Rat für neue sehr ängstliche Merris?

  • Hallo,

    wir haben uns vor ca 2 Monaten zwei Meerschweinchen geholt, Mutter 10 Monate als und Tochter 2 Monate alt. Die zwei wurden bisher nur draussen gehalten und hatten wahrscheinlich wenig Menschenkontakt. Die Kinder der Halterin sind groß und interessieren sich nicht mehr und ich vermute außer Futter reinstellen und am Außengehege vorbeilaufen haben sie noch nicht viel erlebt

    Mein Sohn (11 Jahre alt) hat nun ein großes Gehege in seinem Zimmer und versucht an die Tierchen heranzukommen. Wir hatten alle gehofft und waren auch etwas blauäugig, dass man zu Meerschweinchen leicht einen Zugang bekommt. Die Tierchen nehmen kein Futter aus der Hand, sondern erstarren eher zu Stein. Wenn ich meinen Sohn abends ins Bett bringe haben wir das Gefühl das sie dann herauskommen und wie wild durchs Gehege flitzen.

    Ich würde meinem Sohn gern ein positives Erlebnis beschehren und habe deshalb ein paar Fragen:

    1. Wie lang dauert erfahrungsgemäß so eine Eingewöhnung?

    2. Was mache ich wenn wir uns zwei Schisser ins Haus geholt haben und sich an dem zugang nichts ändert?

    3. Wäre es sinnvoll ein zahmes Weibchen oder Kastraten dazu zu setzen um die Scheu aufzubrechen?

    4. Oder wird das zahme Merri dann auch scheu?


    Ich hoffe Ihr könnt uns mit Rat zur Seite stehen.

    Viele Grüße
    Marko

  • Ein zahmer Kastrat kann absolut helfen. Würde der Gruppe ohnehin gut tun.

    Allgemein sind Meerschweinchen „während der Abenddämmerung“ am aktivsten und ruhen generell viel mit kurzen Phasen der Aktivität.

    Ansonsten könnte Dein Sohn sich ins Oder ans Gehege setzen und vorlesen. Die Tiere gewöhnen sich dran und nehmen ihn so „als ungefährlich“ war.

    Wie alt ist Dein Sohn eigentlich?

    Möglicherweise müsst ihr auch nochmal über den Gehegestandort nachdenken. Meerschweinchen neben Legokisten, die ausgeschüttet werden klappt nicht so prima. Da bleiben sie lieber weg.

    Und dann noch die Frage der Gehegegrstaltung. Können Sie von „Deckung zu Deckung“ laufen? Große Freiflächen meiden sie eher. Wenn sie Futter aus der Hand nehmen können, während sie „in Deckung“ sind, geht es leichter.

  • Hallo Marco,

    willkommen in unserem Forum :)

    Ich gehe direkt zu Frage 3: Ein gut sozialisierter Kastrat wäre eine gute Möglichkeit, um euren beiden Schweinchen Sicherheit zu geben. Er könnte den beiden zeigen, dass es viel weniger Gründe gibt, sich vor Angst zu verstecken, als die beiden momentan annehmen. Die Mutter ist mit ihren 6 Monaten eigentlich selbst noch sehr jung und würde von einem souveränen Kastraten sehr profitieren. Und das Babyschwein schaut sich das dann ebenfalls ab. Momentan orientiert sich das Babyschwein logischerweise nur an seiner ängstlichen Mutter. Wenn ein gechillter Kastrat dabei wäre, könnten die beiden sich in seiner Gegenwart hervortrauen, weil sie erkennen, dass keine Gefahr droht, solange er entspannt ist.

    Ein wichtiger Aspekt ist die Gestaltung des Geheges. Es macht sehr viel aus, ob die Schweinchen das Gefühl haben, sie finden genügend sichere Unterschlüpfe. Bedeutend ist auch, ob sie eine gute Übersicht haben. Dazu eignen sich beispielsweise größere Unterstände > Sicherheit von oben plus Panoramablick. Vielleicht magst du mal Fotos von eurem Gehege einstellen. Dann haben wir vielleicht direkt schon Tipps für euch, die euren Schweinchen mehr Sicherheit vermitteln könnten. :)

    Für immer im Herzen:

    Elsbeth Mariechen Oskar Rosi Gerlinde Heidi Irmgard Britney Antje Elfi Dauphin Lilly Helmut Bärbel Silvia Uschi Wilma Erwin Filomela Sören Karlotta ❤️🌈🐾

  • Hallo und herzlich willkommen,

    wie die Beiden vor mir schon angesprochen haben ist die Stallgestaltung an sich ein großer Punkt, um das Vertrauen zu gewinnen. So 3-6 Wochen brauchen eher ängstliche Schweinchen schon mal um sich gut einleben zu können. Ein gut sozialisiertes älteres Meerschweinchen hilft gerade ängstlichen noch jungen Murkels immer ganz gut dabei zu lernen, dass wir Menschen nicht gruselig sind sondern auch richtig toll sein können (Leckereien oder auch kraulen da wo man selber nicht gut ankommt). Wenn dein Sohn sich ruhig die Zeit nimmt und mit den beiden spricht, während er vor dem Käfig sitzt, dann können die Meeris sich in Ruhe an ihn gewöhnen. Es sind Fluchttiere und auch wenn sie von Natur aus sehr neugierig sind brauchen sie Zeit um Vertrauen zu fassen. Wenn die Schweinchen sich daran gewöhnt haben, dass er da ist, kommen sie auch raus, dann kann er zum Beispiel immer mal wieder Leckereien wie frische Gurke, Petersilie oder Löwenzahn mit per Hand reinhält und ruhig abwartet, dann werden die zwei irgendwann selber auf ihn zugehen. Nicht jedes Meerschweinchen mag gerne gekuschelt werden, aber Beschäftigung finden in der Regel alle gut (Kunststücke für Leckereien zum Beispiel oder Suchspiele). Beachten dabei solltet ihr auch, dass nur weil die Schweinchen Vertrauen zu einem Fassen, heißt das nicht, dass sie dieses auch bei anderen Menschen tun. Meine Beiden sind so bei mir super zutraulich, klettern auf meinem Schoß rum und wollen von mir auch gestreichelt und hochgehoben werden, aber halt auch nur wenn ich dabei bin. Meine Familie haben sie auch akzeptiert aber bei Fremden würden sie sich nicht anfassen lassen. Mit Geduld und Ruhe kann man bei den Meerschweinchen viel erreichen, wenn sie sich an einen gewöhnt haben.

  • Silke

    Hat den Titel des Themas von „Wir haben zwei sehr ängstliche Merris zu uns geholt und brauchen etwas Rat“ zu „Rat für neue sehr ängstliche Merris?“ geändert.

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