Hefen? Zahnprobleme? Ich bin ratlos

  • Emma trinkt nun zum Glück nicht mehr, allerdings haben beide Schweinchen nun seit gestern Abend wieder schlimmen Matschkot :( es riecht auch wieder eher süßlich nach Hefen

    Mittlerweile weiß ich echt nicht mehr, was ich noch versuchen soll. Nächste Woche werde ich dann vermutlich noch mal zum Tierarzt gehen müssen…

  • Ach, das ist ja schade!

    Hattest Du in den letzten Tagen die Futtermengen oder -zusammensetzung nennenswert geändert?

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24), Josia (08/20-0826) - weitere Infos

  • Ich hatte am Montag ein paar Grashalme von draußen mitgebracht. Das war rückblickend wahrscheinlich eine sehr sehr schlechte Idee. Meine einziger Plan wäre jetzt noch Rodicare Dia. Da hatte ich mich vorher nicht rangetraut , wegen der Gefahr für Verstopfung :(

  • Vielleicht lag es gar nicht an ein wenig Gras. Aber nach meiner Erfahrung kann Gras bei kranken Tieren bzw. angeschlagenem Darm zu Matschkot führen. Besonders gefährlich ist natürlich das erste Gras, weil es wegen der niedrigen Temperaturen nicht genug wachsen kann und daher die Vorräte speichert. Es hat dann einen höheren "Zuckergehalt" als später in der Saison. Zudem hat es viel weniger Rohfaser. Es ist ja noch jung und zart.

    Ich würde es mit Löwenzahnwurzeln, etwas Apfelpektin, frischen Zweigen und aromatischen Saaten versuchen. Aus Vorsicht würde ich wahrscheinlich zusätzlich 1x täglich Simeticon und bzw. oder Colosan geben. Solange der Durchfall nicht wässrig ist oder länger anhält, ist er m.E. nicht so tragisch, auch wenn er durch den Dreck natürlich belastend ist.

    Zur Klarstellung will ich betonen, dass ich auch frische Wiese für sehr gutes Futter halte. Aber bei angeschlagenen Tieren kann es gerade im Frühjahr zu Durchfall oder sogar Aufgasung führen. Man sollte also auch mit diesem Futter für die jeweilige Situation passend umgehen.

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  • Ja, das Gras hatte ich ja nur gegeben, weil ich dachte, ihre Verdauung wäre wieder stabil genug. Aber das war wohl wirklich eine schlechte Idee :(

    Der Kot hat sich nun mittlerweile zum Glück wieder deutlich verbessert. Ich gebe jetzt auch wieder regelmäßig Löwenzahnwurzel. Aufgegast waren sie zum Glück zu keinem Zeitpunkt, weswegen ich erstmal kein Simeticon gegeben habe.

  • Was ich insgesamt noch nicht verstanden habe ist die generelle Sorge wenn die Meeris nicht fressen.


    Ich kenne es aus dem Tierreich so, das es normal wäre wenn kranke Tiere fasten. Hauptsache Sie trinken.

    Das liegt an der besonderen Verdauung der Schweinchen.

    Damit das alte Futter raus kommt, sie also Kötteln können, muss neues Futter rein kommen. Kommt also kein neues Futter rein, dann bleibt das alte im Magen / Darm-Trakt. Das führt aber dazu, dass dieses Futter gärt. Es bilden sich also Gase. Schweinchen pupsen eher wenig bis nicht und erbrechen können sie auch nicht. Die Gase bleiben also zu einem guten Teil drin. Man sagt, die Tiere „Gasen auf“. Das tut 1. weh und 2. kann es dazu führen, dass der Darm platzt wie ein Luftballon, den man zu fest aufpustet. Dann stirbt das Tier. Beim Menschen wäre es ein Fall für eine Not-OP. (Beim Menschen haben solche Darmdurchbrüche allerdings andere Ursachen. Nicht essen gehört nicht dazu).

  • Hier nochmal ein weiteres Update, wie es dann weiterging:

    Eine Ursache haben wir immernoch nicht finden können. Ich war in der Zwischenzeit noch mal bei einer anderen Ärztin, die auch auf meerschweinchenwiese gelistet ist, um noch mal eine „neue“ Perspektive zu bekommen. Dort wurden die Zähne einmal per Otoskop angeschaut und für gut befunden. Auch eine weitere Kotprobe war völlig unauffällig. Weder Hefen, Einzeller, noch irgendwelche Vitaminmängel. Das ist einerseits gut zu wissen, aber andererseits echt frustrierend.

    Die Ärztin war unglaublich lieb und hat mir noch ein paar Tips gegeben, verschiedene Prä- und Probiotika empfohlen und mich dazu angeregt, ein Futter- und Böhnchentagebuch zu führen. Außerdem haben sie jetzt zeitweise Bariumsulfat zur Unterstützung bekommen (leider keine große Veränderung). Ich werde nun als Nächstes einmal das Heu umstellen, um zu sehen, ob das vielleicht helfen könnte. Mit der Ärztin stehe ich auch weiter in Kontakt und sie bittet regelmäßig um Updates.

    Gerade sind die Böhnchen recht stabil, allerdings füttere ich auch weder Gurke, Paprika noch Fenchel (der letzte Versuch, Fenchel in wirklich kleinen Mengen zu füttern endete vorletzte Woche in Matschpfötchen).

    Es bleibt also weiterhin eher so ein trial-and error-Ding.

  • Den Versuch mit Bariumsulfat kann ich nicht nachvollziehen. Das kann sicherlich eine kurzzeitige Wirkung auf den Darmtrakt haben, aber es ist kein Medikament und kein Nahrungsmittel, sondern wird in der Industrie eingesetzt und in der Medizin m.W. nur als Kontrastmittel. Da gibt es vermutlich Anlässe, wo es Sinn macht, aber nicht als "Medikament" bei einem angeschlagenen Verdauungssystem. Bei zu heftigen Durchfall - und damit meine ich nicht Matschkot - wäre reine medizinische Kohle eine kurzfristige Hilfe.

    Du hast viel probiert und einiges herausgefunden was hilft, was nicht hilft und was sie zur Zeit nicht essen können. Ich würde, wenn es keine offensichtlichen neuen Symptome gibt, auf weitere Untersuchungen verzichten und mich auf Ernährung und Darmunterstüzung fokussieren - und das konstant über Wochen und notfalls Monate.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24), Josia (08/20-0826) - weitere Infos

  • Vielen Dank für deine Gedanken dazu!

    Dass Bariumsulfat in erster Linie ein Kontrastmittel ist, wusste ich. Sowohl darüber als auch über die generelle Wirkungsweise habe ich zuvor mit der Ärztin gesprochen. Dabei hab ich mich natürlich auf ihre Expertise und Erfahrung verlassen, da ich ihr von dem gesamten Verlauf seit Dezember berichtet habe. Ich konnte auch keinerlei negative Nebenwirkungen bei den Schweinchen feststellen.

    Ich bin dennoch froh, diese zusätzliche Untersuchung noch gemacht zu haben. Vor allem die Thematik mit den Zähnen hat mich davor sehr beunruhigt und ich fühle mich nun deutlich sicherer, was die verschiedenen Futtermittel angeht (selbst wenn es mal zu kleineren Rückschlägen kommen sollte). Deswegen denke ich, dass ich da nun mehr Ruhe reinbringen kann.

  • Gute Nachrichten: seit ein paar Wochen sind die Böhnchen endlich wieder normal.

    Ein Wechsel des Heus hat zuletzt noch einmal eine Verbesserung gebracht (von kräuterreichen Heu vom 2. Schnitt zu Heu aus dem 1. Schnitt gemischt mit Timothyheu).

    Dazu habe ich nun auch langsam wieder die Frischfuttermenge erhöht und bin nun wieder bei einer normalen Menge angelangt (mindestens 700 Gramm am Tag und ungefähr 7 Sorten).

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