Diät für dicke Schweinchen

  • Vielleicht hat ja der ein oder andere auch Bedarf ;)

    Ich bin schon länger am probieren die stetige Gewichtszunahme meines Kastraten aufzuhalten. Die Züchterin meinte das wohl manche nach der Kastration förmlich aufgehen. Gerade im Hinblick auf Folgeerkrankungen würde ich es aber gern zumindest etwas eindämmen.

    Er bekommt keine Leckerlis wie Sonnenblumenkerne oä, vorwiegend Salat/Kohl/Kräuter, etwas Gemüse (v.a. Paprika wg Vitaminen) und nach dem Anfüttern dann komplett Wiese. Auch das zwischenzeitliche Weglassen des Gemüses hatte keinen Unterschied gemacht, sodass es das nun wieder in kleinen Mengen gibt für die Abwechslung.

    An Platz hat er knapp 5m2 mit 3 Mädels zur Verfügung.

    Ich würde mich freuen IrishGirl wenn du von deiner erfolgreichen Diät hier berichten würdest :)

  • Wir haben ein verwandtes Thema: Gewicht oder Übergewicht bei Meerschweinchen

    Da es dort aber hauptsächlich um die Frage geht ob und wann Meerschweinchen zu dick sind, finde ich dieses neue Thema eine gute Ergänzung.

    Meine bisheriger Eindruck ist: Zwischen rund 1,5 und 4 Jahren gibt es eine starke Tendenz immer weiter zuzunehmen. Danach wird es wieder etwas rückläufig. Für eine sichere Aussage habe ich aber zu wenige Daten. Sollte die Beobachtung richtig sein, wäre aber als Alter ein Faktor.

    Zudem sehe ich Unterschiede im Verlangen nach Futter, das über den Faktor Alter hinausgeht. Beispielsweise wartet Fuchsi oft noch oder schon auf Nachschub, wenn die anderen entspannt schlafen.

    Heu scheint eine starke Rolle zu spielen bei Zunahmen. Entsprechend habe ich schon einiges probiert. Entsprechend gebe ich grundsätzlich nur Heu vom 1. Schnitt, natürlich auch wegen des Kalziumgehaltes und des Rohfaseranteiles. Zudem versuche ich Heu zu vermeiden, dass gar zu beliebt ist, oder es nur als Ergänzung zu einem weniger beliebten Heu zu geben.

    Aktuell probiere ich sogar, die Heumenge mehr zu reduzieren, als die Jungs das wollen. Ob das eine gute Idee ist, weiß ich nicht. Aber Übergewicht ist sicher nicht gesund.

    Obst, Knollen oder Fruchtgemüse gibt es hier schon länger gar nicht mehr oder in winzigen Mengen. Erbsenflocken und Trockenfutter jeder Art kennen sie überhaupt nicht. Trotzdem fürchte ich, dass auch das Grünfutter nicht in beliebiger Menge angeboten werden kann, wenn sie nicht immer weiter zunehmen oder sogar abnehmen sollen.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Uns geht es leider auch so, dass wir mit dem Thema Übergewicht Probleme haben.

    Es betrifft am ehesten Fox.

    Vom Alter her wurde er auf 01/2023 geschätzt. Also ca. 3,5 Jahre nun.

    Am WE wog er 1183g und da er aber vom Körperbau nicht wirklich lang ist, ist er definitiv zu dick.

    Als er noch mehrere Mädels um sich herum hatte, hat er sich natürlich mehr bewegt. Auch wenn er absolut nicht verstanden hatte, was ein Haremswächter ist.

    Er ist jetzt knapp zwei Jahre bei uns und hatte zum Zeitpunkt des Einzugs nur etwas über 700 g. Das war definitiv zu wenig.


    Ella ist vom Alter her geschätzt auf 06/2021, wobei sie die letzte ihrer Gruppe war und die Haltung aufgegeben wurde. Eventuell könnte dieses Datum quasi stimmen. Dementsprechend wird sie jetzt 5 Jahre alt.

    Durch den Diabetes, der augenscheinlich durch die hormonaktiven Zysten hervorgerufen wurde, hatte sie auch auf 1100 g zugenommen. Um dann aber recht schnell auf 900 g abzunehmen.

    Nach der Kastration hielt sie auch circa 900 g die ersten Wochen. Die Kastration war am 09.02.26. Aber seit 2-3 Wochen sehe ich bei ihr eine deutliche Gewichtszunahme und am Wochenende wog sie 1014g.

    Ich dachte, gelesen zu haben, dass Meerschweinchen durch Kastration nicht zunehmen, wie es zum Beispiel bei Hunden oft der Fall ist.

    Beide bekommen verschiedene Bittersalate und Küchenkräuter. Im Winter gibt es noch Grünkohl dazu. Dabei ist mir aufgefallen, dass durch den Grünkohl bei Fox das Gewicht noch mehr nach oben ging. Seitdem der Grünkohl weggelassen wurde, ist es wieder ein wenig gesunken.

    Wir fangen dann jetzt langsam an Wiese zu füttern. Ausschließlich Wiese schaffen wir mit dem wenigen was wir finden nicht. Aber ein Teil des Salates wird dann wieder durch die Wiese ersetzt. Wie es sich dann mit dem Gewicht entwickelt, weiß ich noch nicht.

    Natürlich haben sie so manche Ruhephasen über den Tag hinweg. Bewegen sich aber trotzdem auch immer gut durchs Gehege.

    Ihre Futterstellen habe ich weit auseinander angeordnet. Sie leben gemeinsam auf 4,5 m² und müssen so trotzdem jeden Zentimeter ablaufen, um an alles Essen zu kommen.

    Im Moment sind sie auch sehr gern auf der oberen Etage und nutzen dementsprechend auch immer die langen Rampen, wobei ich hoffte, wenn sie die mehr nutzen, dass es gleich wie Sport wirkt und das Gewicht ein bisschen runtergeht. Aber das scheint nichts auszumachen.

    Durch die lange Zuckergeschichte hatten wir alles an Gemüse oder Obst weglassen müssen. Mittlerweile gibt es nach austesten jeden Tag ein bisschen Gurke. Als wir monatelang das Obst und Gemüse weglassen mussten, hat es gar nichts am Gewicht bei Fox geändert.

    Und auch mal hin und wieder halbe Minitomate, oder Paprika in der Größe oder mal ein Schäler einer Möhre. Dies alles ist aber nur gelegentlich.

    An den Zuckerwerten hat das zum Glück nicht gerüttelt. Die Tests danach bleiben immer negativ. Also keine Glukose im Urin.

    Heu bekommen sie grundsätzlich vom ersten Schnitt. Und es ist auch keines, was besonders beliebt ist. Timothy Heu gibt es hin und wieder eine Handvoll, um die Kalziummenge zu reduzieren, weil die beiden vorher recht viel Grieß ausgeschieden haben.


    Beim Reinigen des Geheges früh und Abend sind sie besonders aktiv und müssen immer wieder schauen, was ich da mache. Deswegen lasse ich mir dort Zeit, um sie auch länger zu bewegen.


    Ansonsten habe ich, auch um die Flüssigkeitsmenge noch ein bisschen zu erhöhen, angefangen wieder Eisbergsalat zu geben. Und Tatsache nehmen sie ihn jetzt an. Sonst war er leider immer liegen geblieben. Und hin und wieder gibt es anstatt einer „nahrhaften“ Bittersalatsorte, dann einfach Eisbergsalat, der ja eher nährstoffarm ist.

    Und trotzdem gehen beide mit dem Gewicht nach oben oder halten es recht weit oben.


    Sie bekommen ca 300g früh und 300g abends. Gibt es dann Wiese dazu, verringert sich diese Menge. Es bleibt immer ein wenig liegen davon und wird nicht komplett aufgegessen.

  • Es gibt hier Heu ad libitum - trotzdem sind nicht alle gleich schwer. Meine Lani wiegt auch über 1300 Gramm, laut Züchterin ist das ganz normal für ein Rasseschweinchen. Sie ist ein US Teddy und isst zugegebenermaßen sehr gerne. Nicht jeder liegt IM Essen - sie schon.

    Dickmacher wie Erbsenflocken gibt es so gut wie gar nicht. Wurzelgemüse sehr selten, hauptsächlich blättriges Grün. Sie läuft auch normal.

    Oma Ida hat einen komischen Gang hinten und das liegt bei ihr an Hüftgelenks-Arthrose. Sie ist nicht zu dick Und hat jetzt um die 1000 Gramm.

    Gurkentrupp: ich finde nicht, dass das zu viel Gewicht ist bei deinen?

    Ich würde eh keine Diät machen, solange die Tiere genug Platz haben zum rennen und laufen, ihre Umgebung anregend gestaltet ist und sie gesund ernährt werden (also ohne Erbsenflocken und andere Dickmacher), werden sie auch nicht krankhaft übergewichtig sein. Und wenn sie mal wirklich krank werden, ist man über ein paar Gramm mehr froh.

    Man kann überlegen, die Bewegung mehr zu fördern, ich mache gerne auch Gras auf die Weidenbrücken, das animiert zum recken und strecken.

  • Für mich ist die größte Herausforderung, dass ich sehr unterschiedliche Schweinchen habe und allen mit dem Futter gerecht werden soll. Ich kann ja nicht wie bei Hunden jedem einen eigenen Napf hinstellen, den nur er leeren darf.

    Da ist zunächst einmal unser Kastrat Ludwig. Sein höchstes Gewicht waren 1371 g, stark übergewichtig. Zwischenzeitlich wog er nur noch 1160g. Zur Zeit wiegt er 1200 g und damit finde ich ihn immer noch leicht übergewichtig. Ich habe keine Ahnung, wodurch er sein Gewicht reduziert hat. Die Ernährung blieb gleich.

    Unsere Zuchtrentnerin Karla wog beim Einzug 2022 nur 780 g und war damit deutlich untergewichtig. Das geringe Gewicht war wegen der vielen Schwangerschaften. Aber Karla frisst große Mengen. Sie wog zwischenzeitlich bis zu 1226 g. Das war eigentlich zu viel, aber wurde wegen ihrer Vorgeschichte nicht so tragisch genommen. Jetzt ist sie ungefähr 7 Jahre alt und wiegt rund 900 g. Das ist zu wenig, wenn man sie anfasst und die Knochen ertastet. Ich habe auch hier keine Ahnung, warum ihr Gewicht bei der genau gleichen Ernährung erst hoch und dann runter ging.

    Ottilie ist jetzt 5,5 Monate alt. Sie wiegt rund 600 g und ist immer noch viel kleiner als die anderen. Als Baby hatte sie Kokzidien und war in der Entwicklung zurück. Jetzt muss sie immer noch aufholen.

    Dann unsere sportliche und sehr muskulöse Selma mit 1100 g normal gewichtig und Minna mit 1100 g eher ein bisschen übergewichtig.

    Also bleibt die grundlegende Frage: Warum nehmen bei der ganz genau gleichen Ernährung die einen Schweinchen zu und die anderen ab?

    <3Karla *2019 <3 Ludwig *18.1.2022 <3 Minna *ca. 20.8.2022 <3 Selma * 2.2.2024 <3 Ottilie * 9.11.2025 <3

    Für immer im Herzen: Berta, Pieps, Charly, Greta, Emma, Sophie, Chocolate, Amalie

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  • Also bleibt die grundlegende Frage: Warum nehmen bei der ganz genau gleichen Ernährung die einen Schweinchen zu und die anderen ab?

    Ich vermute, die einen fressen einfach mehr als die anderen. Das ist zumindest bei uns so.

    Leider fressen manche auch schneller als andere. Ansonsten könnte man ggf. das Problem lösen, indem das Futter eben nicht in unbegrenzter Menge durchgehend bereit liegt.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Katha , Ella ist nicht zu dick. Das stimmt. Da habe ich mich nur gewundert, warum sie jetzt so gut zunimmt, wo sie doch sonst bloß um die 900 g hatte. Aber sie sieht auch gut aus.

    Fox ist definitiv zu mopsig. Da wir gerade vom Tierarzt kommen, habe ich sie gleich noch mal nebeneinandergesetzt, um noch mal Bilder zum veranschaulichen zu machen. Ich weiß, dass er zu viel ist. Aber ich weiß nicht, wie ich es ändern kann.

    Denn von der Menge her denke ich, dass sie ungefähr beide gleich essen. Am Anfang ziehen sie immer gemeinsam ihre Runde und suchen erst mal alles nach Kräutern ab. Und danach bleiben sie an irgendeiner Stelle hängen und essen gemeinsam. Das sitzt keiner länger und meist essen sie wirklich zusammen. Ich sehe selten einen alleine fressen.

    Und Fox ist Tatsache der Langsamkauer unter den beiden. Eh er mal mit seiner Gurke oder Möhrenschale fertig ist, steht Ella schon an ihm dran und versucht es ihm aus dem Gesicht zu mopsen.


    So, jetzt kommt (leider wahrscheinlich unübersehbar) der Fox 👇🏼








    Auf dem letzten Bild ist er nochmal in seiner „Kurzform“



    Seine Lymphknoten sind auch in Fett gebettet, sodass am Anfang eine große Diagnostik stattfand. Aber alles ohne Befund. Halt einfach nur dick 🫣

  • Silke

    Ich finde deine Erfahrungen sehr interessant! Alwin ist 3,5 Jahre, wäre also genau im "dicken Alter". Seine Züchterin fand ihn bei Abgabe mit knapp 3 Jahren auch schon zu moppelig, aber seit die Vergesellschaftung durch ist, hat er hier eben konstant zugenommen und ist mittlerweile bei über 1300g. Und er ist leider nicht besonders groß ^^

    Das Heu hatte ich bezüglich Gewicht tatsächlich gar nicht auf dem Schirm. Aktuell bekommen sie einen Mix aus 1. und 2. Schnitt, da wäre also Verbesserungspotenzial.

    Das einzige Schweinchen mit "Idealgewicht" macht tatsächlich auch am ehesten mal eine Fresspause. Alwin zB sieht man inmer noch die letzten Fitzelchen wegfuttern🙈


    Gurkentrupp

    Fox kann sich ja nicht mal mit flauschiger Frisur rausreden, er ist wirklich einfach moppelig😄

    Das einige mit dem Gewicht nach Kastration nach oben schießen, war ja auch nur die Beobachtung von Alwins Züchterin. Keine Ahnung ob es da mehr Erfahrungswerte gibt.

    Interessant das du die Gewichtszunahme mit Grünkohl in Verbindung bringen konntest. Da Alwin stetig zunimmt konnte ich da leider keine Lebensmittel rausfiltern. Aber es beruhigt mich, dass das Gemüse tatsächlich keinen Einfluss zu haben scheint :/


    Katha

    Eine richtige Diät geht wahrscheinlich ohnehin nicht, da ja in der Regel nicht alle abnehmen sollen. Das Futter wird hier auch im gesamten Gehege und teils etwas erhöht verteilt. Tatsächlich wäre da auch Nachholbedarf, das Futter noch mehr erarbeiten zu lassen. Das scheitert bei mir leider oft am Zeitmangel.

    Bei meinem verstorbenen Mopsi war ich tatsächlich froh, dass er vor seinen Krankheiten sich seinen Namen redlich verdient hatte. Gegen ein paar Gramm zuviel hat niemand etwas ;) Nichtsdestotrotz hatte er krank gute 300g abgespeckt und war danach nicht zu dürr. Dafür bekam er im Alter schwerste Arthrose, wegen der er schlussendlich eingeschläfert werden musste.

  • Also bleibt die grundlegende Frage: Warum nehmen bei der ganz genau gleichen Ernährung die einen Schweinchen zu und die anderen ab?

    Wahrscheinlich ein Mix aus (Vor-)Erkrankungen, Alter und individueller Verwertung. Aber genau das macht es tatsächlich so schwierig, meist hat man ein Schwein was eher zunehmen soll bzw Schwierigkeiten hätte sich sein Futter hart zu erarbeiten, und die Hefekloß-Fraktion.


    Zumindest beruhigt es etwas, dass das Problem weiter verbreitet ist als ich dachte ^^

    Das ist übrigens Alwin :)

  • Also bleibt die grundlegende Frage: Warum nehmen bei der ganz genau gleichen Ernährung die einen Schweinchen zu und die anderen ab?

    Aus meiner Erfahrung würde ich sagen: Genetik und wie sie bzw die Mütter aufgewachsen sind.


    2020 hatte ich ja drei trächtig Weibchen aus derselben Quelle übernommen. Die Mädels und alle 10 Jungtiere Wogen zu Bestzeiten zwischen 1100-1500g und waren damit alle zu dick, teils deutlich.

    7 Jungtiere waren anderweitig vermittelt, der Rest blieb bei mir. Trotz unterschiedlicher (guter) Haltung wurden sie also alle übergewichtig.

    Als ich mit dem 1,5kg Kastrat deshalb mal beim Tierarzt war, meinte sie, dass man da nicht viel tun könne, wenn die Fütterung ausgewogen und Platz sowie Bewegungsanreiz gegeben sind. Genau wie manche Menschen neigen auch manche Meeries zu Übergewicht, andere hingegen bleiben zart,egal, was man füttert. Das hängt vom individuellen Stoffwechsel ab.

    Sie äußerte auch die Vermutung, dass es mit dem Futterstress von Muttertieren während der Trächtigkeit zusammenhängen kann, dass manche Tiere über den Hunger hinaus weiterfressen. Könnte bei meinen passen, die Weibchen kamen ja erst wenige Tage vor der Geburt zu mir und lebten davor nicht gut. Die Babys hätten den Stress der Mütter daher während der Trächtigkeit mitbekommen. Das ist aber nur eine Vermutung von ihr.

    Liebe Grüße von den 5 Quietschnasen:

    <3 Domino, Lumi, Nessaja, Toka und Karla <3

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