Böckchengruppe aufgeben oder Neustart?

  • Hallöchen! Ich bin neu hier aber bräuchte mal dringend eine Einschätzung.

    Vor kurzem ist leider der Partner unseres Kastraten verstorben. Daher haben wir ihm einen neuen Partner gesucht und da es überall hieß Erzieherbock und junger Bock klappt super sollte es ein 14 Wochen alter Bock sein. Vor Ort hat uns die Familie dann gefragt ob wir nicht doch auch seinen Bruder mitnehmen wollen, da der andere ja sonst alleine wäre und sie sich so gut verstehen. Also haben wir beide mitgenommen, da ich auch schon früher 3er Bockgruppen hatte die super geklappt haben.

    Also kurz zur Zusammenstellung:

    Unser Kastrat, 5 jährig und super sozialisiert

    Yuri und sein Bruder Streusel, 14 Wochen alt.

    Streusel hat sich von Anfang an super verstanden mit unserem Kastraten und ihn gleich als Chef akzeptiert. Yuri hingegen hat sich als ziemlich dominant herausgestellt und ein paar mal versucht sich über ihn zu stellen, was in zwei bösen Bissen geendet hat. Die wurden auch tierärztlich abgeklärt und sind schon am verheilen, der Tierarzt meinte zudem es sähe schlimmer aus als es ist und ich kann sie problemlos wieder Zusammensetzen.

    Danach war tatsächlich auch alles super zwischen Yuri und unserem Kastraten, also die Dreiergruppe hat kurzzeitig super geklappt (3 Tage ca.).

    Nun hat aber Yuri scheinbar verstanden dass er deutlich stärker ist als sein Bruder und geht stattdessen total auf Streusel los, der zwischenzeitlich entweder permanent von ihm gejagt wurde oder nur verschreckt in der Ecke saß. Mit unserem Kastraten verstehen sich beide mittlerweile.

    Ich habe Yuri jetzt erstmal von den anderen zwei getrennt und lasse sie nur unter Beaufsichtigung zusammen, was aber nie lange gut geht.

    Wie ist nun eure Einschätzung? Yuri wieder abgeben und lieber nur ein Pärchen halten? Yuri kastrieren und hoffen dass ihn das ein wenig zügelt? Oder ist das nur eine Rappelphase und geht vorbei? :/

    Vielen Dank für jeden Tipp!

  • Herzlich Willkommen in unserem Forum!

    Es tut mir leid, dass es bei der neuen Zusammensetzung nicht gut läuft. Ich hatte vor rund eineinhalb Jahren eine ähnliche Erfahrung gemacht. Die beiden neuen Brüder waren auch unkastriert mit 13-14 Wochen zu unseren 3 erwachsenen Kastraten gekommen. Angeblich hatten sie sich vorher sehr gut vestanden, was ich aber nicht für sicher halte. Jedenfalls hat sich eines unserer Böckchen sehr unwirsch am Anfang verhalten und war nach ca. 1 Stunde des Zusammenseins aber friedlich. Innerhalb von wenigen Tagen wurde er dann mehrfach ernstlich gebissen von einem der Jungen, so dass ich die Kleinen getrennt in einen anderen Raum setzte. Dort hat einer den anderen ständig gejagt und auch versucht zu hacken. Selbst ein schnell noch hinzugenommenes erfahrenes Böckchen hat das Verhalten nicht geändert. Nach mehreren intensiven weiteren Versuchen habe ich nach Monaten aufgegeben, alle in eine Fünfergruppe zu vereinen. Am Ende der Versuche hatte ich es mit den beiden mittlerweile rund 7 Monate alten und kastrierten "Kleinen" erneut zu zweit versucht. Mit anfänglicher Hilfe war nach ca. 1 Stunde dauerhafter Frieden zwischen ihnen. Mittlerweile leben sie seit über einem Jahr friedlich zusammen. Mit den anderen konnte ich auch nach über einem Jahr den dominanteren der beiden ehemaligen Kleinen nicht vergesellschaften.

    Ich schreibe das so ausführlich hier, weil ich da schon ein Muster sehe und etwas ähnliches auch mal mit einem anderen jungen Bruderpaar erlebt hatte:

    • Ein Meerschweinchen ist mit 3 Monaten kein Baby mehr. Es kann heftig zubeißen und ein "Erzieher" hat nicht unbedingt mehr eine Chance sich durchzusetzen, es sei denn durch rohe Gewalt.
    • Wenn 2 Böckchen sich bisher einigermaßen gut verstanden hatten, kann das schnell kippen, wenn sie zusammensitzen mit einem oder mehreren Tieren, die sie attraktiver finden.
    • Eine Kastration kann das Verhalten etwas abmildern, hatte aber bei uns in beiden Fällen die Aggressivität nicht weggenommen, sondern nur das sexuell motivierte Verhalten reduziert.
    • Wir hatten auch schon eine funktionierende Dreiergruppe und auch 4, 5 und 6 (kastierte) Böckchen zusammen. Das kann je nach Gruppenzusammensetzung gut gehen, ist aber m.E. viel weniger wahrscheinlich als eine harmonische Zweierbockgruppe. (Mit Böckchen oder Bockgruppe meine ich immer auch kastrierte Tiere.)

    Kannst Du an der Gehegegröße und -einrichtung noch deutliche Veränderungen machen, die vielleicht die Lage friedlicher machen würde?

    Wieviel Grundfläche haben sie aktuell zur Verfügung?

    Willst Du ein paar Fotos vom Gehege einstellen, damit wir vielleicht Verbesserungsvorschläge für eine schwierige Gruppensituation machen können?

    Nach Deinen Antworten will ich gerne einen Vorschlag machen.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24), Josia (08/20-08/26) - weitere Infos

  • Hallo, erstmal ganz vielen Dank für die liebe Antwort! Also unser Gehege ist ca. 4 qm groß und ich muss leider sagen, da bleibt auch aktuell einfach kein Platz mehr zum vergrößern. 3 Meeris sind für mich leider aktuell sowieso das Maximum, also ist es leider so, dass sie sich entweder verstehen müssen oder eben einer ein neues Zuhause finden muss, auch wenn ich das sehr schade fände.

    Das Gehege besteht aus zwei separaten länglichen Gehegen (2.20m auf 0.9m), ich hatte sie erst als großes Quadrat nebeneinander aber tatsächlich haben sie sich viel besser verstanden als ich es länglich hintereinander gestellt habe, so wie es jetzt ist. Die Häuser stehen eigentlich auch nicht an den Wänden, nur das eine große weil es sonst zu Sackgassen kommt. Auch mit super viel Heu und Sichtschutz zum verstecken ist es leider nicht besser geworden, viele Futter/Wasserstellen etc haben leider auch nichts gebracht.

    Wie gesagt, unser Kastrat kommt mittlerweile mit beiden Jungs klar, aber Komischerweise eben die Jungs nicht mehr untereinander 🫠

  • Zuerst einmal: Du hast wirklich ein sehr schönes Gehege.

    Also ist die Breite beträgt jetzt 90 cm, richtig? Du hast viele Häuser in der Mitte stehen. Deshalb gibt es einige Engstellen. Ich würde dir raten, alle Häuser komplett zu entfernen. Die ersetzt du dann durch Unterstände, die entlang der Längsseiten stehen. Durch die Unterstände bekommst du mehr Fläche zum Ausruhen und zum Laufen / Flüchten. Ich habe das auch und mache gleich ein Foto davon.

    Bauanleitung: Du nimmst Bretter mit einer Breite von ca. 35 cm. Die Länge so lang, dass sie nicht zu schwer zum Rausnehmen werden. Bei mir maximal 1 m. Dann in die Ecken jeweils ein Bein mit einer Höhe von 20 cm festschrauben ( zur Not nur mit Holzleim festkleben). Von diesen Unterstände kannst du mehrere hintereinander entlang der Wände stellen und bekommst so eine zweite Ebene. Ich habe obendrauf gefaltete Fleecedecken gelegt, damit es schön weich ist und damit die Spalten zwischen den verschiedenen Hochebene und zur Wand hin abgedeckt werden.

    Hier sind die Fotos von meinen Hochebenen:

    Zum Konflikt unter den Jungs sind andere hier viel kompetenter als ich, weil ich eine Haremsgruppe habe.

    <3Karla *2019 <3 Ludwig *18.1.2022 <3 Minna *ca. 20.8.2022 <3 Selma * 2.2.2024 <3 Ottilie * 9.11.2025 <3

    Für immer im Herzen: Berta, Pieps, Charly, Greta, Emma, Sophie, Chocolate, Amalie, Lola

    3 Mal editiert, zuletzt von Schweinemagd ()

  • Nimm es mir bitte nicht übel, wenn ich nachfrage: Diese Gitterelemente kenne ich mit 30 oder 35 cm Breite. Deine müssten ja 45 cm sein. Richtig?

    So oder so stimme ich dem Vorschlag von Schweinemagd zu, dass eine lange Ebene deutlich besser für die Bewegungsfreiheit wäre als viele Häuser. Du müsstest dann am besten an der Wand entlang die Ebene aufstellen in L-Form und dahinter das Gitter um eine Reihe nach oben fortsetzen. An den Enden könntest Du je 1 Gitterelement auch über Ecke über dem bisherigen anbringen. Das würde der 2. Reihe mehr Stabilität geben und verhindern, dass einer von der 2. Ebene nach außen springen kann.

    Damit auch Dein erwachsener Kastrat die Ebene nutzen kann sollte, es 2 flache Rampen geben, die Du am Rand der Ebene einhängst.

    Wenn es bei uns stressige Zeiten gab, waren sogar Tunnel gefährlich. Häuser hatte ich ohnehin noch nie.

    Eine solche Lösung wäre in jedem Falle ein Gewinn. Sollte später mal Ruhe einkehren, könntest Du ja 2 Tunnel oder ähnliches zusätzlich aufstellen.

    Vielleicht würde sich dadurch die Lage beruhigen. Einen Versuch wäre es wert.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24), Josia (08/20-08/26) - weitere Infos

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