Erfahrungen / Einschätzung Abszess mit starker Kieferbeteiligung

  • Hallo zusammen,


    Ich mache mir große Vorwürfe wegen meinem herzenschwein chico. Er hatte nie Symptome, vor 2 wochen merke ich er hat gut abgenommen. Waren beim Arzt, Zähne vom Anschein waren normal, auch nichts zu fühlen. Innerhalb einer Woche wurde es dann so schlimm das er nur unter Schmerzmitteln essen konnte und eine dicke backe hatte, also bin ich zum arzt, danach in eine tierklinik. Dort wurde ein ct gemacht und er hatte ein Makrodont (bin mir nicht sicher wie man das schreibt, aufjedenfall ein super großer Zahn der Probleme macht) und der ist ganz hinten links gewesen und hat den Kiefer schon ordentlich mit genommen. Und wurde gesagt man kann NUR operieren, sprich Abszess aufmachen nach außen spülen etc und den Zahn ziehen. Während der OP lief bis zum Abszess alles gut, er wurde auch wirklich super versorgt dort da war die modernste Technik. Aufjedenfall wollte der Arzt gerade bei der Zahnwurzel ansetzen und sein Kiefer ist gebrochen... Er wollte ihn einschläfern, aber wir wollten ihn noch bei einer Spezialistin vorstellen die weiter weg ist, aber das wäre der letzte weg! Sie hatte an dem Tag schon zu, am nächsten Tag haben wir aber ein Termin bekommen. Über die Nacht wurde Chico gepäppelt, warm gehalten und hatte ein starkes schmerzmittel (bupaq - war das evtl zu stark) und hat orniflox und metacam bekommen. Er war natürlich kaputt von der OP aber er hat mit mir interagiert, mit seinem bruder auch, ist auch im Käfig rum gelaufen. Jedoch morgens wurde es sehr viel schlechter, er hatte etwas Temperatur verloren, war sehr schlapp, päppelbrei floss teilweise raus. Wir sind zur Spezialistin und er wurde rundum versorgt und untersucht, er hatte nur ein kleinen bruch wo eine Chance auf Heilung bestand, sein Blutbild war aber sehr schlecht, die Entzündungswerte waren sehr hoch... und kurz vorm gehen ist er auf dem Tisch eingeschlafen... ich mache mir große Vorwürfe das ich nicht direkt bei ihr war, sie sagte an sich war der Fall schon kritisch, sie hätte ihn aber anders behandelt (richtiges Antibiotika, Abszess aufmachen, schmerzmittel) und geschaut wie es in 1 woche aussieht. Sie kann mir nicht sagen ob das was gebracht hätte, aber diese Unwissenheit frisst mich auf. Was ist wenn es geklappt hätte? Vor der OP war er putzmunter unter Schmerzmitteln... war es ein Fehler der Klinik zu vertrauen? Ich möchte wirklich nur die harte Wahrheit - ist Chico wegen dieser OP / Kieferbruch gestorben oder war es für ihn schon quasi besiegelt ? Habt ihr Erfahrungen mit sowas... Er war 4 Jahre alt...

  • Hallo MiyuMaus,

    Ich kann zu eurem Fall nichts sagen, aber ich möchte dir sagen, wie leid es mir tut, dass du Chico verloren hast, und dann auch noch auf so einem Weg. Komme gut drüben an, kleiner Schatz 🌈

    Auch wenn Worte kaum Trost bringen, aber mache dir bitte keine Vorwürfe, du bist mit ihm zum TA gegangen, als du merktest, dass etwas nicht stimmt. Du hast das ja nicht einfach ignoriert.

  • Was Du beschreibst ist schrecklich für Dich und war es für Chico.

    Zu Deiner Frage: Ob eine Behandlung ohne Operation überhaupt eine Aussicht auf ein lebenswertes Leben gehabt hätte, müsste am ehesten ein auf Nager und möglichst auch noch Zähne spezialisierter Tierarzt anhand des CT beurteilen. Hatte die letzte Ärztin die Aufnahmen gesehen?

    Du könntest die Aufnahmen auch noch einem anderen geeigneten Tierarzt zu senden und um seine Meinung bitte. Das muss man natürlich bezahlen, aber ich hatte vor rund 2 Jahren nur rund 60 Euro bezahlt für eine Beurteilung von Röntgenaufnahmen und Besprechung dazu per Telefon.

    Durch einen Makrodonten muss es nicht zu einem Abzess kommen. Das sind also bei ihm 2 belastende Faktoren gewesen. Dass er Kiefer gebrochen ist, muss kein Fehler des Operateurs sein.

    Wenn Du noch im nachhinein nach dem bestmöglichen Weg suchst, erscheint es mir auch eine wichtige Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, ihn nach dem Bruch sofort noch in der Narkose einschläfern zu lassen. Wenn der Kiefer schon stark angeschlagen war vor der OP und dann auch noch gebrochen und der angeblich ursächlich problematische Makrodont noch nicht entfernt war, was wäre dann seine Chance gewesen, dass er wieder glücklich hätte leben können?

    Wir neigen immer wieder dazu, es zu lange zu versuchen, dem geliebten Tier zu helfen. Da habe ich im Nachhinein gesehen auch mehrmals falsche Entscheidungen getroffen.

    Scotty (ca. 08/19), Landolf (ca. 02/20), Josia (08/20), Simba (06/23), Fuchsi (08/24), Fridolin (08/24) - im Herzen geblieben: Dachsi (04/18-09/24), Wuschel (04/18-11/23), Miro (ca. 02/20-10/24) - weitere Infos

  • Tut mir sehr Leid, dass du dein Schweinchen verloren hast. Manchmal fragt man sich hinterher, was wäre gewesen, wenn man dieses oder jenes anders gemacht hätte. Sicher wissen kann man es nie, und auch wenn man alles richtig macht, kann man ein Schweinchen trotzdem nicht immer retten. Makrodont, Abszess, angegriffener Kiefer, das hört sich schon gravierend an. Du hast zu jedem Zeitpunkt nach bestem Wissen gehandelt, warst bei mehreren Ärzten und hast alles versucht, mach dir keine Vorwürfe.

  • Hätte, hätte,… vielleicht, vielleicht auch nicjt und was es dann für ein Leben gewesen wäre weiß man auch nicht. Solche Dinge passieren - Tieren und Menschen. Es ist tragisch und traurig, aber die Frage nach dem „Warum“ hilft nur insofern weiter, dass man versuchen kann daraus für die Zukunft zu lernen.


    Und: Wir Halter können nur feststellen „Das Schweinchen hat was“ für mehr ist der Tierarzt zuständig, den wir nach besten Wissen und Gewissen auswählen.

    Es ist vielleicht eine der schwierigsten Aufgaben im Leben festzustellen, dass man nicht alles richtig machen kann und dass selbst, wenn man alles richtig macht, es ganz gehörig schief gehen kann und darunter die leiden, die wir lieben..

    Sei gnädig mit Dir und den Ärztinnen. Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst und tu Dir was Gutes. Wenn es hilft, mach ein Fotoalbum, eine Collage, bastel für die übrig gebliebenen Schweinchen was, schreib auf an was Du Dich erinnern willst, geh raus an die Luft, was auch immer Dir gut tut!

  • Es tut mir sehr leid für Chico und für dich.

    Ich habe letztes Jahr auch ein sehr geliebtes Schweinchen wegen eines Makrodonten plus Entzündung verloren. Leider war wegen der Osterfeiertage unsere Tierärztin, die zufällig Expertin für genau diese Fragestellung ist, nicht erreichbar und so verloren wir wertvolle Zeit in der TiHo Hannover, in der ebenfalls wegen Ostern keine spezifische Behandlung realisierbar war. Am Dienstag nach Ostern holten wir unser Schweinchen in Hannover nach 3 Tagen und CT wieder ab und stellten sie in Posthausen unserer Fachtierärztin vor und entschieden, sie zu erlösen, weil sie mittlerweile zu geschwächt war. Daran habe ich bis heute zu knabbern. ;(

    Ich möchte wirklich nur die harte Wahrheit - ist Chico wegen dieser OP / Kieferbruch gestorben oder war es für ihn schon quasi besiegelt ?

    Wenn du möchtest, kann ich dir die Fachtierärztin nennen, der du die Befunde vorlegen könntest zur nachträglichen Mitbeurteilung:

    Frau Dr. Thöle, Tierklinik Posthausen.

    Und gleichzeitig ist es halt so, dass wir unser Leben vorwärts leben müssen (und Entscheidungen treffen) und vieles oft erst rückwärts verstehen <3

    Für immer im Herzen:

    Elsbeth Mariechen Oskar Rosi Gerlinde Heidi Irmgard Britney Antje Elfi Dauphin Lilly Helmut Bärbel Silvia Uschi Wilma Erwin Filomela ❤️🌈🐾

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