Jungtier, 11 Tage alt, Einzelkind. Bisherige Entwicklung gut. Aktuelles Gewicht 224g. Für ein Cuy o.k., für ein Einzelkind naja. Ich höre ab der „Gewichtswende“ am 4./5. Tag mit täglichem Wiegen auf, weil es die Cuys zu sehr stresst. Deshalb habe ich kein aussagekräftiges Vergleichsgewicht über die letzten Tage. Leider.
Gestern fiepende/pfeifende Geräusche gehört, konnte es nicht verorten, bin dann dummerweise von dem Mäusenest in der Wand (ja, da ist eins) oder einem Vogelnest vorm Fenster (ja, auch das) ausgegangen.
Heute festgestellt, dass obiges Jungtier beim Einatmen dieses Geräusch macht. Auch im Ruhezustand. Zudem regelmäßige Schnäuzversuche (Mischung aus Niesen und Schnäuzen), die aber ohne Erfolg verlaufen. Oft Nackenhaltung wie ein Hund mit Atemnot. Weit geblähte Nüstern. Atmet tief in Bauch und Flanken. Versucht öfters, die Nase mit der Pfote abzuwischen. Nase trocken, kein Ausfluss.
Selbstverständlich bin ich direkt zur Tierklinik! Mittwoch Nachmittag aufm Land hatten leider alle mir bereits bekannten Praxen (mit Meerlikompetenz) geschlossen.
Dort bin ich auf eine mmmh Tierärztin gestoßen, bei der ich nicht beurteilen kann, ob sie den Facharzt hat. Ich hatte eh keine Wahl. Röntgen ergab keine Auffälligkeit der Lunge, nix am Herz. Aber leeren Magen und Gas. Also Emeprid 1ml 2xtgl. Novalgin 0,02 ml 2-3xtgl, Sab Simplex 0,1ml 3-6xtgl.
Mutter hat Milch, keine Entzündung der Brustwarzen, vorbildliche Fürsorge. Saugen in den letzten Stunden nicht beobachtet.
Anders als die Tierärztin sehe ich in der Aufgasung nicht die Ursache für die Atembeschwerden. Mir scheint eher, der hat irgendwas ungutes eingeatmet oder was im Nasen-Rachenbereich hängen. Trotz mehrfacher Ansprache dieser These ist sie darauf nicht per Untersuchung eingegangen. Da könne man mit den üblichen Geräten nicht reingucken. Selbst wenn, dann nur unter Vollnarkose und die bei so einem jungen Tier hätte das ein zu hohes Risiko.
Etwas frustiert bin ich. Sehr besorgt auch. Hab die Mittel ergänzt um einen Hauch BronchialVital und Benebac und Dentinox und gaaanz vorsichtig in Miniportionen mit Päppeln begonnen (RodiCare Instant). Das hat erstaunlich gut geklappt, obwohl ich die ganze Zeit denke, dass er gleich erstickt. Ansonsten ist er recht vital: Kein gestäubtes Fell, keine „eingefallenen“ Augen. Habe auch mit einem Baby-Nasensekretsauger (NoseFrida) versucht, ob ich die Nase freikriege. No Chance.
An den reingelegten einschlägigen Kräutern (Spitzwegerich, Oregano) zeigt er Interesse, aber überlegt es sich vor dem Reinbeißen dann doch wieder anders: Atmen scheint wichtiger. Oh, er knabbert gerade doch ein Blatt weg.
Soll ich echt in diesem Fall was zur Haltung erzählen? Fleecehaltung. Keine stäubende Einstreu, kein anderes Tier betroffen.