Neuzuwachs ein Böckchen

  • Da ich noch nie ein Böckchen hatte frage ich mich auch ob das Verhalten normal ist, oder ob ich da ein sehr ungewöhnliches Exemplar erwischt habe.

    Fienchen schreit immer extrem laut nach Futter. Selbst nachts, sobald er die erste Bewegung wahrnimmt. Dabei haben die Tiere dauerhaft Heu ubf bekommen mindestens viermal täglich ganz viel Salat und Gemüse.

    Fienchen ist zudem ungewöhnlich selbstbewusst. Er hat keine Angst auf dem Arm zu sein. Hauptsache er kann dabei fressen. Dann ist der Rest egal.

    Und dann eben seine Potenz. Dass er selbst den Kastraten ständig besteigen möchte und ihm das Futter aus dem Maul klaut, obwohl noch genug anderes da wäre...

    Ist das typisch für ein junges Böckchen?

  • Mir tut es so leid, dass deine harmonische Gruppe jetzt gesprengt worden ist. Aber ich denke, das war auch ohne Fienchen schon eine sehr brisante Mischung und wäre wahrscheinlich nicht lange gut gegangen.

    Ich habe so ein Verhalten bei Böckchen noch nie beobachtet. Bei mir war es bisher immer umgekehrt. Ich hatte schon mehrmals sehr dominante und selbstbewusste Weibchen. Ich denke inzwischen, dass das Verhalten nicht nur von der Sozialisation, sondern auch zu einem großen Teil von den Genen und der Veranlagung abhängt.

    Trotzdem heißt das natürlich nicht, dass man das dann einfach so hinnehmen muss. Meine Minna bekam kurz nach dem Einzug von den älteren Damen ganz klar gesagt, wo die Grenze ist. Das hat ihr überhaupt nicht gefallen, aber da musste sie durch.

    Vielleicht hat Fienchen zur Zeit noch den "Babyschutz". Aber irgendwann wird ihm (hoffentlich) dein alter Kastrat noch sagen, wo es lang geht.

    <3Karla *2019 <3 Ludwig *18.1.2022 <3 Minna *ca. 20.8.2022 <3 Selma * 2.2.2024 <3

    Für immer im Herzen: Berta, Pieps, Charly, Greta, Emma, Sophie, Chocolate

  • Ich weiß dass es eine brisante Mischung war. Aber mein Casimir könnte auch als Weibchen durchgehen. Der ist sehr zurückhaltend und ubterwürfig und die Gruppe war schon anderthalb Jahre total harmonisch.

    Mein Fehler war ein weiteres Mädchen aufnehmen zu wollen. Vom Platz hätte es gepasst und mein langfristiges Ziel war ein Kastrat mit 3 Mädels zu haben.

    Dann scheint es wohl wirklich Charaktersache zu sein.

    Fienchen (alias Fidibus), Fienchen passt bei dem kleinen Rammler gerade so gar nicht mehr, ist schon sehr extrem vom Charakter. Der klettert sogar auf Häuser, die dreimal so hoch sind wie er und dann aus dem Gehege. Das kenne ich so gar nicht und mein Holzgehege muss ich noch zusätzlich auslaufsicher machen mit Brettern.

    Ja, es war ein Fehler. Aber ich werde es dennoch weiter versuchen und hoffen dass ich ihn behalten kann, auch wenn das Mädchen ein Böckchen ist und zudem ein wenig "verhaltensauffällig". 😉

  • Wir hatten zu unseren 2 Böckchen, die mit über 2 Jahren kastriert worden waren ca. 8 Wochen später 3 viel kleinere unkastrierte Böckchen aufgenommen. Sie waren alle 3 wie wild hinter den beiden Großen her, obwohl diese körperlich und vom Auftreten her ihnen total überlegen waren. Nach - aus meiner Erinnerung - 16 Stunden Dauerverfolgung habe ich sie wieder getrennt und am nächsten Tag kastrieren lassen.

    Eine erneute Zusammenführung machte ich dann erst 8 Wochen danach. Es dauerte rund 6 Wochen nach der OP bis sich ihr Verhalten änderte. Bis dahin hatten sie zwar keinen Kontakt zu den beiden kastrierten Böckchen, aber wenn sie z.B. ein von denen benutzes Handtuch ergattern konnten, waren sie wie wild darauf.

    Ich erzähle das, weil ich das Verhalten von Fienchen nicht so ungewöhnlich finde. Natürlich ist das nicht immer so, aber bei uns war es bei 3 von 3 Böckchen der Fall. Und das andere ist: Es wird vermutlich mindestens 4 Wochen dauern, bis sich sein Verhalten ändert.

    Da musst Du halt aufpassen, dass es nicht bis dahin zu stressig für den Kastraten ist oder es eine richtige Beißerei gibt, weil er sich wehrt. Ganz wichtig ist dazu viel Platz und Beschäftigungsmöglichkeit (Futter verteilen, Tücher als Sichtschutz, Etage zum Ausweichen usw.). Ein Gehege von 2qm oder weniger ist m.E. nicht vertretbar in einer solchen Situation. Erstens können sich Meerschweinchen richtig übel beißen und zweitens bist Du ja nicht immer bei ihnen, würdest also noch nicht einmal nach dem ersten Kampf gleich eingreifen können.

    Zudem würde ich beide Tiere alle 1-2 Tage auf Bisswunden untersuchen und das Gewicht aufschreiben. Das kann helfen zu erkennen, wann Du eingreifen musst.

  • Du hattest neulich von dem Kastrationstermin geschrieben, der vermutlich dann gestern oder heute war. Wenn dem so ist: Wie geht es "Fienchen" denn?

    Und wie lief es zuletzt zwischen den beiden?

  • Das ist ja lieb, dass du an uns gedacht hast. 🥰

    Ich hab Fienchen gerade auf dem Arm und füttere ihn mit Salat. Er ist wirklich das zahmste Schweinchen das ich je hatte.

    Fienchen hatte am Montag seine Kastration und ich hatte wirklich große Angst ihn zu verlieren. Ich musste ihn um 8 Uhr in der Praxis abgeben und um 10 Uhr sollte ich in der Praxis anrufen, um zu hören ob alles geklappt hat.

    Zum Glück hat alles geklappt und ich durfte ihn um 15 Uhr nach meiner Arbeit abholen.

    Worüber ich geschockt war waren die 152 Euro, die ich bezahlen sollte. Im Vorfeld im Internet recherchiert lagen die Kosten deutlich niedriger...

    Fienchen lebt nun seit Montag auf Pippipads und Fließ, zusammen mit dem anderen Kastraten. Früher hatte ich schon einmal Fließhaltung, hab mir das einiges kosten lassen und auch jetzt finde ich es trotz Pippipads und Fleece furchtbar.

    Die Beiden sitzen ständig nass und mindestens zweimal täglich muss ich alles wechseln. Selbst teuer gekaufte Matten mit Pippischutz und Fleece sind undicht.

    Meint ihr ich könnte schon nach 4 Tagen wieder auf Streu wechseln?

  • Sehr schön, dass alles geklappt hat!

    Und es ist wirklich süß wie zahm Fienchen ist.


    Zu den Preisen: Ich denke, Du hast im Internet noch oft Preise nach der alten Gebührenordnung gelesen.

    Pro-Tipp: Das nächste Mal den Tierarzt vorher nach „einer Hausnummer“ fragen.

  • Meinst du es sei günstiger, wenn man vorher fragt?

    Ich hatte den Tierarzt gefragt. Der meinte ich müsse vorne nachfragen, er wisse es nicht. Das hab ich dann vergessen.

    Meine Recherchen bezogen sich auf 2024.

    Aber jetzt ist es so. Hauptsache er lebt und es geht ihm gut. 😍

  • Das freut mich, dass Fienchen es anscheinend gut überstanden hat!

    Zur Frage, ab wann er wieder auf Einstreu darf, würde ich den Tierarzt fragen, der ihn operiert hat. Der muss wissen wie sicher seine Nähte sind. Unsere Böckchen durften direkt nach der OP wieder auf Streu, weil der Tierarzt meinte, seine Nähte wäre dicht. Außerdem geben die in dieser Praxis zur Sicherheit immer 5 Tage Antibiotikum. Das finde ich nicht gut für den Darm, aber da sie erfahren sind, habe ich es trotzdem akzeptiert. Als Dachsi eine größere OP am Unterbauch hatte, sollte er zumindest 24 Stunden auf Stoff leben. Er bekam kein AB und es lief auch gut.

    Nach 4 Tagen sollte es aber unbedenklich sein auf Streu. Aber frage bitte lieber nach beim Operateur.

    Auf jeden Fall sollte man anfangs täglich die Wunde kontrollieren:

    • Wie sieht die Naht aus?
    • Ist etwas geschwollen, wärmer oder gerötet?

    Später würde ich 1-2x in der Woche nachschauen. Leider kommt es bei manchen Tierärzten öfters zu Abzessen nach Kastrationen. Das muss dann schnell behandelt werden. Daher sind häufige Kontrollen wichtig.

    Wie geht es denn sonst mit Deinen zur Zeit 2 Gruppen?

  • Ich freu mich mit dir dass Fienchen alles gut überstanden hat.

    Ich habe meine Meerschweinchen nach OPs ungefähr eine Woche auf Fleece gehalten. Dafür habe ich das Streu frisch gemacht und dann mit ganz gewöhnlichen gebrauchten und mehrfach gewaschenen Fleecedecken abgedeckt. So ist der Urin sofort durchgesickert, wurde vom Streu aufgesaugt und es war alles immer sehr trocken. Diese Fleecedecken haben wir vom Vorrat für den Freilauf genommen. Es geht also auch ohne die teure Anschaffung von speziellen Sachen.

    Zu den Tierarztgebühren: Du hast vermutlich in der Gebührenordnung nur nach der Kastration geschaut. Dazu kommen aber noch die Voruntersuchung, die Narkose, verschiedene Spritzen, die Medikamente, der Wundverschluss 2x und noch gefühlt 100 andere Sachen. Dazu noch die Mehrwertsteuer. Beispiel: bei meinem Meerschweinchen hat im April die Ovarhysterektomie (Entfernung Eierstöcke) lt. Rechnung 92,18 Euro gekostet. Insgesamt war die Rechnung aber am Schluss fast 300 Euro.

    <3Karla *2019 <3 Ludwig *18.1.2022 <3 Minna *ca. 20.8.2022 <3 Selma * 2.2.2024 <3

    Für immer im Herzen: Berta, Pieps, Charly, Greta, Emma, Sophie, Chocolate

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