Palliativmedizin für die letzten Tag

  • Hallo, wie die Überschrift schon sagt, geht es um mein Meerschweinchen Bock, mit dem ich eben bei einem zahn- und ohrenkundigen TA eine weite Strecke gefahren bin, um eine niederschmetternde Prognose zu erhalten.

    Leider hat er keine gute Prognose und man wollte ihn dort euthanasieren aber ich habe ihn noch mal mitgenommen weil:

    Es sehr plötzlich kam,

    Er eigentlich erst seit ein paar Tagen Gewicht verliert (aber dafür viel),

    Er nicht gepäppelt werden muss.

    Er frisst jetzt gerade fwillig aufgeweichte Cavia Cuni Complete

    Dafür braucht er aber lange, und zwar für eins so mehr als 1 Minute. Man sieht dass ihm das fressen weh tut. Wiese, Gemüse, Zweige nimmt er nicht mehr. Es es ist mir am Wochenende aufgefallen. Auch mit dem Gewichtsverlust.

    Ich soll ihn aber in den nächsten Tagen einschläfern lassen und darf mir den Tag selbst aussuchen, was ich beängstigend finde.

    Die Diagnose Zahnbrücken, Backenzähne entzündet und extrem schief, Kiefer weich. Es war eine extreme Verschmutzung an den Backenzähnen, wodurch die TA meinte, er könne sie schon länger nicht nutzen. Schneidezähne überlang, porös und v-förmig. Sie hat mich gefragt, ob sie diese nochmal einkürzen soll, was ich verneinte, weil wenn es eh nur noch ein paar Tage sind, wollte ich ihn nicht ärgern.

    Für mich ist das wirklich schlimm, ich habe dieses Schweinchen letzten Sommer aus schlechter Haltung gerettet und ihn kastrieren lassen, er hat erst seit 7 Monaten seine Haremsgruppe. Davor lebte er mit seinem Bruder eingesperrt in einem kleinen Käfig und gefüttert nur mit Trockenfutter. Ich hatte meinen Jahresurlaub in ihn investiert, denn er hatte so viele Baustellen, schlimmer Lippengrind, eitrige Abzesse, tiefe Bisswunden, Pilz. Es hat viele Monate gedauert bist er wieder augenscheinlich fit war. Noch lebt er in Innenhaltung. Die Voliere ist einzugsfertig ich habe lange nach Feierabend gebaut. Wollte jetzt die grosse Hitzewelle abwarten bevor sie raus können. Nun wird er nicht mehr raus können.

    Was kann ich nun noch für ihn tun? Und was für ein Tag suche ich zum Einschläfern raus? Metacam hat er aber er bekommt die normale Dosis, vielleicht kann mich jemand der sich mit Palleativ Schweinchen auskennt anschreiben per PN und mir sagen wie viel mehr er vertragen kann um ihm seine letzten Tage schmerzfrei zu gestalten. Es ist das erste Mal in meiner Meerschweinchen Haltung das ich mit dem Thema Tod konfrontiert bin. Den anderen geht es gut und dafür investiere ich jeden Tag viele Stunden. Was kann ich dem Schweinchen jetzt noch geben bevor er gehen muss?

  • Es tut mir sehr leid, dass es so schlecht aussieht für den armen kleinen Kerl!

    Du hattest in Deinem ersten Beitrag geschrieben, dass er eine Entzündung in den Ohren hätte, die nicht weggegangen wäre. Habt Ihr da ein anderen Antibiotikum versucht?

    Sie der heutige Tierarzt überhaupt einen Entzündung in den Ohren?

    Wie wurde untersucht?

    Dass er die Backenzähne nicht mehr normal abnutzt würde dazu passen, dass ihm jeder Biss weh tut, wegen einer Mittel- oder gar Innenohrentzündung.

    Was man sich unter einem "weichen" Kiefer vorstellen soll, weiß ich nicht. Wie wurde das festgestellt?

    Ich denke also gerade noch darüber nach, ob man ihm nicht doch noch helfen kann.

    Sollte es wirklich keine Aussicht auf Heilung für ihn geben, würde ich ihn morgen einschläfern lassen. Wenn er wegen Schmerzen nicht mehr richtig kaut, wird kein Schmerzmittel diese ganz wegnehmen. Dann wäre jeder weitere Tag nur noch eine Quälerei.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Stand heute, Ohren ohne Befund. Es sind tatsächlich die Zähne und das hat er wohl so auch schon mitgebracht als er zu mir kam, nur gut versteckt. Ich sehe es aber jetzt dass er Schmerzen hat. Er zieht sich zurück und das Fressverhalten zeigt wie schlecht es ihm geht. Das der Kiefer weich ist hat die TA gesagt, bevor bildgebende Diagnostik gemacht wurde. Also beim äußerlichen Abtasten und das wurde mit dem ersten "Oh je" kommentiert. Erst wurde eine Endoskopie gemacht ich konnte die Brücken und die gekippten Zähne auf dem Monitor sehen, ebenso die Verschmutzungen. Auch da sagte sie mehrmals es sehe sehr schlecht aus. Dann Röntgen und es hat sich bestätigt, dass die Prognose sehr schlecht ist. Also der Termin für das CT in der Tierklinik kam übrigens immer noch nicht zustande der wäre erst in 1 1/2 Wochen. Obwohl ich da so oft angerufen habe und gesagt habe es sei akut. Die haben keine Termine dafür bzw. zu wenig Personal.

    Jetzt ärgere ich mich doch, dass ich ihm nicht vorhin die Frontzähne habe schleifen lassen. Denn ich habe ihn mit seinen Mädels in den Freilauf gesetzt und er ist aktiv, schnuppert am Gras, will es mit dem Maul fassen, schafft es leider nur nicht. Aber ja, das sagt nichts darüber wie schlecht es ihm geht weil Meerschweinchen Schmerzen verbergen und vielleicht ist es auch Stress für ihn jetzt draussen. Wobei er nach dem raussetzen gepoppcornt hat. Er sprintet auch noch wahnsinnig gern für sein Alter und steckt damit die Mädels an. Hat er erst gestern gemacht darum frage ich mich wirklich ob ihm nicht zu helfen sei.

    Der Termin vorhin war dann auch relativ schnell zu Ende vorhin mir liefen die Tränen und sowas wie Heilungsmöglichkeiten oder so stand gar nicht zur Auswahl.

    Also habe ich eben wieder hier bei meiner Tierärztin angerufen und habe einen Termin für morgen vereinbart. Ich hatte mir jetzt folgendes gedacht: Ich lasse seine Fronzähne einkürzen, vielleicht kann er dann wieder Wiese fressen? Ich beobachte dass ein paar Tage und wenn er nichts mehr ausser den eingeweichten Cunis ist, lasse ich ihn einschläfern. Zudem würde ich täglich sein Gewicht kontrollieren. Aber ich würde morgen schon einen Termin ausmachen für die Euthanasie. Wenn er doch eh in Narkose dabei muss, könnte ich doch darum bitten, dass die TA, bevor sie die Überdosis geben würde, in sein Maul schaut. Oder vielleicht doch direkt versucht zu / extrahieren korrigieren und wenn es zu komplex wäre, ihn nicht aufwachen zu lassen. Für mich wäre das alles leichter, als ihn bewusst zum sterben lassen dort hin zu bringen.

  • Das ist traurig!

    Ich würde ihm keinen Umzug mehr zumuten. Vielleicht würde er dann zwar wieder popcornen, aber das ist ja nur ein Zeichen von Aufregung oder ein Abreagieren. Das kann positiv verursacht sein, aber mitunter auch negativ. Ich habe z.B. schon beoachtet, dass ein Meerschweinchen, das verjagt oder angegriffen wurde, direkt danach popcornte.

    Ich kann so gut nachvollziehen, wie schrecklich, die Vorstellung ist, ein Tier, das noch eine gewisse Lebhaftigkeit zeigt, zum Einschläfern zu bringen. Aber wenn die Diagnose richtig ist, würde ein Ziehen von einzelnen Zähnen auch nicht ausreichen. Und es wäre danach noch schmerzhafter für ihn.

    Das Kürzen der Schneidezähne könnte theoretisch helfen, vermutlich aber eher nicht. Unser bester Tierarzt für Meerschweinchenzähne machte selbst bei massivem Abschleifbedarf an den Backenzähnen meistens nichts an den Schneidezähnen. Er erklärte mir, dass die Schneidezähne - in unseren Fällen - nur zu lang wirkten, weil die Backenzähne nicht mehr normal schließen konnten. Damit hatte er auch immer Recht.

    Die Narkose vor dem Einschläfern ist m.W. schon zu hoch, um das Tier wieder aufwachen zu lassen. Umgekehrt wäre mit einer Narkose zur Zahnbehandlung vielleicht die Dosis zu gering um Schmerzen und Leiden bei der 2. Spritze auszuschließen.

    Mein Ansatz wäre: In jedem Falle eine hohe Schmerzmitteldosis und entweder eine Zweitmeinung einholen oder zeitnah einschläfern lassen. Ich schreibe Dir zur Dosierung noch. Aber bedenke bitte, dass das nicht alle Schmerzen nehmen dürfte.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Hallo wir sind zurück vom Tierarzt und ich bin nicht abergläubisch oder so aber ich glaube ich habe von Bopper gerade so eine Art Zeichen bekommen. Denn heute morgen hatte ich mich schon damit auseinandergesetzt, wie ich ihn bestattete und wo ich ihn begrabe. Dann hatte ich ihn eben nach dem Tierarztbesuch zurück in sein Gehege gesetzt, er hat bromselnd sein Gehege abgelaufen, jedes Mädel begrüßt und ist mit einem kräftigen Schwung auf sein Haus gesprungen. Er war noch nie auf seinem Häuschen, das machen immer nur zwei andere. Dabei hat er echt neugierig geschaut. Für mich heisst das jetzt gerade "Ich will nicht unter die Erde" "Ich will oben bleiben"

  • Jetzt liegt er in seiner Hängematte und schläft. Also meine Tierärztin will ihm nächste Woche operieren und zwar die Zähne korrigieren. Die Brücken würden zwar in 4 Wochen wieder da sein aber es wäre lebensverlängernd solange er freiwillig frisst und nicht apathisch will sie ihn nicht einschläfern. Ich habe auch das Gefühl, dass er noch nicht gehen will. Er hatte massig frisch Speisereste im Maul, Salbei, Scharfgarbe, Löwenzahn konnte man noch gut von der Struktur erkennen. Er will ja fressen, kann nur nicht kauen. Wenn die Brücken erstmal weg wären, könnte er weiter fressen. Vielleicht gibt sie auch Antibiotika nach der Operation, dann könnte man auch die Kieferentzündung vorübergehend behandeln.


    Vielleicht bilden sich aber auch nicht noch mal Brücken in diesem Ausmaß oder ist das generell so wenn die Zähne wegen der Fehlstellung gekippt sind, dass sie wieder schief nach wachsen? Muss ich ihn eigentlich nach der Operation päpeln oder wird er merken das er rein mechanisch wieder fressen kann und tut es instinktiv?

  • Das hört sich ja - entsprechend der Umstände - fast schon gut an. Ich hoffe sehr, dass er von der Operation sehr viel profitieren wird und doch noch einmal die Kurve nach oben macht.

    <3Karla *2019 <3 Lola *2021 <3 Ludwig *18.1.2022 <3 Minna *ca. 20.8.2022 <3 Selma * 2.2.2024 <3 Ottilie * 9.11.2025 <3

    Für immer im Herzen: Berta, Pieps, Charly, Greta, Emma, Sophie, Chocolate, Amalie

  • Mit Operation meinst Du das Abschleifen der Zähne unter Narkose?

    Wenn es gemacht werden soll, ist es natürlich für früh wie mögich am besten. Wenn er eine Brückenbildung hat, kann das die Zunge nicht nur so sehr einengen, dass er letztlich gar nicht mehr essen kann, sondern auch zu Verletzungen an der Zunge führen. Oft gibt es neben der Brückenbildung an den Außenkanten auch Zahnspitzen und die verletzen dann bei jeder Kaubewegung die Wange.

    Nach dem Abschleifen würde ich für mindestens 1-2 Tage Schmerzmittel geben. Der Tierarzt muss Dir sagen, wann Du damit anfangen sollst, weil er ja hoffentlich auch welchen geben wird vor dem Abschleifen.

    Ob er fressen kann, wirst Du schnell sehen. Ich hatte es schon, dass noch bei Tierarzt gefressen wurden - und leider auch, dass es tagelang gar nicht ging. Sollte er nach der Heimkehr nicht fressen, würde ich zumindst kleine Mengen Brei geben und dabei immer wieder auch Frischfutter aus der Hand anbieten.

    Alles Gute für den kleinen Schatz!

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Ich danke euch für eure Einschätzung und Meinungen, auch für die Hilfestellung <3

    Mir ist bewusst, dass es sich um starke strukturelle Defizite handelt, die mit diesem einem korrigierenden Eingriff nicht behoben sind. Bei der ersten Diagnose vorgestern wurde ja auch gesagt, dass die Wurzeln im Kiefer durch vorangegangene Fehlstellungen bereits so stark geschädigt sind, dass selbst eine Extraktion nicht mehr helfen würde. Ich denke schon, dass die Prognose schlecht ist. Ja Silke, es ist lediglich eine Korrektur, die Brücken und Spitzen werden geschliffen und die Frontzähne auf Normalniveau gebracht. Ich weiss, dass kurze Zeit später seine Zähne wieder in veränderte Richtung nachwachsen werden und es selbst bei regelmäßigen Schleifen immer wieder zu Brücken führen würde. Eine Korrektur alle 4 Wochen unter Narkose sehe ich auch nicht ein. Es ist jetzt nur eine Option, die lebensverlängernd ist und da er so gerne fressen will, würde ich ihm einfach noch mal ein bisschen Zeit schenken, dass er es ohne Leid kann. Er freut sich wirklich wenn ich frisches Futter bringe, nur kann er es gerade nicht kauen. Schade, dass der OP Termin noch ein paar Tage dauert. Bis dahin biete ich ihm 24 Stunden zur freien Verfügung Critical Care und Cavia Complete auf einem Unterteller an, was er freiwillig aufnimmt. Zum Schmerzmanagment: ich gebe ihm 2 mal täglich Metacam. Nach Novalgin habe ich gestern gefragt aber die TA hatte es nicht da. Ich würde ihm das Metacam dann auch nach der OP weiter geben weil es ja trotzdem alles in palleative Richtung geht.

  • Für Novalgin kann die Tierärztin Dir, wenn sie es nicht da hat, ein Rezept ausstellen, mit dem Du es in der Apotheke holen kannst. Die Ausstellung kostet dann vermutlich leider auch noch Geld.

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  • Gut zu wissen, dann frag ich noch mal nach einem Rezept dafür. Ach ja, dieses Schweinchen hat mich jetzt bald eh schon so viel wie ein zwei wöchiger Urlaub im Süden gekostet. Und auch wenn es jetzt nächste Woche noch mal teuer wird, hauptsache er kann einige Wochen schmerzfrei fressen. Und seit 5 Jahren kann ich eh nicht mehr wegen den Schweinchen in Urlaub dann ist es für mich noch mal gut investiertes Geld für Boppers letzte Zeit.

    Ich hatte mir überlegt, ihn nach der Zahnkorrektur ein paar Schontage zu geben aber dann will ich ihn mit seiner Mädelstruppe täglich Gartenauslauf geben. Der ganze Garten ist eigentlich nur für die Meerschweinchen angelegt, den Rasen habe ich letztes Jahr komplett gegen Futtergräser ausgetauscht. Jetzt wachsen gerade so schön die Wiesenrispe, das Knäulgras und das Timothygras hoch. Ich liebe es, den Meerschweinchen bei ihrem natürlichen Fressverhalten zuzusehen. Und das hohe Gras bietet auch super Versteckmöglichkeit.

    Auch wachsen jetzt überall Pflanzen, die ich nur für die Meerschweinchen gesät und gepflanzt habe und die sie fressen dürfen wie Wiesensalbei, Malve, Rose, Frauenmantel, Storchschnabel, Scharfgarbe, Spitzwegerich. Wegwarte, Ziergräser etc.


    meerschweinchenforum.eu/a/attachment/7210/

    Auch Sträucher wie Himmbeeren habe ich nur für die Meerschweinchen angepflanzt. Wenn sie noch Ruten im Herbst übrig gelassen haben, schneide ich sie runter und gebe sie im Winter an kalten Tagen getrocknet. Dann haben sie mehrere Stunden totalen Knaperspass und Beschäftigung. Jedem mit Meeris, der Platz hat, kann ich die Herbsthimbeere nur empfehlen, die Meerschweinchen lieben die Blätter, man schneidet sie im Herbst komplett runter und sie treibt jedes Jahr neu aus.

  • Das sieht ja schön aus!

    Ich hatte es so verstanden, dass Du Deine Meerschweinchen ganz in Außenhaltung umziehen lassen willst. Und das hätte ich bei einem Tier für seine letzten Tage nicht mehr gemacht. Aber wenn er jetzt vielleicht noch deutlich länger leben kann und es sich nur um Zeiten im Garten handelt, würde ich ihm das gleich gönnen.

    Unsere Meerschweinchen kennen und lieben es, bei geeignetem Wetter draußen zu sein. Das hat sogar unser Miro mit seinen sehr lange währenden Zahnproblemen aus meiner Sicht gerne gemocht.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Ja genau, du hast das richtig verstanden. Ich vergrößere nach und nach mein bestehendes Aussengehege (derzeit 21 qm und noch mal 8 qm zweite Ebenen) weil ich noch drei Gruppen in Innenhaltung habe, die bald dauerhaft in Aussenhaltung leben sollen. Natürlich getrennt voneinander. Ich habe eine gut funktionierende Bockgruppe bestehend aus 5 Böcken, und die Böcke bei denen es nicht klappte in der Bockgruppe weil sie bockunverträglich sind, habe ich kastrieren lassen und sie haben ihren Harem bekommen. Wie auch Bopper, oder sein Bruder mit dem er zerstritten letztes Jahr zu mir kam.

    Das Gehege für ihn und seine Mädels ist kürzlich fertig geworden aber ich wollte moderate Temperaturen abwarten. Aktuell ist es hier über 30 Grad und es wird nächste Woche 40 Grad. Da würde ich keine Schweinchen von Innenhaltung in Aussenhaltung setzten. Ich habe ein Wandergehege nach oben hin gesichert aber trotzdem traue ich mich nur die Schweinchen aus Innenhaltung da reinzusetzen, wenn ich zuhause bin. Und ebenso wenn die Temperaturen passen. Abends kommen die eh wieder rein. Die in dauerhafter Aussenhaltung sind auch nach unten hin gesichert, da kommt kein Raubtier rein.

    Also da er ja Wiesenauslauf gewohnt ist, setze ich ihn ein paar Tage nach der Zahnkorrektur tagsüber raus, ich denke dass animiert zusätzlich zum Fressen und somit Kauaktivität. In das neue Aussengehege setze ich ihn nicht, weil ich ihn so weniger beobachten kann und weil es eine Umgewöhnung wäre. Wenn ich päppeln müsste, wäre es da auch bei den vielen Versteckmöglichkeiten schwer ihn zu fangen. Und ich hasse es Schweinchen zu jagen und zu fangen. Momentan kommt er immer an, wenn ich nur am Gehege vorbei gehe, weil er weiss das er von mir extra Nahrung bekommt, alles was weich ist wie Bananne, Melone, eingeweichte Haferflocken inhaliert er. Ich bin so froh dass er nicht eingeschläfert wurde.

    Ich berichte nächste Woche wie die Zahnkorrektur verlief :)

  • Morgen früh ist die Zahnkorrektur und es wird höchste Zeit dafür, denn eine eigenständige Nahrungsaufnahme ist seit dem Wochenende gar nicht mehr möglich. Er nimmt auch täglich ca. 30 g an Gewicht ab. Er hungert und bisher konnte ich ihn alle drei Stunden Brei geben trotzdem nimmt er ab. Den Brei nimmt er freiwillig in großen Mengen, selbstbestimmt, bis er satt ist problemlos vom Löffel. Um die Darmaktivität anzuregen bekommt er zudem mehrere Stunden Freilauf innen und jetzt gerade ist er im Freigehege aussen mit seinen Mädels.

    Man sieht ihm seinen kritischen Ernährungszustand wirklich an und das Fell unter dem Kinn ist nicht nur durch Futterreste verschmutzt, sondern auch durch permanentes sabbern, das sicher schmerzbedingt ist. Aber auch sein Maul steht leicht offen weil die Zähne so stören.

    Auch seine Lady, weiss wie schlecht es in seinem Maul zugeht - es wird mehrmals am Tag beschnuppert und abgeleckt. Nein, es ist nicht dieses am Kinn riechen, um Futterreste zu erriechen, sondern es ist defenitiv Fürsorge. Sie ist mein sozialstes Schweinchen, dass ich je hatte. Sie hat sogar mal bei einem Neuzugang eine Trächtigkeit errochen. Diese war noch so früh, dass sie nicht sichtbar oder tastbar war, aber dennoch hat Madam es riechen können.

    Sie war schon in anderen Gruppen und war immer bei den kranken und hat sich gekümmert. Sollte er es morgen nicht schaffen, hatte er wenigstens heute noch mal seine treue Begleiterin an der Seite...

    Das war der erste Tag nach der Kastrationsfrist als er das erste Mal in seinem Leben ein Weibchen bekam. Die beiden haben sich sofort den Kuschelkorb geteilt.

  • Habe den Post hier gerade gelesen und das tut mir alles sehr Leid. So traurig das Ganze :(
    Ich drücke die Daumen, dass die OP ihm noch ein wenig schöne Zeit schenken kann.

    Rebecca aus der Schweiz mit Helena (05/21), Daisy (07/23), Lucy (07/23), Carmela (07/23) & Paco (07/23)

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