchen alles kaschieren können, diese Woche noch etwas negativ überrascht war. Denn diese Woche wurde bei Benito intraabdominal eine ca. walnussgroße Raumforderung festgestellt. Theoretisch könnte es sich um eine Metastase der Raumforderung im Perikard handeln, allerdings müsste ich nachlesen, ob es typisch ist für Tumoren am Herzen in diesen Bereich zu metastasieren. Und es wundert mich, dass weitere (kleinere) Tumore zumindest nicht getastet wurden, die Lymphknoten waren nicht geschwollen. Die Raumforderung (angenommen Tumor, da kein Ansprechen auf Antibiotikum und Diuretikum) im Perikard besteht bereits seit Diagnosestellung im Herbst 2025. Ebenfalls war die Lunge beim Auskultieren unauffällig. Das finde ich erstaunlich bei dem Zustand des Herzens, der im Januar im Endstadium eingeordnet wurde. Was u.U. mit der Raumforderung zusammenhängt ist, dass Benito seit minds. einem 3/4 Jahr sehr laute Darmgeräusche hat und zwischenzeitlich (ca. 1 Mal/Monat, aber unregelmäßig) Matschkot, der aber nur ca. Stunden - 1 Tag andauert und meistens von alleine aufhört.

    Übrigens hat Benito mit diesem Tumor mehrmals mehrere Runden im Außengehege gepopcornt. Und ja, das war kein Stresspopcornen.

    Jedenfalls bewerte ich es ihm Nachhinein als falsch/ungünstig, Benito nicht mehr regelmäßig abgetastet zu haben. Er ist palliativ und eine Narkose ist ausgeschlossen, aber die Schmerzmedikation, die jetzt noch erhöht wurde, hätte man u.U. noch früher erhöht. Ich kann auch nicht einschätzen, wie schnell die Raumforderung gewachsen ist.

    Der Grund weshalb ich ihn nicht mehr regelmäßig abgetastet hatte und ihm, wenn immer möglich seine Medikamente mit Gerstengrasbreipulver gegegeben hatte, um ihn nicht rausfangen zu müssen war, dass er sehr agitiert sich verhalten hat und unter dem Stress seine Flankenatmung (die sonst kaum auffällig ist) sich steigerte, er sich sehr stark wehrte und auch (aber mit gesteuerter Stärke) biss. Jetzt will ich ihn wieder ca. alle 2 Wochen genauer abtasten.

    Trotz der Diagnose kann ich mir mit der Zeit ein schnelles Kippen des Zustands eher schlecht vorstellen, da man nicht inzwischen annähernd ein Jahr in dem "jeder Tag könnte der letzte sein"-Zustand lebt, aber hinsichtlich der medizinischen Befunde muss man sich dessen bewusst sein, dass sich sein Zustand jederzeit (drastisch) ändern kann.

    Es folgen noch Fotos.

  • 29.06. Benitos Zahngesundheit bleibt stabil, obwohl das ja auch 2025 fraglich war, da er Symptome zeigte und eigentlich in Narkose geröngt werden sollte, was aber wegen des Herzbefundes ausgeschlossen wurde. Einmal wurden die Backenzähne geschliffen, folgend war keine Zahnbehandlung mehr nötig.

    29.06. Frieda im REM-Schlaf

    29.06. Während der Hitzewelle mussten die Meerschweinchen vom Dachboden ins Wohnzimmer umziehen.

    24.07. Beide auf der Wiese

    24.07. Benito

    24.07. Frieda

    noch älterer Fotos:

    27.05. Benito will Futter

    27.05. Frieda

    15.05. Frieda hat mich in Blick während ich Töne mit einem Instrument erzeuge

    10.05. Frieda mag Hängematten

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