Euthanasie medizinisch korrekt und fachgerecht?

  • Leider musste ich eben ein Meerschweinchen einschläfern lassen. Ich bin verunsichert wegen der Vorgehensweise.

    Vorab, es verlief in meinen Augen völlig schmerzfrei und schnell. Das Schweinchen frass Petersilie als die Spritze in den Bauchraum kam. Torkelte dann in die Kuschelhöhle. Ich legte das Tuch darüber und fragte, wann sie die zweite Spritze gibt. Da meinte sie, es sei hochdosiertes Narkosemittel und es sei nichts mehr nötig. Nach zwei Minuten war kein Herzschlag mehr da.

    Ich bin davon ausgegangen dass es nur eine gängige Methode, und zwar die zweistufige gibt: Erst eine Narkosespritze in den Muskel, und wenn das Tier schläft, die eigentliche Überdosis. Sie hat mir dann aber auf Nachfrage gesagt, der Einstich in den Muskel würde bei Meerschweinchen allerdings brennen und schmerzhaft sein. Weswegen sie die direkte Bauchraumspritze bevorzugt. Sie sagt, bei der Bauchrauminjektion gleitet das Tier direkt aus dem Wachen über ein tiefes Entspannen in den Schlaf – ohne den Umweg über eine zweite Spritze oder zusätzlichen Stress durch mehrmaliges Pieksen. So war es auch. Es sah für mich wie ein schmerzfreier und schneller tot aus. Ich bin so traurig ;( ;( ;(

  • Mein Beileid zu deinem Verlust! Ein Tier gehen lassen zu müssen ist immer schwer.

    Ich habe selbst mal beim Tierarzt gearbeitet. Dort wurden Tiere grundsätzlich mit nur einer Spritze mit einer Überdosis Narkosemittel eingeschläfert. Nicht nur Meerschweinchen, sondern auch zum Beispiel Hunde oder Katzen. Bei diesen wurde es direkt intravenös gegeben, sodass der Vorgang sehr schnell ging.

    Die Tierärzte erklärten immer, dass man so quasi einen Narkosezwischenfall bewusst herbeiführt. Zuerst schläft das Tier wie bei einer Narkose ein, bekommt also nichts mehr mit. Dann setzt die Atmung aus und das Herz hört auf zu schlagen. Also das, was auch passieren würde, wenn ein Tier während einer Operation Komplikationen hat und nicht aus der Narkose aufwacht. Bei Narkosemittel ist es immer so, dass erst das Bewusstsein und Reflexe aussetzen. Es kann also nicht passieren, dass die Armung aussetzt und das Tier das noch mitbekommt.

    Es gibt Mittel, mit denen Tiere eingeschläfert werden, die sehr grausam sein können, da das Tier sich nicht mehr bewegen kann, aber bei Bewusstsein ist und nicht mehr atmen kann. Bei diesen Mitteln ist eine vorherige Narkose unbedingt nötig, um dem Tier Leid zu ersparen. Eine reine Überdosis Narkosemittel kenne ich aber durchaus als gängige Praxis zum Einschläfern und wie du beobachten konntest, geht das schnell und schmerzfrei.

    Bei uns wurde den Haltern aber vorher immer genau erklärt, wie der Prozess ablaufen wird, damit keiner erschrocken darüber ist, wie schnell das abläuft. Man rechnet sonst ja vielleicht auch damit, sich nochmal von dem schlafenden Tier verabschieden zu können, bevor die zweite Spritze kommt.

  • Ich musste zum Glück erst ein Meerschweinchen einschläfern lassen. Hier wurde auch nur eine einzige Spritze mit sehr hoch überdosiertem (ca. 100x) Narkosemittel gegeben. Unser Tierarzt gab die Spritze zwischen die Rippen in die Lunge. Dort wurde es extrem schnell aufgenommen. Nach 2 oder 3 sek war alles vorbei. Sofort nach der Spritze nahm er der Tierarzt das Stethoskop und stellte keinen Herzschlag mehr fest.

    Im Nachhinein finde ich das gut. Den Aufwand und die Dauer, um erst einen venösen Zugang zu legen, ist für viele Meerschweinchen sehr belastend. Außerdem sind die Venen so winzig, dass sie schnell platzen. Dann läuft das Medikament ins Gewebe und die Aufnahme von dort in die Blutbahn dauert sehr lange.

    Ja, die Spritze in den Muskel ist schmerzhaft und das Mittel wird nur langsam ins Blut aufgenommen. Ich glaube, da Meerschweinchen Fluchttiere sind könnten vielleicht Ängste auftreten, wenn sie langsam einschlafen aber nicht an einem für sie sicheren Ort sind.

    Mein Fazit: Ein sehr schneller und plötzlicher Tod schockt vielleicht den Besitzer, aber er ist absolut im Sinne des Meerschweinchens.

    <3Karla *2019 <3 Ludwig *18.1.2022 <3 Minna *ca. 20.8.2022 <3 Selma * 2.2.2024 <3 Ottilie * 9.11.2025 <3

    Für immer im Herzen: Berta, Pieps, Charly, Greta, Emma, Sophie, Chocolate, Amalie, Lola

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  • Danke euch für eure Antworten <3

    dann bin ich beruhigt und habe keine Zweifel mehr, dass es vorhin alles so seine Richtigkeit hatte. Es ging einfach nur so plötzlich schnell bis zum tot. Aber so sollte es natürlich letztendlich sein, dass das starke Narkotikum so wirkt.

  • Musste am Montag auch ein Schweinchen gehen lassen :(

    Sie bekam erst überdosiert Narkosemittel, weil sie trotz dem schlechten Zustand nicht gehen wollte. Als dann klar war, das sie sich runter gefahren hatte, gab es das zweite Medikament. Dann ging es sehr schnell das sie sich entspannte und gegangen war.

    Penelope war erst 4,5 Jahre alt.

    LG Tasha mit

    Trudi Monk (10.03.2023), Bo-Katan Kryze(15.02.2024), Mae (03.05.2023), Scotty (15.09.2023), Ragna Helga (16.11.2024), Torvi (27.03.2025), Jane Marple (25.02.2026)

  • Bei uns war es letzte Woche genauso. Eine Spritze in den Bauchraum. Ich hatte meine Flocki im Arm gehalten als sie von mir ging. Sie hat die Reise über die Regenbogenbrücke sehr schnell angetreten.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und denk an die schönen Zeiten zurück.

  • Ich kenne ausschließlich die zweistufige Methode und zwar von verschiedenen Praxen / Kliniken. Es sind auf jeden Fall schon mehr als 10 Euthanasien gewesen. Lediglich in einem Fall hat der Tierarzt sofort die 2. Spritze gesetzt, da das Tier sich schon im Sterbeprozess befand (begann in der Praxis).

    Das irritiert mich hier ehrlich gesagt sehr, einem Tier bei Bewusstsein direkt eine Spritze in den Bauchraum oder in die Lunge zu setzen - zumal das ja keine winzige Menge Narkotika sein kann, wenn so stark überdosiert?

    Natürlich habe ich auch schon erlebt, dass ein Tier es schon nach der 1. Spritze geschafft hat, wenn es sehr am Ende seiner Kräfte war. Die 2. war dann nur noch zur Sicherheit.

    Ich frage auch immer nach, was verwendet wird, weil ich keine T61-Erfahrung möchte.

    Meiner Erfahrung nach ist die 1. Spritze mit dem Narkosemittel intramuskulär auch stressfrei. Es gibt immer einen Kuschelsack, in den das Tierchen sich dann sofort verkriechen darf und einschlafen darf (was in der Regel auch wirklich nicht lange dauert) und dann kommt erst bei vollständiger Sedierung die 2. Spritze.

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