Probleme in 10er-Bockgruppe

  • Anmerkung zur Moderation: Die ersten 3 Beiträge standen ursprünglich in Schwierige oder gescheiterte Beziehungen Da es dort aber wie beschrieben um Zusammenfassungen geht, habe ich hieraus ein eigenständiges Thema gemacht.

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    Hallo erstmal. Ich habe mich gerade erst bei euch angemeldet und zack, gleich die richtige Gruppenfrage gefunden:) tatsächlich wollte ich mich erst ein wenig belesen was ihr bei Böckchenproblemen so macht..... ich kann ja auch erstmal nur grob meine Problematik beschreiben....

    Also: ich habe seit knapp 2 Jahren insgesamt 18 Meeris in Aussenhaltung. Eine Gruppe aus 7 Mädels und 1 Kastraten und die andere eben leider aus 10 unkastrierten Böckchen. Wie das zustande kam ist wieder eine andere Geschichte... jetzt müssen ich und die Ferkel damit klar kommen.

    Die 10 Jungs sind zwischen 15 Monaten und 3 Jahren alt. Teilweise auch verbrüdert oder Vater /Sohn. Mein halber Garten besteht gefühlt aus Käfigen u d Freiläufen Marke Eigenbau. An Platzmangel können die Kämpfe die aktuell verstärkt wieder auftreten und teilweise recht arg ausfallen also nicht liegen. Frischfutter/ Gras haben die Jungs täglich 2- 2.5kg. Viele verschiedene Futter- und Heuplätze ebenso.

    Es ist meist einer der sich besonders aufspielt und momentan nur 2 seiner Kumpel im Freilauf toleriert..... alle anderen werden sofort wieder in den Käfig verjagt, wenn sie in seine Nähe kommen.... da floss schon das eine oder andere Blut. Ich sag gleich dazu, dass ich die meisten Verletzungen bisher selber behandelt habe und auch damit ganz gut gefahren bin.

    Letztes Jahr als ich noch relativ wenig Ahnung von diesen Problemen hatte , bin ich mit dem ersten blutigen Cut zum Tierarzt.....dort sollte ich am besten alle Tiere kastrieren lassen obwohl kein Baby mehr darunter war.... auf jeden Fall aber den einen blutigen Kämpfer.....nach etwas Überlegen, haben wir das dann machen lassen....was dazu geführt hat, dass der Bub elendig eingegangen ist weil der Arzt bei der Kontrolle nach Kastration mir nicht geglaubt hat, dass es dem Ferkel nicht gut geht....

    Soviel also zu meiner Begeisterung noch mehr davon kastrieren zu lassen. Auf gar keinen Fall....denn was ich schon herausgefunden habe, ist ja, dass wenn sie sich vorher schon nicht verstehen, dann ändert das eine Kastration auch nicht.


    Aktuell hoffe ich , dass der eine Chef sich wieder beruhigt und die anderen wieder rauslässt in den Freilauf....habe sogar schon Bachblüten aufgelöst und ihm gegeben.....allerdings ist das einfangen jeden tag kaum stressfrei möglich und damit wirds dann wieder unentspannt.

    So, jetzt hab ich 25 Seiten geschrieben gefühlt:)

    Vielleicht gibt's noch jemanden der ne Idee hat wie ich die Freunde wieder Freunde werden lassen kann😊😊

    Einmal editiert, zuletzt von Silke () aus folgendem Grund: Anmerkung zur Moderation eingefügt

  • Weißt Du, ob der jetzige Chef schon immer der Boss war oder gab es einen Machtwechsel? Das führt dann oft zu größerer Unruhe in der Gruppe, wenn die Karten neu gemischt werden. Ich habe auch u.a. eine Bockgruppe mit zur Zeit fünf unkastrierten Böcken. Die meiste Zeit kommen sie gut untereinander klar, wenn auch teilweise sehr lebhaft, aber verletzungsfrei. Alle meine aktuellen Böcke sind von klein auf in der Bockgruppe groß geworden. Einmal gab es hier großes Theater, als ein Jungbock sich gegen den Boss auflehnte und den Kampf auch gewann. Der ehemalige Chef durfte sich nicht blicken lassen und auch den anderen gegenüber war er kurzzeitig unberechenbar, bis sich nach einigen Tagen zum Glück alles wieder eingespielt hatte und er seine Führungsposition gefestigt hatte. Außer beim eigentlichen Kampf kam es zum Glück nicht zu blutigen Beissereien. Beim Kampf flog Fell und es gab ein eingerissenes Ohr, welches aber nur wenig blutete und sich schnell mit Octeni Sep behandeln liess und schnell verheilte bzw jetzt eine Einkerbung hat.

    Kann es sein, daß die geduldeten Böcke bei Dir sehr rangniedrige Tiere sind, die sich dem Chef problemlos untergeordnet haben? Einen konkreten Rat habe ich leider nicht, ich würde nur alles gut beobachten und die Tiere bestenfalls die neue(?) Rangordnung klären lassen. Platz genug zum Ausweichen haben sie ja.

  • Also die Chefposition änderte sich des öfteren im Laufe des letzten Jahres glaube ich, da die Teenager nach und nach immer mal angetestet haben. Oder zumindest gab es offensichtlich mehrere Versuche die Rangordnung zu ändern. Der Nachteil bei meiner Aussenhaltung ist, dass man das nicht so oft im Blick haben kann was genau passiert. Als ich gerade draussen war, wurden zumindest kurzfristig 2 weitere geduldet, die dann aber als es aussen Futter gab wieder vertrieben wurden. Die 2 geduldeten sind ein sehr frecher, mit dem sich der Boss schon ab und zu mal drohend anlegt, aber dann ist wieder Ruhe ohne Kampf. Der zweite ist eindeutig ein rangniederes Schweinchen, das sich noch nicht aufgelehnt hat. Ja ich werde das weiter beobachten und hoffen, dass jetzt da es Frühling ist, die anderen nach und nach im Freilauf akzeptiert werden. Letztes Jahr waren ja auch alle immer überall😊 bis dahin werd ich bestimmt noch öfter die ein oder andere Schramme behandeln🙈

    Würdet ihr die bisher nicht geduldeten ab und zu mal mit reinsetzen oder nur abwarten ob sie selber rauskommen?

  • Willkommen in unserem Forum!

    Es freut mich dass das Thema Schwierige oder gescheiterte Beziehungen belebt wurde. Allerdings ist es eigentlich zur Beschreibung von abgeschlossenen Problemen gedacht. Deine Gruppe ist aber mitten in der Krise und könnte hoffentlich von gemeinsamen Überlegungen und Erfahrungsaustausch im Forum profitieren. Ich werde daher daraus ein eigenständiges Thema machen.

    Wenn dann hoffentlich in absehbarer Zeit die Situation gut gelöst ist, wäre es schön hier in diesem Thema eine Zusammenfassung zu haben - gerne auch mit Link auf den Verlauf.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Zu den Problemen in Deiner Bockgruppe:

    Das hört sich für mich zu ernsthaft an, um es weiter laufen zu lassen. Vielleicht verstehe ich Deine Zeilen auch nur falsch. Daher habe ich einige Fragen:

    • Um welche Art von Verletzungen handelt es sich?
    • Wie oft kommen blutige Wunden vor?
    • Kannst Du denn überhaupt sehen, ob jemand neu gebissen wurde oder viele kleine Wunden hat?
    • Wie groß sind die "Käfige", die Du erwähnst?
    • Hast Du davon nur 2: einen für die Haremsgruppe und einen für die 10 Böckchen?

    Ich finde Dein Thema hier sehr wichtig - für Deine Jungs aber auch für andere Halter. Deswegen wäre ich froh, wenn wir uns hier offen und ausführlich austauschen würden.

    Ich habe seit Jahren nur Böckchen und dabei leider auch viele frustrierende Erfahrungen gemacht. Mittlerweile neige ich zu dieser Sicht: Wenn eine größere Bockgruppe harmonisch ist, ist das eine sehr erfreuliche Sache. Wenn es aber über längere Zeit immer wieder zu Streit oder gar Beißerei kommt, sollte man lieber nur Zweiergruppen haben. Zweierbockgruppen haben eine viel bessere Chance als ein größere Bockgruppe.

    Wenn ich es zeitlich schaffe, will ich heute noch einige Zusammenfassungen zu schwierigen Beziehungen in dem Thema Schwierige oder gescheiterte Beziehungen schreiben.

    Das soll nur etwas meinen Hintergrund erklären; und damit geht es zurück zu Deiner Gruppe.

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  • Vielleicht erstmal zu den Behausungen. Die 10 Jungs haben einen 2x2x1m "schrank"- Käfig der 8 einzelne Ebenen hat und alle untereinander und nebeneinander verbunden sind . Jede Ebene hat ein Häuschen. Aus dem Käfig können sie über eine Rampe jederzeit ins Aussengehege das glaub ich 4x3 m ist. Darin ist nochmal eine 1qm platte als ausweichmöglichkeit, quasi 1. Stock und aktuell nur 2 isolierte und 3 luftige Häuser als Unterschlupf.

  • Verstehe ich es richtig, dass der "Schrank" 8 durchgehende Ebenen von je 200x100cm hat?

    Die sind dann vermutlich durch jeweils 1 Loch im Boden und eine Rampe nach unten und einer nach oben verbunden?

    Und der Ausgang in das Außengehege ist nur über die Rampe, also von einer Ebene aus möglich?

    Ich frage da so nach, weil der Schrank, wenn ich es richtig verstanden habe, in Summe viel Grundfläche bieten würde. Aber es könnte auch zu gefährlichen Engstellen kommen je nach Position der Rampen und Gestaltung der Häuschen.

    Böckchen können sich, wie Du auch schon erlebt hast, heftig jagen. Wenn ich mir vorstelle, dass es auf einer Ebene brenzlig wird und ein Unterlegener flüchten will: Was passiert, wenn die Rampe nach oben oder unten durch eine anderes Meerschweinchen versperrt ist?

    Ich hatte selbst mal ein Nachtgehege mit 2x1m. Die Tiefe war die Grenz dessen, was ich gerade noch so saubermachen konnte. Wenn ich mir vorstelle, dass ich das auf 1,70m Höhe machen müsste, wäre das für mich unmöglich. Darum und nicht weil ich Dich ärgern will: Bist Du mit den Maßen sicher?

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  • Ja. Ich habe da einen Tritt davor um oben sauber machen zu können. Bin selber 1.80 also gehts:)) mit den engstellen is das sone sache...ich hab mir da auch schon viel gedanken gemacht. Zur Erklärung der Einrichtung: die Häuschen stehen in der Mitte der jeweils 8 ebenen. Das heisst sie können drumrum und oben drüber auch weil sie da hochspringen. Die Häuser haben alle mindesrens 2 türchen und die nicht auf der gleichen seite, also immer irge dwie ein durchgang. Aber ja ich verstehe schon auch dass das manchmal irgendwo vielleicht trotzdem eng sein kann. Enger als in einem Zimmer zB.


    Das mit der langen Rampe in das Freigehege is echt ein bisschen tricky, aber das ging nicht anders zu realisieren....und bisher habe ich da keine Rangeleien bemerkt. Bis November ca sind da alle prima rein und raus. Jetzt halt schauen manche mal unten vorbei und flitzen schnell wieder hoch wenn der Stresser, er heisst übrigens Eddie, mit den Zähnen klappert.

  • Silke, zu deiner Frage wegen den Verletzungen...also kleinere Sachen sehe ich nicht immer. Geht auch gar nicht. Ich fange alle 1x im Monat zum Wiegen , Krallen schneiden etc. Da finde ich manchmal kleinere Sachen, wie nen Zwicker am Po , Nase oder Ohr oder so. Aktuell hab ich mit einer offenen Wange bei einem meiner hier auf die Welt gekommenen zu tun, Brownie. Er ist Halloween 2024 geboren. Mit wem er sich da angelegt hat kann ich nicht sagen, er ist ein Rosettenschweinchen mit ordentlich Wirbel an den Wangen, deshalb hab ichs nicht sofort gesehen. Es war gar nicht so groß, weshalb ich erst die Schwellung bemerkt habe. Jetzt spüle ich die Wunde, gebe ihm Schmerzmittel Colosan und Baytril und hab schon mal den Eiter weggebracht. Ich hoffe jetzt dass es zugeht....Morgen mittag weiss ich mehr. Prinzipiell verheilt alles schon immer sehr zügig bei meinen Ferkeln. Zum Glück. Nur diese Wunde grad dauert...... ich kann verstehen wenn sich jetzt jemand von euch vielleicht wundert weil ich das selbst mache. Aber ich laufe der Zeit trau ich mich da problemlos ran und sehe echt nicht ein, so viel Geld beim Tierarzt zu lassen wenn es nicht zwingend sein muss.

  • Ich hoffe, Du nimmst mir das nicht übel, wenn ich es relativ offen sage:

    Bei einer Bockgruppe, die nicht harmonisch ist, muss man die Tiere mehr als einmal im Monat kontrollieren. Es ist auch nicht in Ordnung, wenn es immer wieder Bisswunden gibt. Du schreibst selbst, dass es meistens schnell wieder heilt. Wenn Du also einmal im Monat Bisswunden findest, bedeutet das, dass üblicherweise mehrere Tiere wiederholt gebissen worden sind über diesen Zeitraum und das meiste schon wieder verheilt ist.

    Wenn eine Bockgruppe harmonisch ist, gibt es keinerlei Bisswunden! Ich teile mir das Zimmer, indem ich die meiste Zeit verbringe und wo ich von zu Hause arbeite, mit den Meerschweinchen. Außer bei meiner beschriebenen falschen Passivität am Anfang kam es bei uns nie zu häufigen Bissen über Tage oder Wochen. Wenn ein Tier mehrfach gebissen wird, muss man entweder weitere Bisse durch Eingreifen verhindern oder die Meerschweinchen dauerhaft trennen.

    Wir müssen immer bedenken, dass unsere Haltung - selbst die beste - total unnatürlich ist: Wir - nicht die Tiere - entscheiden, welche Meerschweinchen zusammenleben müssen. Sie haben viel zu wenig Platz, um sich ernsthaft aus dem Weg gehen zu können. Wir zwingen Böckchen in einer Gruppe zu leben, was sie vermutlich freiwillig nie tun würden. Die Tiere haben zu wenig Beschäftigung. Und so weiter ...

    Ich will damit unser Meerschweinchenhaltung nicht grundsätzlich schlecht machen. Es geht nur um die besondere Verantwortung, die wir auch für das Zusammenleben damit übernehmen. Das bedeutet auch Pläne grundlegend zu ändern, wenn sie nicht im Sinne der Tiere funktionieren.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Natürlich nehme ich dir das nicht übel. Man ist ja hier um andere Meinungen einzuholen.

    Das Problem dabei ist, dass ich noch keine unstressige Variante habe sie zügig alle einfangen zu können. Weswegen ich ihnen diesen zusätzlichen Stress nicht auch noch aufbürden will. Das ist echt immer ein ziemlicher Akt. Ich bin immer hin und hergerissen zwischen Helikoptern und Füße-still-halten. Denn es sind irgendwie halt auch Teenager denk ich bei den meisten Sachen.... nur wenns doller wird, möchte ich auch gern mehr bewirken können. Im Moment hoffe ich darauf, dass nächstes Jahr alle erwachsen sind u d wieder Ruhe einkehrt. Ich würde es nur schwer ertragen wenn ich welche abgeben müsste....und dann am Ende noch ins Heim oder so. Schrecklich.

  • Wenn Deine Jungs jetzt zwischen 15 Monaten und 3 Jahren sind, würde ich nicht darauf hoffen, dass sich etwas durch das Alter in den nächsten Monaten ändert. Wirklich entspannter werden sie nach meiner bisherigen Erfahrung vielleicht mit 4-5 Jahren, aber das ist noch lange hin und auch keineswegs eine Garantie, dass Konflikte aufhören.

    Was das Einfangen anbelangt, ist das auch keine Dauerlösung. Meerschweinchen brauchen einen regelmäßigen und relativ engen Kontakt mit ihren Menschen. Dann werden sie auch entspannter. Und als Halter braucht man auch die Übung und Gelassenheit, sie einfach einfangen zu können.

    Habe ich es richtig verstanden, dass Du erst seit knapp 2 Jahren Meerschweinchen hälst und dann auch noch in so großer Zahl?

    Diese Frage finde ich wichtig, weil aus meiner Sicht es im Sinne der Meerschweinchen wichtig wäre, dass Du die bisherigen Ansätze überdenken und neue Lösungen suchen würdest.

    Was willst Du denn machen, wenn von Deinen 18 Meerschweinchen in fortgeschrittenem Alter 3-5 gleichzeitig intensive Pflege brauchen? Wie willst Du z.B. zweimal täglich jedem davon Medikamente geben und z.B. 2 noch vorübergehend mehrmals täglich füttern? Und das, wenn Du jetzt nur jeden einmal im Monat in die Hand nimmst?

    Wenn Meerschweinchen älter werden, gibt es m.E. nur 2 Wege: Man lässt es laufen und sie liegen scheinbar plötzlich tot im Gehege. Faktisch haben sie sich aber meistens dann über Tage oder Wochen gequält und sind oft an einem behandelbaren Problem gestorben. Oder man achtet engmaschig genug auf ihre Gesundheit und lässt sie bei Bedarf behandeln und übernimmt die nötige Pflege dazu.

    Deine Situation ist schwierig. Und ich habe auch keine einfache, perfekte Lösung. Aber wenn Du möchtest, können wir hier alle gemeinsam überlegen, wie Du mit vielleicht mehr kleineren Gruppen oder auch Abgabe einer funktionierenden kleineren Gruppe, einigen räumlichen Veränderungen und intensiverem Kontakt mit den Tieren Verbesserungen schaffen kannst.

    Ende letzten Jahres habe ich unseren Josia schweren Herzens abgeben nach Jahren bei uns. Wir haben über 2 Monate nach einem guten Platz gesucht und ihn nach allem was ich weiß gefunden. Liebe zu Tieren kann auch dazu führen, sie bzw. einige von ihnen abzugeben in gute Hände.

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  • Ja, es sind jetzt 2 Jahre. Die grosse Zahl ergibt sich daraus dass von den ursprünglichen 8 "jungs" eben 2 keine jungs waren....deshalb hatte ich vorletztes jahr plötzlich im Oktober babys und musste für diese dann so auf die schnelle im Wohnzimmer eine Herberge bauen. Und dann letztes Jahr eine neue Behausung für die neuen Mädels für draussen.

    Auf deutsch: wenn ich das alles besser gewusst hätte im Vorfeld hätte ich mich nicht dazu bringen lassen eine reine Böckchengruppe zu haben . Mein damals neuer Partner hatte die Tiere mitgebracht und sich bei den Geschlechtern getäuscht. Er hatte vorher schon jahrelang Meeris und ich hab mich drauf verlassen dass das alles so passt....nun ja.

    Bei der möglichen Pflegeaufwendigkeit habe ich mir schon auch so meine Gedanken gemacht....bisher fühle ich mich ein bisschen dadurch bestärkt, dass bis jetzt keins krank war. Also sowas wie Matschköttel oder triefende Nasen gibt's absolut nie. Und das finde ich bei 18 schon auch ganz gut....

    Ich weiß nicht wie sehr Meerschweinchen wirklich den Kontakt zu Menschen brauchen wenn sie draussen leben und andere Meeris haben. Und nicht in einem Zimmer ohne Wind, Gerüche und natürliche Geräusche. Für mich war alles was ich dazu gelesen habe eher ein: keine Kuscheltiere!!

    Und damit war für mich klar dass ich keins öfter anfasse als es sein muss. Natürlich hoffe ich bei allem immer, nichts falsch zu machen.

  • Danke für Deine Offenheit! Das ist nicht selbstverständlich.

    Meerschweinchen, die in einer größeren Gruppe mit viel Platz und Zugang zum Freien leben, brauchen sicherlich nicht den engen Kontakt zu Menschen um seiner selbst willen. Aber ohne engen Kontakt sieht man einfach nicht genug, wie es den Tieren geht und wenn sie Hilfe brauchen, ist es sehr stressig und evtl. nur viel schlechter möglich ihnen zu helfen, als wenn die Meerschweinchen zutraulich und entspannt sind.

    Allerdings glaube ich, dass praktisch in jeder Haltung auch das Leben der Meerschweinchen durch die Interaktion mit ihren Haltern bereichert werden kann. Bei einer Zweiergruppe in einem Gehege von 2qm in einem Zimmer ist das natürlich noch viel wichtiger als bei größeren Gruppen.

    Zum Beobachten: Im Sommer fiel mir zum Beispiel auf, dass Josia langsamer futterte und dünner wurde. Das waren Anzeichen, die mir nur durch die Nähe und das viele Beobachten, das damit kommt, auffielen. Es stellte sich heraus, dass er eine Mittelohrentzündung hatte.

    Und bei Problemen in einer Bockgruppe ist die Nähe des Menschen natürlich noch einmal wichtiger. Wie will man sonst dabei rechtzeitig und richtig helfen können?

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  • Die Ansicht, dass man die Meerschweinchen untereinander machen lassen soll und dass Meerschweinchen reine Beobachtungstiere sind, kenne ich auch. Und ich bin anfangs auf teilweise darauf hereingefallen.

    Meerschweinchen sind sehr soziale Tiere, die uns Menschen in so mancher Hinsicht sehr ähnlich sind. Sie sind anfangs oft sehr scheu, aber das kann man mit Geduld und einem beständigen aber einfühlsamen Kontakt bald überwinden. Das bedeutet etwas mehr Angst und Stress am Anfang und dafür ein entspannteres und reicheres Leben auf Dauer.

    Was die Gesundheit anbelangt: Viele Meerschweinchen sind, bis sie rund 4 Jahre alt sind, kaum von Krankheiten betroffen. Aber früher oder später fängt es bei vielen danach an. Nur sehr, sehr wenige Meerschweinchen schlafen friedlich ein. Meistens gehen eine oder mehrere Krankheitsphase voran und in der letzten müssen sie eingeschläfert werden, um unnötiges Leiden zu vermeiden.

    Wäre es denn eine Möglichkeit draußen mehr Fläche und weniger Etagen zu bieten oder die Böckchen überwiegend im Haus zu halten und nur tagsüber, wenn sie friedlich sind, nach draußen zu setzen bei geeignetem Wetter?

    Kannst Du abschätzten, welche Tiere vermutlich friedlich miteinander wären und mehrere Gruppen bilden aus den Böckchen? Das würde ich allerdings gut überlegen, weil nach meiner Erfahrung nur Zweierbockgruppen eine große Chance haben, harmonisch zu sein und zu bleiben. Größere Gruppen brauchen neben den Rahmenbedingungen eine sehr gut passende Zusammensetzung und fähige Leittiere.

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  • erstmal vielen lieben dank für deine ausführliche Meinung und Beratung !!

    Ich kann leider nicht auf Haushaltung umstellen, wobei ich mir schon offen gelassen habe, wenn es meinen beiden 10 Jahre alten Damen schlecht ginge sie rein zu holen. Das ja, aber die Jungs kann ich drinnen mengenmässig nicht vernünftig unterbringen, da ich ihnen niemals soviel Platz gewähren kann wie draussen. Und draussen nich einen Stall zu bauen....dann hab ich keinen Garten mehr😄 sie haben jetzt schon die Hälfte davon und es sieht wirklich aus wie auf einem Bauernhof. Leider fehlt mir die eindeutige Erfahrung welche Jungs zusammenpassen würden. Wahrscheinlich müsste ein richtig erfahrener Bock dazu der alle mal einnordet.... weil viele recht jung sind. Ich weiß es doch auch nicht🙈

    War gerade draussen und hab bisl verarztet...immerhin siehts bei Brownie gut aus und heilt endlich!!

    Es ist doch auf jeden Fall gut, dass sobald Futter kommt, alle friedlich fressen und Ruhe herrscht oder? Denke ich zumindest. Am liebsten wäre mir echt wenn mal ein Profi sich das anschaut und sagt was ich machen könnte. Aber immerhin ist der Austausch hier schon sehr wertvoll!! Danke dafür.

    Ich hab mal ein Foto von dem Jungsstall angehängt....

  • Danke für die Fotos!

    Magst Du auch noch welche von dem Gehege und Auslauf der Haremsgruppe einstellen?

    Ich habe eine Idee und werde versuchen heute oder spätestens morgen diese zu schreiben.

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  • Wenn ich mir die Fotos anschaue, habe ich Hoffnung, dass Deine 10 Jungs sich in einem anderen Gehege vertragen könnten. Ich finde es sogar erstaunlich, dass es anscheinend aktuell nicht laufend zu heftigen Verletzungen kommt. Aber das will ich erst einmal begründen, ehe ich zu meinem Vorschlag komme.

    Anhand der Bilder von dem Gehege und Auslauf der Böckchen wird deutlich, warum ich mir nicht vorstellen konnte, was ich aus Deiner Beschreibung herausgelesen hatte: Ich hatte mir 8 Ebenen mit 2x1m vorgestellt (s. oben). Tatsächlich scheint die für die Meerschweinchen benutztbare Fläche auf 3 Etagen verteilt bei insgesamt ca. 4qm zu liegen. Dann kommt noch der Auslauf mit geschätzt 3qm dazu. Das wären dann selbst auf 1 Ebene umgerechnet mit 7qm - oder selbst mit 8qm - zu wenig für 10 unkastrierte Böckchen.

    Es kommt aber noch hinzu, dass sie anscheinend kaum freie Lauffläche und sehr viele gefährliche Engstellen haben. In der Enge können sie weder aus purer Lebensfreude richtig losrennen, noch können sie immer schnell genug einem überlegenen Tier ausweichen.

    In angespannten Phasen waren bei uns sogar Hasel-Tunnel von ca. 30cm Länge für nur 3 Meerschweinchen schon gefährlich. Ich habe selbst beobachtet, wie einer unter dem Tunnel saß, von einem Ende her bedroht wurde und nicht wegrennen konnte, weil am anderen Ausgang der Dritte saß. Ich mag mir nicht vorstellen, wie das bei dem langen Tunnel oder auch anderen Engstellen bei 10 Böckchen ausgeht.

    Oder wie sieht es in den Häuschen in einer solchen Situation aus?

    Vielleicht kommt es nicht einmal zu den vielen Bisswunden, weil sie sich grundsätzlich nicht dulden wollen oder die Rangordnung nicht stabil festlegen können, sondern wegen solcher Probleme?

    Mein Vorschlag kommt daher im gleich folgenden Beitrag.

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