Wo sollen neue Meerschweinchen herkommen?

  • Unser US-Teddy, der für die Zucht angeschafft worden war und dann abgegeben werden sollte, hat verkrümmte und zu kurze Tasthaare. Bei anderen habe ich das auf Fotos auch schon gesehen, kann aber natürlich nicht sagen, dass das auf alle Teddies zutrifft.

    Bei Qualzuchten bei Schweinchen werden ja gerne bestimmte Merkmale aufgeführt. Wenn ich dann erwähne das Langhaarschweinchen ja nach der Definition einiger Personen auch schon als solche zu führen sind, weil nur das Kurzhaar und max. die Rosetten noch als "natürlich" laufen könnten.

    Es geht nicht um "natürlich". Das wäre bei Haustieren ein irrelevantes Kriterium. Es geht aus meiner Sicht nur und immer darum, ob durch ein gewünschtes oder systematisch durch Zuchtziele als Nebewirkung auftretendes Merkmal das Tier selbst erhebliche Nachteile und keine Vorteile hat.

    Das sehe ich z.B. als das Problem bei Langhaarrasssen an. Man kann nicht einerseits argumentieren, Meerschweinchen seien reine Beobachtungstiere und andererseits ihnen zumuten, dass sie alle paar Wochen mit einer Schere oder einer Schermaschine bearbeitet werden. Zudem dürften es viele trotzdem im Sommer es zu warm haben oder die Haare im Gesicht die Sicht einschränken, weil der Halter die "schöne Haarpracht" nicht ganz kürzen will. Und Fell aufstellen zur Kommunikation mit den Artgenossen geht auch nicht.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Rexe und ich glaube auch Wollys haben vollständig gekräuselte, Ch-Teddys gewellte Tasthaare. Sofern nicht beides gekonnt durcheinandergepanscht wurde, da von Personen mit Unkenntnis kreuz- und quer durcheinandergezogen mehrfach.

  • Anmerkung zur Moderation: Dieser Beitrag und die nachfolgenden standen im Thema Zuhause für letztes Weibchen gesucht Da hier besser passen, habe ich sie verschoben.

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    Wegen solchen Sachen werde ich die beiden Schweine, die unsere Gruppe noch erweitern sollen, im Zoofachhandel kaufen.

    Da habe ich keine weiten Wege, nehm einfach genug Geld mit und komme mit 2 Tieren zurück, ohne, daß mir irgendwer reinlabert.

    Zuerst hatte ich einen Hund, als mir das nicht mehr genügte, hab ich mir einen Riesenschnauzer geholt.

  • Rabe

    Ich würde dir ganz doll empfehlen diese grauenhafte Industrie nicht zu unterstützen...

    Schau mal in die Doku rein, und überlege dir, ob dein Geld dahin gehört.

    Da gibt es andere Möglichkeiten, wie arme Tiere über Ebay retten, oder Notstationen. Aber kein Mensch mit ein bisschen Verstand sollte ein Tier im Zoo"fach"handel kaufen.

    Haremsgruppe und gemischte Gruppe <3

    "untere Gruppe" bestehend aus Luna und Zorro

    "obere Gruppe" bestehend aus Eddie, Billy, Helga, Maddie, Lila, Nayla, Ozeana, Bonnie, Elfriede, Malu, Jackie, Tilda und Ilse

    Mehr Infos zu uns hier :)

  • ... oder zu einem seriösen (!) Züchter gehen.

    Normalerweise hat man mit den Züchtern oder der Notstation nicht mehr viel zu tun nach Vermittlung. Die freuen sich über Bilder und Berichte, aber fragen eigentlich nie selber nach.

    Zoohandel geht gar nicht 👎

  • Da gibt es andere Möglichkeiten, wie arme Tiere über Ebay retten, oder Notstationen.

    Ich bin nicht für die Fehler zuständig, die andere Leute gemacht haben.

    Das überlasse ich anderen, die sich dann auch noch ganz toll vorkommen. Jedem das Seine.

    Die Doku schau ich mir nicht an, kann mir denken, worum es da geht. Ich beanspruche nicht, ein guter Mensch zu sein. Ich habe auch einen Hund vom Züchter und nicht aus dem Tierheim.

    Wenn man ein guter Mensch sein möchte, dann hält man gar keine Tiere.

    Zuerst hatte ich einen Hund, als mir das nicht mehr genügte, hab ich mir einen Riesenschnauzer geholt.

  • Ein guter Mensch brauchst du ja nicht sein, keine Tierquälerei zu unterstützen reicht vollkommen. Geht auch gar nicht darum, dass man sich dann "toll vorkommt", sondern darum Leid nicht zu unterstützen.

    Du bist vielleicht nicht für die Fehler von anderen Menschen verantwortlich, aber für die Folgen deines Handelns durchaus.

    Das geht echt einfach gar nicht...

    Liebe Grüße von einer Person mit einem Schweinchen, das ursprünglich aus dem Zoohandel kommt, welches Herzrythmusstörungen, Muskeldystrophie und eine massive Nierenstörung hat, sowie von dem Schweinchen, das sein Leben lang Schmerzen erleiden darf und nicht normal, weil es starke Fehlbildungen der Wirbelsäule und der Gelenke hat. Kommt zufällig auch ausm Zoohandel. Was ein Zufall aber auch, wo die so toll aufwachsen...

    (Jedem das Seine ist übrigens auch etwas umstritten.)

    Haremsgruppe und gemischte Gruppe <3

    "untere Gruppe" bestehend aus Luna und Zorro

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  • Ich habe gute Erfahrungen mit Ebay Kleinanzeigen gemacht. Es waren immer Haltungsauflösungen, in allen Fällen hab ich einmal Fotos geschickt, wie die Tiere bei mir angekommen sind und das war es dann auch mit dem Kontakt.

    Aber für dieses Thema gibt es ja, glaube ich, hier einen eigenen Thread, oder?

    Diesen Thread hier würde ich tatsächlich im nicht nicht öffentlichen Bereich nur für die Mitglieder besser aufgehoben finde.

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    Anmerkung zur Moderation: Dieser Beitrag gehört inhaltlich sowohl hierher als auch in das Originalthema, daher habe ich ihn kopiert.

  • Wenn man ein guter Mensch sein möchte, dann hält man gar keine Tiere.

    Wenn es um gesunde Wildtiere ginge, die man einfangen würde, um sie in einem Käfig, Voliere oder Gehege o.ä. zu halten, würde ich Dir voll zustimmen. Aber Meerschweinchen und viele andere Tiere, die wir halten, würde es nicht geben, wenn sie keine Haustiere wären.

    Natürlich haben sie weniger Platz als ihre wilden Vorfahren. Aber bei guter Haltung sie leiden im Gegensatz zu diesen nicht unter Hunger, Kälte, Verletzungen oder Krankheiten, die nicht versorgt werden usw. Ich vermute dass sie daher unter dem Strich kein schlechteres Leben führen - von dem obigen Argument ganz abgesehen.

    Also warum sollte man reine Haustiere nicht als solche halten?

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Also warum sollte man reine Haustiere nicht als solche halten?

    Möchtest du wirklich eine Grundsatzdiskussion darüber führen? Das gibt nur böses Blut.

    Tierhaltung ist Egoismus pur. Egal welche Spezies du nimmst, sobald sie in Menschenhand geraten ist, begann der Abstieg und die Ausbeutung. Alle Tiere sind nicht freiwillig zum Menschen gekommen, irgendwann wurden ihre Vorfahren der Wildnis entnommen und der Mensch begann sie nach seinen Vorstellungen zu formen.

    Zuerst hatte ich einen Hund, als mir das nicht mehr genügte, hab ich mir einen Riesenschnauzer geholt.

  • Egal welche Spezies du nimmst, sobald sie in Menschenhand geraten ist, begann der Abstieg und die Ausbeutung.

    Das finde ich spannend. Ich würde dieses Argument verstehen, wenn man sagt, deswegen holt man sich nur Tiere aus Tierheimen und co., die nunmal existieren und trotzdem ein Recht auf ein schönes zu Hause haben. Ich verstehe es nicht als Argument, um dann genau eine solche Ausbeutung zu unterstützen.

    Um das klarzustellen: Es geht nicht darum, dass du unbedingt ein Tier retten oder aus dem Tierheim adoptieren musst. Wenn du zu einem seriösen Züchter gehst, dem seine Tiere am Herzen liegen und der Ahnung hat von dem, was er tut, würde wohl keiner etwas sagen.

    Aber in Zoohandlungen geht es nun mal in erster Linie um Profit. Mit einer vernünftigen Meerschweinchenzucht lässt sich kaum Geld verdienen. Zudem würde ein seriöser Züchter seine Tiere nie in eine Zoohandlung geben. Stattdessen kommen die Tiere dort von Vermehrern, mit oftmals schlechten Bedingungen, Muttertieren, die ständig trächtig sind, Babys die zu früh von der Mutter getrennt wurden, sie sollen ja schließlich noch klein und süß sein, und wilden Verpaarungen, bei denen es nur darum geht, süße Babys zu erzeugen und nicht um die Gesundheit der Tiere. Muss man all das wirklich unterstützen, nur weil es einfach ist?

    Ich habe schon mehrere Tiere von Notstationen, Tierheimen und auch privat aufgenommen. Klar, die wollen vorher wissen, wo das Tier hinkommt, weil ihnen das Wohlergehen ihrer Tiere nicht egal ist. Da schickt man dann Fotos, hat einen Videoanruf oder Ähnliches. Aber im Nachhinein wurde ich noch nie "vollgelabert", es wurde höchstens ein Mal nachgefragt, ob die Vergesellschaftung gut gelaufen ist und das wars. Brunos Vorbesitzerin schicke ich von meiner Seite aus immer mal Bilder, worüber sie sich sehr freut. Ich denke auch nicht, dass ein vernünftiger Züchter sich noch groß einmischt, wenn das Tier ein Mal übergeben wurde.

    Der Vorteil ist außerdem, dass Notstatione, Tierheime und auch Züchter die Tiere in der Regel immer wieder zurücknehmen, falls die Vergesellschaftung nicht klappt.

    ♡ Bruno (09/20), Daisy (ca. 01/22) und Kiwi (ca. 08/24) ♡

  • Wenn du zu einem seriösen Züchter gehst,

    ... der den Check des Meerschweinchenforum.eu besteht, könnte ich vielleicht in 10 Jahren damit rechnen auf der Warteliste soweit nach vorne gerutscht zu sein, um überhaupt mal ein Verkaufsgespräch zu führen.

    Die wenigen "seriösen" Züchter können den Bedarf gar nicht decken.

    Die Tiere, die aus Notstationen und Tierheimen kommen - woher sind die denn? Unüberlegte Anschaffungen aus Tierhandlungen, die dann zum Wanderpokal werden, durch zig verschiedene Hände gehen, bis sie vielleicht mal das Glück haben einen Endplatz zu finden.

    Da kann ich als "verantwortungsbewußter" Tierhalter doch auch gleich in die Tierhandlung gehen und meinen Tieren diesen Leidensweg ersparen. Wer bei mir landet, bleibt bis zum Tod.

    Vergesellschaftungsprobleme wird es bei mir nicht geben, denn hier ziehen nur Jungtiere zu Alttieren ein.

    Zuerst hatte ich einen Hund, als mir das nicht mehr genügte, hab ich mir einen Riesenschnauzer geholt.

  • Es gibt keinen "Check des Meerschweinchenforum.eu". Persönlich finde ich sowieso Züchter auch eine grundsätzlich fragliche Quelle. Die meisten von ihnen, gerade die, die sich besser als "Hobbyzüchter" vorkommen, streben nach bestimmten Farben, Fellstrukturen, Kopfformen, Schlappohren u.a. Das sind alles Dinge, die bestensfalls nutzlos sind für die Tiere, oft aber Nachteile haben - zum Teil sehr schwerwiegende.

    Zudem halten Züchter, die solche Zuchtziele verfolgen viel mehr Meerschweinchen als eine Einzelperson gut versorgen und unterbringen kann. Und dann gibt es da ja auch noch die in meinen Augen extrem negativen Ausstellungen, bei denen Meerschweinchen zumindest schwerem Stress ausgesetzt werden, damit ihre Züchter Lorbeeren ernten können.

    Aus meiner Sicht gibt es keinen Mangel an Meerschweinchen, der durch Züchter bzw. Vermehrer mit noch schlechteren Haltungsbedingungen ausgeglichen werden muss. Es suchen immer sehr viele Meerschweinchen jeden Alters ein neues Zuhause. Wenn Meerschweinchen mit ehrlichen Informationen angeboten würde und die Halter vorab wüssten, wie anspruchsvoll und kostspielig eine gute Haltung dieser Tiere ist, dann gäbe es viel weniger Bedarf nach Nachwuchs und viel weniger Elend für die Tiere.

    Die privat aus verschiedenen Gründen "aus zweiter Hand" angebotenen Meerschweinchen brauchen auch einen Platz zum Leben. Du meinst selbst, dass viele davon aus Tierhandlungen kämen. Dann macht es doch keinen Sinn weitere Tiere dort zu kaufen, damit unter dem Strich noch mehr nach ein paar Monaten oder Jahren in Umlauf kommen? Ich meine damit nicht, dass Du Rabe auch Meerschweinchen abgeben wollen würdest. Aber je mehr der Handel mit Meerschweinchen, immer viel zu kleinen Käfigen und oft schlechtem Zubehör und Futter floriert, desto mehr Tiere müssen das ausbaden.

    Und was soll aus den armen Opfern der unüberlegten Käufe werden?

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Da kann ich als "verantwortungsbewußter" Tierhalter doch auch gleich in die Tierhandlung gehen

    Und damit das System dahinter weiter unterstützen.

    Es stimmt übrigens nicht, dass Tiere in Notstationen alle von Zooläden kommen und durch zig Hände gegangen sind. Es kommt sogar oft vor, dass Tiere dort geboren werden, weil trächtige Tiere dort landen. Genauso gibt es einfach Fälle, in denen die Haltung beendet wird, die Lebensumstände sich ändern etc., die haben ihre Tiere nicht alle von Zoohandlungen und hatten die Meerschweinchen hatten oft auch nicht zig Vorbesitzer. Und gerade weil Notstationen darauf achten, wo die Tiere hingehen, wandern sie dann eben nicht durch zig verschiedene Hände.

    Im Übrigen ersparst auch keinem Tier irgendwas, die Tiere in Tierheimen und Notstationen, die durch zig Hände gegangen sind, sitzen da immer noch und warten auf ein zu Hause, und der verantwortungslose Halter kauft im Zooladen dann eben die nächsten Tiere. Außerdem werden die Tiere ja auch nicht in den Zoohandlungen geboren, sondern kommen sehr jung von Vermehrern, sitzen dann in Zoohandlungen unter Umständen in einer ständig wechselnden Gruppe, weil Tiere verkauft werden und neue Tiere hinzukommen. Teilweise gibt es da dann auch kein ewachsenes Tier, sodass die Jungtiere nur unter sich sind. Alles viel Stress für ein junges Tier.

    Dass du niemals Probleme mit Vergesellschaftungen bekommst, kannst du so sicher auch gar nicht sagen, klar ist es mit Jungtieren in einem Harem oft einfach, aber eine Garantie gibt es nie und auch Jungtiere kommen irgendwann in die Pubertät und dann kann es eben doch zu Problemen führen. Natürlich wünsche ich dir das nicht und oft geht ja auch alles gut, aber es ist schon gut, zu wissen, was man mit den Tieren macht, falls es mal nicht klappt.

    Letztendlich kannst du natürlich machen, was du für richtig hältst, ich finde es nur wichtig, die Aussage nicht so stehen zu lassen, da hier ja auch andere mitlesen und sich zumindest jeder darüber bewusst sein sollte, was er da eigentlich unterstützt.

    ♡ Bruno (09/20), Daisy (ca. 01/22) und Kiwi (ca. 08/24) ♡

  • Und damit das System dahinter weiter unterstützen.

    Genau wie es jeder Tierhalter tut.

    Es ist doch im Endeffekt völlig egal woher deine Tiere stammen. Für jedes Schwein aus einer Notstation rückt ein neues Tier nach. Ein Kreislauf, der nur gestoppt werden könnte, wenn es überhaupt keine Tierhaltung mehr geben würde. Dieser Idealzustand wird aber leider niemals eintreten. Und deshalb sollte jeder Tierhalter doch wenigstens so ehrlich zu sich sein und zugeben, daß der Einzige, der Nutzen von der Tierhaltung hat, der Mensch ist.

    Fehler wurden schon immer gemacht und werden auch weiterhin gemacht werden. Das für mich Unerträgliche dabei ist der Deckmantel der grenzenlosen Tierliebe, der von den Meisten Haltern darüber ausgebreitet wird.

    "Nur das Beste für mein Tier" - nein, es ist nicht das Beste für ein Tier in Gefangenschaft zu leben.

    Das Totschlagargument "Die Tiere sind doch schon da, was soll mit denen geschehen?" braucht doch keiner ernsthaft bringen - wer ist denn Schuld daran, daß es diese Tiere gibt? Wir alle - nicht nur unsere Vorfahren, die damit begonnen haben. Jeder Tierhalter erklärt sich mit dem System einverstanden, sobald er ein Tier aufnimmt.

    Zuerst hatte ich einen Hund, als mir das nicht mehr genügte, hab ich mir einen Riesenschnauzer geholt.

  • Genau, der Mensch, der am Anfang des ganzen Ablaufes steht ist der Vermehrer, gleich auf mit dem Käufer, der in einem Zooladen eines dieser extra produzierten Tiere kauft.

    Würde schon keine Reaktion bzw. Abnahme mehr auf die Tiere im Zooladen erfolgen, würde die Produktion für Vermehrer keinen Sinn mehr machen.

    Aber weil es immer wieder diese Menschen gibt, die in einem Zooladen kaufen gehen, geht doch das Ganze dort überhaupt erst seinen Weg.

    Meine Tiere sind von einer Notstation. Und sie kommen aus unterschiedlichen Verhältnissen. Meine Ella ist z.B. von einer jahrelangen Haltung die letzte gewesen. Sie kam also nur von einem Vorbesitzer, weil er die Haltung beendet hat. Sie ist also nicht durch zig Hände gegangen.

    Und egal, ob ich auch Tiere dadurch aus einer Zoohandlung aufgenommen hätte, wenn ich sie bei der Notstation oder von privat übernommen hätte, ich gehe nicht bewusst an den Anfang der Kette und sage, ich möchte etwas haben und ihr müsst für mich produzieren.

    Ich habe nur aufgenommen, was schon lebt und ein Recht hat auf ein noch lebenswertes Leben. Oder soll man da weg sehen und diese schon vorhandenen Tiere ihrem Elend überlassen? Und statt dessen lieber den Antrieb für Vermehrer geben weitere Tiere zu produzieren, in dem ich in einem Zooladen kaufe?

  • Nur das Beste für mein Tier" - nein, es ist nicht das Beste für ein Tier in Gefangenschaft zu leben

    Mein Kastrat meint schon und der kennt das Leben draußen verwildert im Garten. Der war soooo erleichtert als er umzugsbedingt von draußen nach drinnen gezogen ist. Der weiß nämlich was der Überlebenskampf draußen heißt und er weiß auch, dass Menschen helfen. Er sagt nämlich Bescheid, wenn was nicht in Ordnung ist und zeigt uns das.

    Als wenn man Marius fragen könnte, würde der ganz klar zu einem gemütlichen Leben in Menschobhut tendieren.

    Marius war vermutlich etwa 1 als er raus gefangen wurde. Älter als 2 werden Schweinchen in diesem Umfeld nicht. Er wird vermutlich dieses Jahr sechs.

    Freiheit mag auf Hamster und Elefanten zutreffen. Aber Schweinchen, nein.

  • Ich verstehe worauf Du hinaus willst. Trotzdem halte ich den Ansatz für falsch und gefährlich.

    Indem man eine möglichst gute Tierhaltung als etwas bezeichnet, das nur dem Menschen nutzt und das Tier quält, rechtfertigt man in gewisser Weise auch jede Gemeinheit gegenüber Haustieren. Nach dem Motto "Sie haben ja ohnehin ein schlechtes Leben, das macht ja keinen nennenswerten Unterschied." Das ist nach meinem Verständnis ja auch Dein Argument, den für Dich einfachsten Weg zu gehen, indem Du in den Zooladen gehst und Meerschweinchen kaufst.

    Die Haltung von Haustieren ist oft nicht ein Ausdruck von Egoismus, sondern von Liebe zu Tieren und Freude an ihnen. Es ist nicht alles Egoismus, was einem Menschen Freude macht und was seinem inneren Drängen entspricht. Ansonsten wäre jede Heirat aus Liebe purer Egoismus, denn auch da folgen hoffentlich beide Seiten ihrem eigenen Wunsch, immer mit dem anderen zusammen zu sein.

    Ich halte Meerschweinchen, weil sie mir Freude machen und weil ich einzelnen dieser heimatlosen Mitgeschöpfe ein möglichst schönes Leben bieten will. Und wenn ich abends sehr müde noch die Böhnchen einsammele und die Tücher austausche usw. dann ist das kein Egoismus. Egoismus ist - verkürzt gesagt - wenn ich meine Bedürfnis sehe und befriedige und die meiner Nächsten - Menschen oder Tiere - ignoriere. Und das ist eben keine gute Tierhaltung.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

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