Daisy
Anfang 2022 - 10.09.2026
2022 zog Daisy aus einer Notstation bei mir ein. Über ihre Vergangenheit weiß ich nicht viel, nur dass sie wegen Urlaub abgegeben wurde. Angeblich war sie damals 5 Monate alt, allerdings war sie so klein und hatte nicht mal 400g.
Hier war sie anfangs noch sehr schreckhaft, aber auch sehr neugierig. Sie war eine kleine Kuschelmaus, die sehr gerne Kuschelsachen nutzte oder es sich im Streubereich gemütlich machte. Menschen gegenüber war sie immer etwas skeptisch, auch wenn sie recht zutraulich wurde. Angefasst werden fand sie ganz doof und jeder Tierarzt, bei dem ich mit ihr wahr, hat angemerkt, wie sehr sie doch in Schockstarre ist. Da war keine Körperspanne mehr im Schwein. Leider hatte sie in ihrem Leben einige Tierarztbesuche.
Mit ca. zwei Jahren wurde sie hormonell sehr auffällig und wurde schließlich kastriert. Dabei stellte sich heraus, dass sie Eierstockzysten und eine veränderte Gwbärmutter hatte. Nach der OP war sie sehr schnell wieder fit, schon am nächsten Tag war sie wie immer und fing schon wieder an, die anderen zu jagen. Das legte sich aber, sobald die Hormone abgebaut waren.
Vor ein paar Monaten fingen dann leider weitere Probleme an. Sie hatte eine Blasenentzündung, die recht hartnäckig war. Wir sind noch nicht bis zum Ende der Behandlung gekommen. Außerdem fiel mir auf, dass sie recht angestrengt atmet. Im Röntgenbild zeigte ihr Herz sich auffällig, weswegen wir einen Termin beim Kardiologen ausgemacht haben. Dieser stellte nur fest, dass ihr Herz recht langsam schlägt und schlug einen Therapieversuch mit Karsivan vor. Trotz dieser Probleme wsr Daisy aber die ganze Zeit munter, hat gut gefressen und sich normal verhalten. Ihre Medikamente hat sie brav genommen, auch wenn sie das Rausfangen nicht so toll fand.
Bis zur Nacht vom 9.10. auf den 10.10. Am Mittwoch war noch alles gut. Sie war munter, hat gefressen, abends gab es ihre Medikamente. Dann war ich im Bett und habe schon versucht zu schlafen. Die Schweinchen und ich teilen uns eine Einzimmerwohnung, weswegen sie im gleichen Raum sind, in dem ich auch schlafe. Ich hörte plötzlich, dass ein Schwein sehr verschleimt atmet, also bin ich aufgestanden und habe gesehen, dass Daisy Atemnot hat. Sie hat nach Luft gepumpt, mit offenem Mäulchen geatmet und anfangs panisch den Kopf hochgerissen. Sie hat sich etwas beruhigt und saß dann ruhig da, aber eben mit klarer Atemnot. Ihre Nase war auch ganz feucht.
Natürlich sind sofort alle Alarmglocken angegangen, da es aber nach Mitternacht war, gab es keinen Notdienst mehr und ich musste mit ihr nach Hofheim in die Klinik fahren. Ihr Zustand war leider nicht besonders gut. Auf dem Röntgenbild war ihre Lunge komplett verschattet, man konnte das Herz gar nicht mehr erkennen. Die Ärztin vermutete ein Lungenödem. Außerdem war sie sehr stark aufgegast, vermutlich, weil sie bei dem Versuch, Luft zu bekommen, Luft geschluckt hat. Untertemperatur hatte sie auch schon.
Die Ärztin sah nicht mehr viele Chancen und da Daisy offensichtlich litt und ich große Angst davor hatte, dass sie qualvoll erstickt, entschieden wir uns dafür, sie gehen zu lassen.
Es kam alles so plötzlich und unerwartet, auch wenn sie Probleme hatte, wurden diese ja behandelt und es ging ihr eigentlich gut. Ich habe versucht, alles richtig zu machen und es war trotzdem nicht genug. Ich weiß nicht, wo das Lungenödem plötzlich herkam, vielleicht war doch mehr mit dem Herzchen im Argen, als gedacht. Zum Glück war ich noch wach und habe sie gehört, sodass sie sich nicht die ganze Nacht quälen oder sogar ersticken musste.
Natürlich frage ich mich jetzt. Hätten wir noch weiter kämpfen sollen? War die Entscheidung zu früh? So alt war sie doch noch gar nicht. Aber es war so schlimm, sie nach Atem ringen zu sehen, dazu noch die Aufgasung und der Kreislauf begann ja auch schon zusammenzubrechen. Ich wollte nicht, dass sie weiter leiden muss. ![]()
Meine kleine Daisy, es tut mir so leid. Ich wünschte, ich hätte dir helfen können. Es tut mir leid, dass du so viele Untersuchungen und Behandlungen mitmachen musstest und es kein besseres Ende gab. Du fehlst, das Gehege erscheint leer und keiner liegt mehr auf dem Kuschelapfel. Jetzt musst du immerhin nicht mehr leiden. Machs gut Daisy, wir vermissen dich.![]()
Jetzt lebt keins mehr von den vier Meerschweinchen, mit denen ich 2023 von zu Hause ausgezogen bin.