Hefen? Zahnprobleme? Ich bin ratlos

  • Hallo zusammen!

    Meine beiden Schweinchen haben nun schon seit einigen Wochen immer mal wieder mit Matschkot zu kämpfen.

    Angefangen hat das ganze im Dezember als sie ganz plötzlich keinen Grünkohl mehr vertragen haben. Da hatte ich bereits eine Kotprobe untersuchen lassen, bei der leicht erhöhte Hefen festgestellt wurden, die aber laut der Ärztin kein Grund zur Sorge seien. Naja, dann habe ich erstmal den Kohl weggelassen und es gab erstmal keine weiteren Probleme. Als Nächstes haben sie dann die Paprika und die Gurke nicht mehr vertragen und ich habe nochmal einen Termin beim Heimtierarzt gemacht und in der Zwischenzeit das Frischfutter auf Bittersalate und Kräuter reduziert und nebenbei noch über eine Woche eine Sobamin-Kur gemacht. Beim Arzt kam dann nach einer nativen Kotprobe wieder ein Hefeproblem zum Vorschein. Daraufhin bekam ich Nystatin für die beiden. Das hat auch soweit gut geholfen, die Böhnchen waren wieder gut und mir wurde vom Arzt empfohlen, nun langsam wieder Sachen anzufüttern. Also habe ich Mitte letzter Woche wieder täglich ein kleines Stück grünen Paprika und außerdem Löwenzahn gefüttert und gab zunächst auch keine Probleme. Seit gestern sind die Böhnchen nun allerdings wieder deutlich weicher und haben sichtlich Zipfel. Der Tierarzt ist schon informiert und wird sich im heute oder morgen nochmal bei mir melden, wie es nun weitergeht.

    Meine größte Sorge kommt nun aber daher, dass bei meiner Emma ein Zahnproblem im Raum steht (siehe „rätselhaftes Schniefen“). Der Arzt meinte natürlich auch, dass das Ursache des Ganzen sein kann, weswegen der nächste Schritt nun wahrscheinlich eine Zahnuntersuchung unter Narkose wäre. Emma ist allerdings noch recht jung (10-11 Monate) und ihr Partnerschweinchen hatte in all der Zeit ja ebenfalls Matschkot.

    Hat jemand Erfahrung mit Zahnproblemen und ähnlichen Symptomen? Ich hab große Angst, dass sie vielleicht für den Rest ihres Lebens regelmäßig zum Zähneschleifen muss, da sie ja noch so jung ist :(

  • Wenn beide Tiere deutlich zu weichen Kot haben, spricht das m.E. eher weniger für Zahnprobleme als Ursache. Natürlich könnten beide durch ein genetisches Problem Zahnprobleme haben. Aber auch das würde vermutlich nicht genau zur gleichen Zeit auftreten.

    Magst Du mal alles schreiben, was die beide so zu futtern bekommen - am besten auch mit ungefähren Mengenangaben?

    Wie lange hast Du die beiden schon und seit wann gibt es die Probleme?

    Ich würde eher annehmen, dass sie ein Problem mit der Verdauung oder der Nahrung haben.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Ja, der Tierarzt meinte auch, dass es unwahrscheinlich ist, dass beide gleichzeitig Zahnprobleme haben. Mein Eindruck ist jedoch trotzdem dass Emmas Böhnchen oftmals die schlimmeren sind.

    Also die beiden bekommen zwei Mal am Tag 4-5 Chicorée Blätter, etwa 3-4 Endivien Blätter, etwa 2-3 Frisee Blätter, 2-4 Raddicchio Blätter (je nach Größe), je zwei Stängel Dill und Petersilie. Dazu dann noch entweder ein oder zwei große Löwenzahn Stängel oder Möhrengrün, je nach dem, was ich gerade bekommen konnte. Sie haben dann auch immer noch was übrig wenn ich das nächste Mal füttere. Vorher gab es dann noch 2 Scheiben Gurke und ein Viertel Paprika (zuletzt gab es einmal am Tag ein ca 2x2cm großes Stück grünen Paprika). Dazu haben sie auch immer das Samerberger Heu, was sie auch gut fressen.

    Die beiden wohnen jetzt seit September bei mir und die Probleme fingen Ende Dezember/Anfang Januar mit dem Grünkohl an. Bis etwa Oktober/November haben sie auch noch Wiese bekommen.

  • Ah ganz vergessen: ich hatte auch einmal lollo Rosso/Bionda probiert, wodurch die Bohnen wieder richtig matschig wurden und auch an den Pfötchen klebten.

    Und Fenchel bekamen sie vorher auch noch. Davon war es etwa eine halbe „Schicht“ oder Blatt am Tag. Außerdem gab es vorher noch etwa einmal die Woche Möhrenschalen von einer Möhre. Das habe ich dann jedoch beides mit dem Paprika weggelassen um die Hefen „abzutöten“. Geraspelt hab ich beides auch schon mal gegeben, das hat jedoch keinen nennenswerten Unterschied gemacht.

  • Nach meiner bisherigen Erfahrung ist es oft schwer festzustellen, was letztlich die zu weichen Böhnchen auslöst. Was ich bei uns allerdings beobachtet:

    • Chicorée hat bei uns schon öfters zu weichen Böhnchen geführt, wenn ich besonders viel davon gegeben habe.
    • Grünfutter führte eher zu Matschkot als Karotten, Gurke, Paprika o.ä.
    • Blätter von Bäumen oder Brombeerblätter haben dagegen dann trotzdem keine Probleme gemacht.
    • Eine Verdauung, die einmal angeschlagen war, kann Wochen und Monate brauchen, bis sie sich wieder ganz stabilisiert hat.
    • Es ist wichtig, möglichst viele Faserstoffe zu geben und sonst wie unten beschrieben zu unterstützen.

    Natürlich ist es gut, wenn Du viel Grünfutter bietest. Ich würde aber nicht pauschal Knollen- oder Fruchtgemüse weglassen und nur Bittersalate und geringfügig Kräuter geben. Hefen sind m.W. nur eine Folge eines Ungleichgewichtes und nicht der Auslöser.

    Du könntest Sobamin einmal für 4 Wochen probieren. Vielleicht hilft es dann anhaltend - zusammen mit den weiteren Maßnahmen.

    Die Rinde von frischen Zweigen - bei uns im Winter vor allem Spitzahorn, Apfelzweige und Quittenzweige - hat m.E. eine positive Wirkung auf die Verdauung. Solange es keine Blätter gibt, werden bei uns auch kleine Mengen von Nadelholzzweigen gefuttert (aber bitte keine Eibe erwischen!).

    Bambus könnte auch eine gute Abwechslung sein, die hoffentlich vertragen wird.

    Getrocknete Löwenzahnwurzel enthält gesunde Balaststoffe. Davon könntest Du täglich jedem ein kleines Stück geben. Wenn es nicht zu sehr stopft, kannst Du die Menge ja erhöhen.

    Schwarzkümmel und andere aromatische Saaten sind gut für die Verdauung. Dazu kann man noch etwas Leinsamen geben. Alles gemahlen kann man in kleinen Mengen mit etwas Brei vermischt aus der Spritze geben.

    Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand mit Nystatin alleine Erfolg hatte, weil die überzähligen Hefen ja einen Grund haben und ihre Beseitigung daher nur kurzzeitig hilft.

    Verdauungsprobleme sind oft auch die Folge einer anderen Erkrankung wie einer Blasenentzündung o.ä. Da es aber beide Tiere bei Dir betrifft und die noch sehr jung sind, finde ich das weniger wahrscheinlich.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Danke erstmal!

    Also denkst du, es wäre bessere die Bittersalate ein wenig zu reduzieren und stattdessen eher mehr auf Knollengemüse zu setzen? Die hohe Menge an Bittersalaten ist ja gerade erstmal nur die „Notfalllösung“, da ja so viel nicht funktioniert hat :( ich würde ja viel lieber eine große Auswahl bieten, aber traue mich gerade an vieles gar nicht ran und wüsste auch nicht genau wo ich anfangen soll :(

    Zweige hatten sie auch immer wieder, weil ich auch dachte, dass die Ballaststoffe helfen, aber sie haben keine Änderung gebracht.

    Sobamin wollte ich ursprünglich auch länger geben, aber es war schwierig das überhaupt in die Schweinchen reinzukriegen. Übers Futter gestreut, haben sie sehr elegant drumrum gefressen und das Verabreichen mit Wasser/Apfelsaft wurde mit der Zeit immer stressiger. Vor allem Emma hat sich nach ein paar Tagen massiv gegen die Spritzen gewehrt, da man das Gemisch ja auch mit recht viel Flüssigkeit anrühren muss. Da haben auch keine Leckereien zwischendrin mehr geholfen 😭

  • Wenn Sobamin so schwierig zu geben ist, würde ich die beiden damit auch nicht plagen.

    Ob die Bittersalate in größeren Mengen und bei Deinen beiden Tiere eher den Kot weicher machen, kann ich nicht sagen. Es wäre nur ein Versuch.

    Das Schwierige an solchen Verdauungsproblemen ist ja auch, dass man nicht über längere Zeit alle Faktoren konstant halten und nur einen einzigen ändern kann, um zu einem klaren Ergebnis zu kommen. Man kann daher aus meiner Sicht nur förderliche Sachen, die ich oben genannte habe und vermutlich einige andere, geben und mit dem Futter probieren, wie Änderungen wirken.

    Es hängt vielleicht auch mal an einer spezifischen Lieferung von Salat, die besonders mit Kunstdüngern und Pestiziden belastet oder zu lange gelagert ist. Das würde dann natürlich auch die Beobachtungen verzerren.

    Solange Meerschweinchen munter wirken, keine Schmerzanzeichen haben und nicht deutlich abnehmen, würde ich wegen zu weichem Kot keine krassen Änderungen machen, sondern auf Besserung über Wochen setzen. Richtiger Durchfall wäre natürlich etwas anderes.

    Die drei Tiere, die bei uns bisher Matschkot bis Durchfall hatten, hatten m.E. ein jeweils zugrundeliegendes anderes Problem (1x Herzfehler oder -schwäche, 1x Blasenentzündung, 1x massive Zahnprobleme).

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Zum Sobamin: ich nehme immer Breipulver und Gerstengraspulver. Da kommt eine größere Messerspitze Sobamin rein und wird als Brei angerührt.

    Auf diese Zubereitungsweise lieben es alle Schweinchen.

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